SCP-073 – “Cain”

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SCP-ARCHIVCreepypasta-Wiki · Abteilung für anomale Objekte
GEHEIM
Objekt-Nr.
SCP-073
Objektklasse
Euclid
Freigabestufe
3/5
Aktenführung
Schattenzirkus
Angelegt
13.10.2026
SCP-073 – “Cain”
Abb. 1: SCP-073

Besondere Sicherheitsmaßnahmen:

SCP-073 ist kooperativ und bewegt sich auf den unteren Ebenen von Standort-19 frei.

  1. Nichts aus Pflanzen. Seine Unterkunft, zwei Zimmer mit Bad, ist mit Aluminium und Kunststoff eingerichtet, Bettzeug und Kleidung sind aus Polyester. Holz, Baumwolle und Papier zerfallen, sobald er sie anfasst.
  2. Keine Gewalt, auch nicht zu Versuchszwecken. Wer ihn verletzt, verletzt sich selbst, auch über ein Werkzeug. Bei der letzten Gewebeprobe stammte der Inhalt des Röhrchens vom Unterarm der Laborantin. SCP-073 blieb unversehrt, hatte den Stich aber gespürt und fragte danach, ob das künftig nötig sei.
  3. Nicht nach oben. Aufzüge und Treppen zur Oberfläche sind für ihn gesperrt. Was im Umkreis von 20 m um ihn wurzelt, stirbt ab, und die Erde darin trägt nichts mehr, bis man sie mit Bodenbakterien neu impft.
  4. Peilsender am Handgelenk, nie abgenommen. Wer ihn frei gehen lässt, muss wissen, wo er ist.
  5. Kantine wie alle. Er isst mit dem Personal, aber nur Fleisch, denn Brot zerfällt ihm unter den Fingern. Auch die Kräuter in Hydrokultur sind aus der Kantine verschwunden.
  6. Keine anomalen Pflanzen. Was geschieht, wenn seine Wirkung auf ein anomales Gewächs trifft, soll niemand herausfinden.

Beschreibung:

Aus dem Dienstbuch der Einlesestelle, in der SCP-073 auswendig lernt, was die Foundation nie verlieren darf

Erster Tag. Er stand auf, als ich hereinkam: ein Mann von etwa Anfang dreißig, vermutlich aus dem Nahen Osten. Er bot an, meine Kisten zu tragen. Sie waren aus Pappe, ich lehnte ab, und er trug stattdessen die Kunststoffwannen.

Dritte Woche. Er blättert nie selbst, die Vorlagen laufen über einen Bildschirm. Einmal griff er unbedacht nach einem Ausdruck; übrig blieb brauner Staub auf seinen Metallfingern. Als ich darauf zeigte, drehte er die Hände langsam im Licht. „So sind sie, solange ich denken kann“, sagte er. „Wer sie mir gegeben hat, wüsste ich selbst gern.“

Zweiter Monat. Ein neuer Kollege fragte nach dem Zeichen auf seiner Stirn. SCP-073 stand auf, ging ins Nebenzimmer und kam an diesem Tag nicht wieder. Seitdem fragt hier niemand mehr danach.

Achter Monat. In der ersten Woche hatte ich ihm 300 Lagerkarten gezeigt, jede zwei Sekunden lang. Heute nannte er mir Karte 117 auswendig, samt einem Zahlendreher, der mir selbst nie aufgefallen war.

Zehnter Monat. Nach der Geschichte von der Antike bis heute sind jetzt tote Sprachen dran. Er übersetzt sie direkt vom Bildschirm, in freundlichen Worten und ohne Wärme im Klang.

Elfter Monat. Im Haus halten ihn die einen für die sicherste Ablage, die wir besitzen, die anderen für die einzige, die wir nicht löschen können. Er hat Verschwiegenheit geschworen. Heute wollte er wissen, ob er mir etwas abnehmen könne. Ich sagte, das tue er längst: Wenn eines Tages alles verloren ist, soll er übrig sein. Er nickte, als kenne er das.

Entdeckung und Bergung:

Gemeldet hat ihn ein Suchfilter der Foundation: ein Häftling ohne Namen, dem sich keine Fingerabdrücke abnehmen ließen. Die Polizei einer amerikanischen Großstadt hielt ihn nach einer Nacht fest, die seine Angreifer nicht überlebten; was sie ihm antun wollten, hatte sie selbst getroffen. Röntgen und Spektralanalyse zeigten Rückgrat samt Schulterblättern, Arme und Beine aus Berylliumbronze. Auf Nachfrage deutete er an, solches Metall sei zuerst irgendwo im Nahen Osten gegossen worden. Mehr wollte oder konnte er nicht sagen. Das Zeichen auf seiner Stirn, vermutlich sumerisch, ist bis heute unübersetzt.

Quelle Diese Akte beruht auf SCP-073 von Kain Pathos Crow aus dem SCP Wiki (scp-wiki.wikidot.com/scp-073) und steht unter CC BY-SA 3.0.

Ende der Akte SCP-073. Fiktives Dokument aus dem SCP-Archiv des Creepypasta-Wikis, angelehnt an das Konzept der SCP Foundation (CC BY-SA 3.0).

Fälle zu SCP-073

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