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Etwas lebt unter meiner Haut

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Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Triggerwarnung: „Die nachfolgende Gesichte enthält Schilderungen von Insekten die bei Menschen unwohlsein und Ängste hervorrufen können . Der Inhalte können belastend oder retraumatisierend auf Leser und Leserinnen wirken.“

Start Tonaufnahme 1!

Ich erinnere mich noch genau an den ersten Tag, an dem die Kopfschmerzen begannen. Es war, als ob sich ein eiserner Schraubstock um meinen Schädel legte und sich langsam, aber unaufhaltsam zuzog.

Hallo, mein Name ist Rayn, bin 25 Jahre alt, und leide seit 6 Monaten unter starken Kopfschmerzen. Einst war ich ein lebenslustiger junger Mann, der gerne mit Freunden tanzen und feiern ging. Doch nun bin ich gefangen in einem dunklen Albtraum aus Schmerzen und kann seit fast 3 Monaten meine Wohnung nicht mehr verlassen.

Alles begann bei einem Sommerurlaub mit meinen Eltern, der vor 6 Monaten stattgefunden hatte. Wir waren zusammen in die Bretagne gereist und haben dort 3 Wochen Campingurlaub verbracht. In der ersten Woche war auch alles toll und wir haben viel unternommen. Wir hatten uns Sehenswürdigkeiten der Region angeschaut, waren zum Baden am Meer und sind am ersten Urlaubswochenende sogar mit dem TGW nach Paris gereist, um einen die Stadt der Liebe zu besichtigen.

Doch ab der 2. Urlaubswoche setzten meine Kopfschmerzen langsam ein. Erst dachte ich mir nichts dabei, da meine Eltern in Ihrem Camper schliefen und ich in meinem Zelt.   ich schob es darauf, dass ich nachts falsch gelegen hätte und meine Kopfschmerzen daher kämen. Das Einzige, was mir am ersten Tag der Kopfschmerzen morgens nach dem aufwachen auffiel, war, dass ich zwei kleine Bluttropfen auf meinem Kopfkissen hatte. Da ich aber einen entzündeten Pickel am Haaransatz im Nacken hatte, dachte ich mir nichts dabei und vermutete, dass dieser in der Nacht aufgegangen sei.

Von daher machte ich mir keine Sorgen und informierte ich mich über frei verkäufliche Medikamente, die es in Frankreich gibt, und ging in die nächstgelegene Apotheke. Ich holte mir ein frei verkäufliches Schmerzmittel, um meine Kopfschmerzen zu bekämpfen. Diese wirkte auch recht gut und ich hatte den Rest des Tages keine Beschwerden mehr. Doch als ich am nächsten Morgen aufwachte, pochte mein Kopf erneut. So ging es den Rest des Urlaubes jeden Tag weiter. Jeden Morgen wachte ich mit Kopfschmerzen auf und nahm eine Tablette ein.

Als wir wieder zuhause ankamen, machte ich einen Termin bei meiner Hausärztin aus und beschrieb ihr meine Symptome. Sie diagnostizierten es als Migräne und verschrieben mir Medikamente, die speziell für Migränekopfschmerzen gedacht waren. Allerdings halfen mir diese nicht wirklich, und so wurden die Kopfschmerzen mein ständiger Begleiter. Manchmal bemerkte ich, dass ich leicht verschwommen sehen konnte. Ein anderes Mal hatte ich Gleichgewichtsstörungen oder mir war übel bis hin zum Erbrechen.

Da diese Symptome als Nebenwirkungen der Tabletten im Beipackzettel aufgeführt wurden, suchte ich erneut meine Hausärztin auf und bat sie um ein anderes Medikament und eine Überweisung zum Neurologen, da ich mir mittlerweile Sorgen machte, es könnte sich um einen Tumor im Gehirn handeln. Schließlich waren meine Kopfschmerzen mittlerweile ein ständiger Schatten, der mich Tag und Nacht verfolgte, mich quälte und mich nicht mehr erholsam schlafen ließ.

Als ich von dem Termin bei meiner Hausärztin nachhause zurückkehrte, rief ich sofort bei mehreren Neurologen an, um einen Termin zu vereinbaren. Aber wie es in Deutschland nun mal ist: Man wartet als gesetzlich Krankenversicherte Person ewig auf einen Termin bei einem Facharzt. 3 Praxen nahmen sogar überhaupt keine neuen Patienten mehr an. Schlussendlich bekam ich aber einen Termin bei einem Neurologen in der übernächsten Stadt, die 35 km entfernt lag. Allerdings musste ich nun 3 Monate warten, um beim Arzt vorstellig zu werden, da vorher keine anderen Termine mehr frei waren.

Die Sprechstundenhilfe der neurologischen Praxis meinte am Telefon sogar, dass ich froh sein könnte, dass ich überhaupt so schnell einen Termin bekäme, da die meisten Neurologen Wartezeiten von 9 Monaten bis zu einem Jahr hätten.

Sie verwies noch darauf: Sollte ich bis dahin eine Krankschreibung benötigen, sollte ich mich an meine Hausärztin wenden. Ich bedankte mich freundlich für das Telefonat, obwohl ich im Inneren ehrlich gesagt bereits kochte. „Manche Sprechstundenhilfen sind eben sehr von oben herab und meinen, die Praxis gehört Ihnen!“, dachte ich für mich selbst und wünschte Ihr innerlich die täglichen Schmerzen, die ich hatte.

Die nächsten 3 Wochen verliefen recht normal, und die Kopfschmerzen waren mal mehr, mal weniger, da das neue Medikament also half wesentlich ein wenig. Doch wurde ich weiterhin von diesen Gleichgewichtsproblemen außer Gefecht gesetzt. In der Woche darauf begann ich jedoch Probleme mit hellem Licht zu bekommen. Es war schier unerträglich und tat mir in den Augen weh.

Ich konnte das Haus bei Sonnenschein fast gar nicht mehr verlassen und wenn doch, nur noch mit Sonnenbrille und Basecap, um meine Augen vor dem Licht zu schützen. Zum Glück war es bereits Herbst geworden und die Tage waren nicht mehr so lange und es wurde früh dunkel. So konnte ich, wenn die Schmerzen es zuließen, kleine Besorgungen am Abend erledigen. Meistens jedoch mussten meine Eltern für mich einkaufen und verschiedene andere Dinge erledigen, da ich teilweise mein Bett nicht verlassen konnte.

So verbrachte ich die Tage in meiner abgedunkelten Wohnung und schaute buchstäblich die Decke an. Ich konnte weder Fernsehen schauen, da das Flimmern in meinen Augen schmerzte. Selbst ein Buch zu lesen war unmöglich, da sich durch die Konzentration die Kopfschmerzen wiederum verstärkten. Ich war gefangen in einem Teufelskreis aus Schmerzen.

Meine Hausärztin kam einmal die Woche zum Hausbesuch und brachte mir die neuen Tabletten gleich mit. Ich kam mir mittlerweile vor wie ein Versuchskaninchen, da ich drei verschiedene Mittel für die Schmerzen einnehmen musste. Doch keines half wirklich, bis auf Oxycodon. Doch dieses nahm ich nur abends ein, da es mich schläfrig machte und mich nachts einige Stunden schlafen ließ.

Nach ca. weiteren 3 Wochen begannen mir auch laute Geräusche in den Ohren zu schmerzen. Besonders das rechte Ohr war dabei immer stärker betroffen als das Linke. Die geringsten Geräusche, die mein rechtes Ohr erreichte, waren eine Qual. Meine Mutter rief darauf erneut meine Hausärztin an. Diese kam noch am gleichen Tag vorbei und diagnostizierte eine schwere Mittelohrentzündung in beiden Ohren. Sie nahm mir Blut ab und gab meiner Mutter ein Rezept, auf dem sie mir Antibiotika verschrieb. Toll, noch ein Medikament mehr, dachte ich mir. Aber tatsächlich half das Antibiotikum und die Entzündung verschwand innerhalb von 10 Tagen. Jedoch blieben ein Tinnitus und eine starke Überempfindlichkeit gegenüber lauten Geräuschen auf dem rechten Ohr zurück.

Nach 10 Tagen kam meine Hausärztin nochmals zum Hausbesuch und brachte mir eine weitere Krankschreibung und die Blutergebnisse mit. Es gab keine Auffälligkeiten in meinem Blutbild, bis auf den erhöhten Leukozytenwert, der von der Ohrentzündung herrührten. Sie empfahl mir, wegen leicht geschwächten Nierenwerten mehr zu trinken, aber sie gab auch zu, dass sie mit ihrem Latein am Ende war. Sie versprach mir aber, mich bis zum Termin beim Neurologen weiterhin krank zu schreiben.

Eine Woche vor dem Termin beim Neurologen kam eine Sprechstundenhilfe meiner Hausärztin nochmals bei mir vorbei. Sie brachte mir eine neue Überweisung und zog nochmals Blut, um ein großes Blutbild zu erstellen, das Sie direkt nach Erhalt aus dem Labor an den Neurologen zusendete.

Bis zum Termin beim Neurologen gab es zum Glück keine weiteren Verschlechterungen meines Gesundheitszustandes. Jedoch steckte ich mir Watte in mein rechtes Ohr, um die Geräusche zu dämpfen, da die Überempfindlichkeit nicht nachließ.

Doch der Tag, an dem der Termin stattfand, war einer der besonders schlimmen Tage. In der Nacht war der erste Schnee gefallen und draußen lag eine gut 5 cm dicke Schneeschicht, deren reines Weiß mir in den Augen weh tat. Sie begannen sofort zu Tränen und ich musste meine Sonnenbrille anziehen, um überhaupt was erkennen zu können. Mein Vater holte mich ab und brachte mich mit dem Auto zum Arzt.

In seinem Gesicht konnte man die Sorgen, die er sich um mich machte, erkennen. Nervös tippte er mit den Fingern auf dem Lenkrad herum, als er vor der Praxis parkte. Er versprach mir zu warten und mich wieder nachhause zu fahren.

Kaum betrat ich die Praxis, musste ich die Schwester am Anmeldetresen darum bitten, mich in einem separaten Wartebereich unterzubringen, da der Lärm der durch zwei spielenden Kinder im Wartezimmer, mir in den Ohren weh tat. Ich hatte extra zu dem Arztbesuch die Watte aus dem rechten Ohr gelassen, da ich nicht wollte, dass ich den Arzt schlecht verstehe. Der Kopfschmerz begann erneut zu pulsieren und ich hätte buchstäblich die nackte Wand hochgehen können.

Die Schwester verdrehte allerdings bei meiner Frage ihre Augen und fragte mich, ob ich etwas gegen spielende Kinder hätte. Doch ich versicherte ihr, dass dies nicht der Fall war, und erklärte ihr, warum ich separat warten möchte. Sie erhob sich mit einem unverständlichen Gemurmel von ihrem Stuhl am Anmeldetresen und fragte den Neurologen, Doktor Rudolph, ob ich in einem Behandlungszimmer warten könnte. Dieser genehmigte es und die Schwester brachte mich daraufhin in eines der Behandlungszimmer. 15 Minuten später kam der Arzt herein und untersuchte mich.

Ich beschrieb ihm meine Symptome und erzählte ihm von der Mittelohrentzündung, die ich hatte. Er schaute sich die Blutwerte, die meine Hausarztpraxis an ihn gesendet hatte, an und konnte keine besonderen Auffälligkeiten feststellen. Alle Werte waren im Normbereich und bei den Tumormarkern gab es ebenfalls keine Erhöhungen. Somit kam es ebenfalls zu dem Entschluss, dass es sich um eine chronische Migräne mit Clustern und Aura handele.

Aber um sicherzugehen, dass es sich um keinen Tumor oder ein Aneurysma handele, wollte er, dass ich mich zu einem CT- oder MRT in das nächstgelegene Fachzentrum begebe. Für den Fall, dass es sich um ein Aneurysma handeln sollte, ordnet er mir vorsichtshalber strenge Bettruhe und Vermeidung von Stress an.

Wir vereinbarten, dass, wenn die Bilder und Aufnahmen vorlagen, uns telefonisch nochmals abzusprechen. Sollte etwas Schlimmes bei der Untersuchung herauskommen, müsste ich aber umgehend in seiner Praxis erscheinen. Ich bedankte mich bei Doktor Rudolph und verließ das Sprechzimmer mit einem etwas flauen Gefühl in meiner Magengegend.

Die Schwester am Anmeldetresen stellte mir die dafür notwendige Überweisung zum Radiologen aus und gab mir ein Rezept für weitere Schmerzmittel mit. Doch bevor ich aus der Praxis ging, konnte ich mir einen Kommentar über Ihr Verhalten gegenüber Patienten nicht verkneifen.

Meine Mutter rief noch am gleichen Tag in diesem Fachzentrum, das Doktor Rudolph mir empfohlen hatte, an und vereinbarte einen Termin, der 2 Wochen später stattfinden sollte.

Geduld war seit Neustem nicht mehr meine Tugend, da ich das Warten auf Termine mittlerweile satt hatte. Aber es ging leider kein Weg daran vorbei. Die Zeit bis zu dem Termin verbrachte ich somit in meinem Bett. Wie immer kam einmal die Woche meine Hausärztin vorbei und versorgte mich mit weiterer Medizin.

Am Tag des Termins in der Radiologie ging es mir sogar, was die Kopfschmerzen betraf, recht gut. Doch dies änderte sich, als ich in der Röhre lag. Das Rumpeln, das dem Geräusch einer Waschmaschine glich, ließ meine Kopfschmerzen langsam aber stetig anschwellen, und ich war froh, als die Untersuchung vorbei war. Ich unterhielt mich noch kurz mit dem Arzt, der die Untersuchungen leitete, und er sagte mir, dass er auf den ersten Blick keine Auffälligkeit erkennen konnte. Allerdings müssten die Bilder erst noch richtig ausgewertet werden. Das Weitere würde mir mein Neurologe dann bei dem Termin zur Auswertung mitteilen. Er versprach mir aber, dass er die ausgewerteten Aufnahmen schnellstmöglich an die neurologische Praxis senden würde.

Keine 2 Tage später vibrierte auch schon mein Smartphone und meine spezielle Freundin, die sich Sprechstundenhilfe schimpfte, war am anderen Ende der Leitung. Anscheinend hatte mein Kommentar über ihr Verhalten bei ihr Wirkung gezeigt, denn sie war recht freundlich gegenüber mir.

Sie fragte mich, ob es mir möglich sei, einen Videocall mit Doktor Rudolph abzuhalten, um die Aufnahmen zu besprechen. Ich willigte ein und vereinbarte für 18 Uhr am selben Abend einen Termin mit ihr, wo Doktor Rudolph mich anrufen würde. Bis dorthin saß ich auf glühenden Kohlen und versuchte mich abzulenken.

Als der Arzt mich dann um 18 Uhr anrief, war ich so angespannt, dass mein Kopfschmerz wieder zu pochen begann und mir die Helligkeit meines Laptopbildschirms schon nach kurzer Zeit in den Augen weh tat. Der Arzt erklärte mir, dass auf den Aufnahmen meines Gehirns kein Tumor oder Aneurysma zu sehen sei. Das beruhigte mich ungemein. Ich konnte sogar etwas entspannen, da die Angst und der Stress, den ich während des Telefonats mit der Sprechstundenhilfe und dem Rückruf des Arztes aufgebaut hatte, von mir abfielen.

Er blieb bei seiner Diagnose und versprach, mich weiterhin zu behandeln. Voraus gesetzt sollten die Symptome nicht nachlassen.  Er gab mir einen neuen Termin, der in einem Vierteljahr stattfinden sollte. Ich bedankte mich bei Ihm und beendete das Gespräch.

So sehr ich mich auch freute, dass keine schwerwiegende Diagnose gestellt werden konnte, so verlor ich mich doch in meiner eigenen Dunkelheit. Unfähig, das Haus am Tag verlassen zu können, und gefangen in meinem eigenen Körper, der mittlerweile durch den chronischen Schmerz gezeichnet war.

Weitere schmerzhafte 3 Wochen später kam allerdings etwas Neues hinzu. Bis zu diesem Zeitpunkt waren meine Schmerzen konstant auf einem Level geblieben. Doch dann spürte ich gelegentlich ein Kribbeln, das Taubheit an meinem rechten Ohr hervorrief. Im Schlaf spürte ich, wie sich etwas in meinem Ohr bewegte und anfühlte, als ob mich jemand dort berührte. Es war ein unangenehmes Kribbeln, das mich schaudern ließ.

Ich besprach dieses neue Symptom mit meiner Hausärztin, die wieder einmal zum Hausbesuch bei mir erschien. Doch diese winkten ab und ich schob es auf einen Nebeneffekt meiner Migräne. Sie empfahl mir, ein Schmerztagebuch zu führen und aufzuschreiben, wann ich dieses Kribbeln, das sich wie Bewegung anfühlte, zu notieren.

Doch eine weitere Woche später begannen die Bewegungen unter meiner Haut. Ein merkwürdiger, sich langsam vergrößernder Pickel machte sich bemerkbar, der direkt neben meinem Ohr erschien. Er pulsierte, als ob etwas Lebendiges darin gefangen wäre.

Die Schmerzen im Ohr- und Stirnbereich wurden schlagartig unerträglich. Ich konnte wieder keinen richtigen Schlaf finden und in den dunklen Stunden der Nacht spürte ich, wie sich etwas in mir regte und nach Freiheit verlangte.

Eine weitere, schlaflose Nacht trieb mich schließlich vor den Badezimmerspiegel. Dieses unangenehme Kribbeln machte mich fast verrückt. Dort im blassen Licht meines Alibertschrankes sah ich es. Etwas versuchte aus dem Pickel zu krabbeln: Etwas Unfassbares, Unmenschliches. Man konnte richtig erkennen, wie der Pickel sich hin und her bewegte, fast so als ob er ein Eigenleben hätte und sich von mir trennen wollte.

Ohne nachzudenken griff ich nach einer Pinzette und riss den Pickel auf. Was dann geschah, kann ich kaum in Worte fassen.

Hunderte, vielleicht sogar Tausende von winzigen kleinen schwarzen Spinnen ergossen sich aus meinem Gesicht und aus meinem Ohr. Sie rannten und fielen regelrecht über meine rechte Körperhälfte herunter. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, als ich begriff, was in mir gewachsen war. Was sich fast ein halbes Jahr unter meiner Haut verborgen hatte, das mich seit Monaten mit Schmerzen quälte.

Schlagartig traf es mich buchstäblich wie ein Dampfhammer, als mir bewusst wurde, dass es eine Spinne war, die sich im Campingurlaub mit meinen Eltern anscheinend in mein Zelt geschlichen hatte. Sie musste nachts, als ich geschlafen hatte, durch den entzündeten Pickel an meinem Nacken in mich gekrochen sein. Das erklärte die kleinen Blutflecken auf meinem Kissen. Anschließend musste sie ihre Brut in mir abgelegt haben. Unzählige Spinneneier, die in meinem Körper gewesen waren und sich von mir ernährten.

Als diese Erkenntnis über mich hereinbrach, überkam mich der blanke Ekel und ich erbrach in mein Waschbecken. Kleine Spinnen fielen dabei auf mein Erbrochenes und vermischten sich damit.

Der Anblick war zu viel für mich und ich sank zu Boden. Die Dunkelheit einer Ohnmacht verschlang mich. Als ich wieder zu mir kam, waren meine Schmerzen verschwunden, doch nun sah ich, wie die Spinne das ganze Badezimmer eingenommen hatte. Sie krabbelten über die Wände, das Klo, das Waschbecken, den Duschvorhang. Überall krabbelten Sie herum und ich spürte Ihre Blicke auf mir. Das Gefühl des Ekels, gemischt mit Panik, ergriff mich und ich sprang auf, um aus der Wohnung zu rennen. Sowie ich auf meinen Füßen stand und anfing zu laufen, rutschte ich auf meinen Duschvorleger aus und fiel der Länge nach hin.

Ich schaute auf und erkannte, dass es für eine Flucht zu spät war. In einem atemberaubenden Tempo krabbelten die Spinnen auf mich zu. Ich konnte erkennen, dass sie einen fließenden, schwarzen Teppich bildeten, als sie auf mich zuströmten. Innerhalb weniger Sekunden spürte ihre kleine Beine auf meinem gesamten Körper. Sie krabbelten in die Öffnungen meiner Kleidung. Selbst vor meiner Unterhose machten sie nicht Halt und krochen in meinem Intimbereich. Ich hielt mir Mund, Nase und Ohren gleichzeitig zu und schloss meine Augen.

Überall spürte ich, wie Sie mich bissen und damit begannen, unter meiner Haut zu kriechen. Ich spürte, wie sie mich von innen heraus durch ihre Bewegungen quälten. Diese Schmerzen waren noch schlimmer als die Kopfschmerzen, die ich Monate lang ertragen hatte. Sie hatten sich über meinen Körper hergemacht, mich als ihren Wirt erwählt und mich für ihre nächste Brut auserkoren. Ich verlor erneut vor Schmerzen das Bewusstsein.

Als ich wieder erwachte, war das Bad in seinem ursprünglichen Zustand. Keine Spinne war zu sehen. Ich stand auf und schaute in den Spiegel. Ich sah, was die Spinnen mit mir getan hatten. Überall waren kleine Bisswunden und meine Haut pulsierte durch die Bewegungen der Spinnen in meinem Körper. Ich spürte, wie Sie sich in mich fraßen. Einen Moment später überkam mich der altbekannte Kopfschmerz und ich konnte das Licht in meinen Augen nicht mehr ertragen. Ich löschte das Licht und verließ das Badezimmer.

Ich ging in mein Schlafzimmer und holte mein Diktiergerät aus der Schreibtischschublade, um meine Geschichte für die Nachwelt aufzuzeichnen.

Tonaufnahme 1 – Ende!

Start Tonaufnahme 2

Ursprünglich hatte ich geplant, meinem Leben nach der Aufnahme ein Ende zu setzen, doch die Spinnen ließen dies nicht zu. Kurz bevor ich die erste Tonaufnahme beenden wollte, spürte ich ein Taubheitsgefühl in meinen Beinen.

Nun liege ich auf meinem Bett und spüre, wie sich die Spinnen immer mehr in mich fressen und die Kontrolle über meinen Körper übernehmen. Mittlerweile bin ich unfähig, meine Beine zu bewegen, und kann nicht mehr aufstehen. Um mein Leben selbst zu beenden, ist es zu spät, da meine Medikamente und andere Gegenstände nicht in Reichweite stehen oder liegen. So ergebe ich mich meinem Schicksal und hoffe, dass die Spinnen mich schnellstmöglich sterben lassen. Schmerzen verspüre ich zumindest mittlerweile keine mehr.

Ende Tonaufnahme 2!

Start Tonaufnahme 3

5 Tage sind seit dem Eindringen der Spinnen in meinen Körper vergangen. Die Tage verschwammen seitdem zu einer endlosen Nacht, da ich nicht mehr richtig sehen konnte. Ich liege noch immer in meinem Bett und verspüre keinen Hunger oder Durst. Ich dämmere vor mich hin und fühle, dass ich ein Nest für das Unheil, das in mir wohnt, bin. Die Spinnen herrschen über mich, über meine Gedanken, meinen Körper und über mein Leben. Ich kann nur noch meinen linken Arm selbstständig bewegen und, wenn die Spinnen es zulassen, sprechen, um meinem eigenen Gedanken Ausdruck zu verleihen.

Tonaufnahme Ende 3!

Start Tonaufnahme 4.

Ein Klopfen war an der Wohnungstür zu hören. Doch ich konnte mich nicht bemerkbar machen. Die Spinnen blockierten meine Stimmbänder und ließen keinen Ton aus mir herauskommen. Wenn mein Zeitgefühl mich nicht irren lies, dürfte es die Ärztin gewesen sein, die ihre wöchentliche Visite bei mir abhalten wollte. Ich hoffe, Sie verständigt meine Eltern und/oder die Polizei.

Die Spinnen übernehmen immer öfter die Kontrolle über mich. Sie lassen mich wissen, dass Sie mich lebend brauchen. Sie beherrschen meinen Körper und meine Gedanken von Tag zu Tag mehr. Mittlerweile lassen Sie zu, dass ich wiedersehen kann. Der Anblick, der sich mir bietet, ist unerträglich. Spinnen von klein bis gut 5 cm Größe krabbeln aus und in meinen Körper. Ich bin teilweise eingehüllt in einem Kokon aus Spinnennetzen. Überall in meinem Schlafzimmer sehe ich Spinnweben, die sich von meinem Körper über den gesamten Raum erstrecken. Ich friste meine Tage in der düsteren Höhle meines Elends. Mein Körper ist übersät mit Spinnen – Zehntausende von ihnen, ein lebendiges Grab, das mich versucht zu verschlingen.

Ende Tonaufnahme 4!


Polizeibericht:

Verfasser: Hauptkommissar Georg Mayer

Datum: 3. Februar 2024, Zeit: 14:22 Uhr.

Der Ort wird aus Datenschutzgründen und auf Wunsch der Hinterblieben nicht für die Öffentlichkeit veröffentlicht.

Tatort: Angeblich Verlassene Wohnung von Rayn – Sebastian Müller

Am 02.02.2023 erhielten wir von Frau Doktor Weigen, der behandelten Hausärztin von Herrn Müller, einen Hinweis über eine scheinbar verlassene Wohnung. Nach dem Bekanntwerden, dass der Patient von Frau Dr. Weigen seit einem halben Jahr an chronischen Kopfschmerzen leidet, befürchtete sie, dass Herr Müller sich etwas angetan haben könnte.

Sie informierte ebenfalls die Eltern von Herrn Müller, die einen Ersatzschlüssel für die Wohnung in Ihrem Besitz hatten. Bei dem Eintreffen von mir und meinem Kollegen Scholz kamen die Eltern ebenfalls in der Wohnung von Herrn Müller an. Da sie den genannten Ersatzschlüssel für die Wohnung dabei hatten, konnten wir mit dem Schlüssel, der uns von Frau Müller ausgehändigt wurde, uns ungehindert Zugang zur Wohnung verschaffen.

Befragungen der Nachbarn hatten ergeben, dass seit 7 Tagen keine Aktivität oder Geräusche in der Wohnung bemerkt wurden und sich ebenfalls zunehmend Sorgen um den Bewohner gemacht haben. Da die Nachbarn von der Erkrankung von Herrn Müller wussten, nahmen sie allerdings Rücksicht auf die Erkrankung und auf seine Situation und wollten ihn nicht belästigen.

Bei unserer Ankunft stellten wir fest, dass die Wohnung in einem Zustand der Verwahrlosung war. Dunkelheit herrschte in allen Räumen, und überall breiteten sich Spinnweben aus. Ein unangenehmer Geruch von Verwesung lag in der Luft.

Bei der Durchsuchung der Wohnung fanden wir die vermisste Person, Rayn – Sebastian Müller, mit Spinnweben gefesselt in seinem Bett. Sein Körper war übersät mit Spinnen und Spinnweben, und sein Gesicht zeigte Anzeichen von Verletzungen.

Aus seinen ersichtlichen Körperöffnungen krabbelten unzählige Spinnen. Womit jedoch niemand gerechnet hatte, war, dass Herr Müller zu diesem Zeitpunkt noch lebte. Er wurde umgehend in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht, wo sein Zustand als kritisch eingestuft wurde. Dort verstarb er allerdings wenige Stunden später an den Folgen der Verletzungen, die die Spinnen ihm über Tage zugeführt hatten. Ein Diktiergerät mit Aufzeichnungen der Stimme von Herrn Müller wurde in der Wohnung sichergestellt und oben bereits abgetippt.

Die genaue Ursache für das Ableben von Rayn-Sebastian Müller und den Zustand der Wohnung ist noch unklar, jedoch deuten die Umstände darauf hin, dass er längere Zeit in dieser Wohnung gefangen war. Möglicherweise stand er unter dem Einfluss von Drogen und psychischen Problemen.

Eine gründliche Untersuchung der Wohnung und eine forensische Analyse sind im Gange. Die Wohnung wurde vorerst versiegelt und wird zeitnah von einem Team von Kammerjägern von den Spinnen befreit. Wir hoffen jedoch, dass sich keine Spinne aus der Wohnung befreien konnte, als wir dies betraten. Wir haben die Nachbarn darum gebeten: Sollten Sie die Spinnen in Ihrer Wohnung sehen, uns sofort zu verständigen und die Spinnen zu beseitigen. Da wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht wissen, um welche Spinnenart es sich handelt, sind dies reine Vorsichtsmaßnahmen.

Der Fall bleibt vorerst offen, und weitere Untersuchungen werden durchgeführt, um die Hintergründe dieses tragischen Vorfalls aufzuklären.

Ende

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8 Kommentare

  1. Bin ich die einzige, die leichte Probleme mit der Zeitschiene hat?

    Zunächst einmal ein ganz dickes Dankeschön und Daumen hoch.🤗.👍

    Allerdings bin ich etwas verwundert, wie die Spinnen in weniger als einer Woche herangewachsen sind. Die Hausärztin kam ja wöchentlich und auch die Eltern haben sich gekümmert. Zuvor litt der Protagonist so eine lange Zeit, um sie „auszubrüten“.😵

    Mein zweites Problem ist das MRT, denn auf den Ergebnissen ist wirklich alles zu erkennen, was im Körper ist. Also hätte sich noch nicht einmal ein Spinnenbein verstecken können und erst recht keine ganze Armada dieser Krabbeltierchen.🤔

    Auch wenn dies wirklich als Meckern auf höchstem Niveau angesehen werden kann, möchte ich es gerne anmerken und vielleicht hat jemand eine Erklärung für diese Phänomene für mich.😁

  2. Es ist nur eine Geschichte und nicht allzu ernst zu nehmen.
    Zu 100 % genau recherchiere ich da nicht immer. Hauptsache ist doch, der Leser/Hörer fühlt sich gegruselt.
    Zumal es keine Spinnen gibt die im Körper überleben könnten.
    Migräne kann auch vom Rücken her kommen.

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