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Vergiss diesen Ort: Wo die Kinder warten

Kapitel 1 – Der Traum

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Vergiss diesen Ort: Wo die Kinder warten

Kapitel 1 – Der Traum

Die Ruine

Der Traum begann immer gleich.

Ich stand auf einem alten Waldweg. Über mir hing ein grauer Himmel, leblos und schwer wie Stein. Kein Vogel sang. Kein Wind bewegte die Bäume. Die Welt wirkte, als hätte jemand ihr jedes Geräusch genommen.

Vor mir erhob sich die Ruine.

Gewaltige Mauern ragten aus dem Nebel. Ein eingestürzter Turm zeichnete sich gegen den dunklen Himmel ab. Zwischen den Steinen wucherten Dornen und Moos, als hätte die Natur versucht, diesen Ort für immer zu verschlingen.

Und trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die Ruine lebte.

Dass sie auf mich wartete.

Mein Herz begann schneller zu schlagen, denn ich kannte diesen Ort. Irgendwo tief in meinem Kopf lag eine Erinnerung begraben. Eine Erinnerung, die ich seit Jahren verdrängte. Doch jedes Mal, wenn dieser Traum zurückkehrte, schob sie sich ein Stück weiter an die Oberfläche.

Dann hörte ich Kinderlachen.

Leise.

Fast verspielt.

Ich drehte mich um.

Zwischen den Bäumen standen drei Kinder. Regungslos. Der Nebel verdeckte ihre Gesichter.

„Hallo?“, rief ich.

Doch niemand antwortete.

Stattdessen begannen die Kinder langsam rückwärtszugehen. Schritt für Schritt bewegten sie sich in Richtung der Ruine, als wollten sie, dass ich ihnen folgte.

Und genau das tat ich.

Je näher ich kam, desto stärker wurde dieses Gefühl.

Es war nicht die Angst vor etwas Fremdem.

Es war die Angst vor etwas Bekanntem.

Die Angst, sich an etwas zu erinnern.

Die Kinder verschwanden durch einen alten Torbogen, und ich lief hinterher. Doch als ich die Ruine betrat, waren sie verschwunden.

Stille.

Eine Stille, die beinahe schmerzte.

Dann bemerkte ich eine Bewegung.

Tief im Inneren der Ruine.

Zwischen eingestürzten Mauern und zerbrochenen Säulen.

Zuerst hielt ich sie für einen Schatten. Doch dann bewegte sie sich.

Langsam.

Unnatürlich langsam.

Als würde sie nicht gehen, sondern über den Boden gleiten.

Die Gestalt war riesig. Größer als jeder Mensch. Ihre Umrisse verschwammen im Nebel, sodass ich nur ihre Augen erkennen konnte.

Zwei blasse Punkte in der Dunkelheit.

Vor ihr stand eine Frau.

Sie trug ein altes, zerrissenes Gewand. Ihr langes schwarzes Haar fiel wirr über ihre Schultern, während tiefe Narben ihr Gesicht durchzogen. Alte Narben. Als hätte jemand versucht, ihr Gesicht auszulöschen.

Sie stand regungslos da.

Den Kopf gesenkt.

Dann hob sie langsam ihren Blick.

Und sah direkt zu mir.

Ihr Lächeln ließ mir das Blut in den Adern gefrieren.

Nicht weil es böse war.

Sondern weil es wirkte, als würde sie mich kennen.

Als hätte sie jahrelang auf mich gewartet.

Hinter ihr bewegte sich die Kreatur lautlos weiter.

Ihre langen Arme reichten beinahe bis zum Boden, und auf ihrem Kopf ragten gewaltige Geweihe in die Dunkelheit.

Sie wirkte nicht wie ein Tier.

Nicht wie ein Mensch.

Sondern wie etwas, das niemals hätte existieren dürfen.

Etwas Altes.

Etwas Vergessenes.

Die Frau öffnete ihren Mund.

„Alex.“

Ihre Stimme hallte durch die Ruine.

„Du bist endlich zurück.“

Plötzlich hörte ich weitere Stimmen.

Kinderstimmen.

„Alex…“

„Alex…“

„Hilf uns…“

Dann traten die drei Kinder aus der Dunkelheit.

Ihre Kleidung war zerrissen.

Ihre Haut unnatürlich blass.

Und ihre Augen waren schwarz.

Nicht dunkel.

Nicht verschattet.

Schwarz.

Tiefer als die Nacht selbst.

In diesem Moment hob die Kreatur langsam ihren Kopf.

Ihre Augen richteten sich direkt auf mich.

Und ich wachte auf.

Mit einem Schrei fuhr ich hoch.

Mein ganzer Körper war schweißgebadet. Das T-Shirt klebte an meiner Haut, während mein Herz so heftig gegen meine Brust hämmerte, dass ich glaubte, es würde jeden Moment versagen.

Neben mir saß meine Frau bereits aufrecht im Bett.

„Schatz!“

Ihre Stimme zitterte.

„Schon wieder dieser Traum?“

Ich nickte nur.

„Ja.“

„Alex, das geht jetzt seit Wochen so.“

„Es ist nur ein Traum.“

Doch schon während ich es sagte, wusste ich, dass ich log.

Das war nicht einfach nur ein Traum.

Diese Ruine existierte.

Ich kannte sie.

Ich kannte jeden Stein.

Jeden Weg.

Jeden Winkel.

Auch wenn ich jahrelang versucht hatte, sie zu vergessen.

„Schlaf weiter“, sagte ich schließlich. „Es ist nur ein Albtraum. Wahrscheinlich wieder eine meiner Geschichten.“

Sie sah mich einen Moment lang besorgt an, bevor sie sich wieder hinlegte.

Doch ich blieb wach.

Meine Frau wusste nichts von der Ruine.

Sie kannte die schönen Geschichten aus meiner Kindheit.

Nicht diese.

Natürlich wusste sie, dass ich Autor war. Dass ich mein Leben damit verbrachte, Geschichten zu schreiben. Doch ich schrieb nicht über gewöhnliche Dinge.

Nicht über Verbrechen.

Nicht über Autounfälle.

Nicht über das Alltägliche.

Mich interessierten die Orte, über die Menschen nur flüsterten.

Verlassene Häuser.

Vergessene Friedhöfe.

Verfluchte Wälder.

Orte, an denen angeblich etwas geschehen war.

Seit meiner Kindheit jagte ich solchen Geschichten hinterher.

Doch die Ruine war keine Geschichte.

Sie war eine Erinnerung.

Eine Erinnerung, die niemals hätte zurückkehren dürfen.

Ich stand auf und trat ans Fenster.

Und dort sah ich sie.

Die Kinder.

Sie standen auf der anderen Straßenseite.

Regungslos.

Als würden sie auf mich warten.

Mein Kopf begann zu schmerzen.

Erst leicht.

Dann stärker.

Immer stärker.

Die Kinder starrten direkt zu mir.

Und plötzlich wusste ich es.

Das waren dieselben Kinder aus meinem Traum.

Ich trat einen Schritt zurück.

Mein Atem stockte.

Dann drehte ich mich um.

Und sah die Gestalt.

Sie stand regungslos im Türrahmen.

Dunkel.

Schweigend.

Beobachtend.

Ich wollte nach meiner Frau rufen.

Wollte schreien.

Doch kein Laut kam über meine Lippen.

Der Schmerz in meinem Kopf wurde unerträglich.

Meine Beine gaben nach.

Und alles wurde schwarz.

Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf dem Boden meines Schlafzimmers.

Meine Frau kniete neben mir und rüttelte an meinen Schultern.

„Alex! Wach auf!“

Langsam öffnete ich die Augen.

„Alex, was ist passiert?“

Mit ihrer Hilfe setzte ich mich auf.

Mein Kopf pochte.

Doch plötzlich erinnerte ich mich.

Nicht an den Traum.

An die Ruine.

„Ich erinnere mich“, flüsterte ich.

„Woran?“

Ich sah sie an.

Zum ersten Mal seit Jahren hatte ich Angst vor einer Erinnerung.

„Dieser Traum zeigt mir einen Ort aus meiner Kindheit.“

Sie schwieg.

„Einen Ort, den ich vergessen wollte.“

Der Regen begann gegen die Fensterscheiben zu trommeln.

„Einen Ort, den ich hätte vergessen sollen.“

Ich stand auf.

Die Kinder waren verschwunden.

Nur die Dunkelheit blieb.

„Es wird Zeit“, sagte ich schließlich.

„Zeit für was?“

Ich griff nach meinen Autoschlüsseln.

„Zeit, diese Geschichte zu schreiben.“

„Alex…“

„Und dafür brauche ich dich.“

„Wohin fahren wir?“

Ich blickte hinaus in die Nacht.

Dorthin, wo alles begonnen hatte.

„Zur Ruine.“

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