EigenartigesKreaturenPsychologischer Horror

Der Wächter unter dem schwarzen Wasser

Eine eisige Nacht auf hoher See. Keine Wellen, kein Wind – nur das Brummen der Dieselmotoren und eine riesige Gestalt, die lautlos um das Schiff kreist.

Achtung: Verstörender Inhalt

Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung oder Drogenkonsum. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die Angst oder Unbehagen erzeugen sollen. Wir empfehlen dir, diesen Text nicht zu lesen, wenn er dich belasten könnte.

Ich war damals Seefahrer. Ich kann mich noch erinnern, wie kalt es war und wie mir jedes Mal die Finger froren. Es war wieder eine dieser Nächte, die besonders unangenehm waren.

Meine Besatzung und ich erzählten uns Geschichten, um die Kälte erträglicher zu machen. Jeder sehnte sich danach, zu seiner Familie zurückzukehren. Aber wir mussten Nahrung für unser Dorf bringen, sonst hätten unsere Frauen und Kinder nichts zu essen gehabt.

Die Kälte wurde immer unerträglicher. Nun ja, ein paar Besatzungsmitglieder, die bei mir standen, blieben für mich wach.

Es war ungewöhnlich ruhig. Keine Wellen, kein Wind, sondern nur Frost.

Ich weiß nicht, ob ich mir das alles nur eingebildet hatte, aber plötzlich schwamm etwas um unser Schiff. Es sah aus wie eine Schlange, bestimmt zehn Meter lang und ziemlich dick.

Wir hatten es alle gemeinsam gesehen und darüber gelacht. Einer meinte, es sei kein Tier, sondern nur Treibholz.

Ich sah nach meiner Besatzung, um zu prüfen, ob die anderen schon schlafen gegangen waren.

Doch es war sehr komisch. Sie waren weg.

Ich schaute in jedem Zimmer nach, auch in unseren Gemeinschaftsräumen. Niemand war da. Ich hörte nur das Brummen unserer Dieselmotoren.

Panik kam in mir auf. Ich rannte schnell zur Kommandobrücke. Dort waren noch diejenigen, die bei mir wach geblieben waren: meine Frau und mein Kind.

Ich hatte Angst gehabt, dass auch sie verschwunden wären. Aber sie waren noch da.

Wir hatten kein einziges Besatzungsmitglied gefunden.

Mir kam es seltsam vor, wie sich meine Frau verhielt. Selbst mein Kind war anders. Ich kann es nicht beschreiben, aber auch ihr Geruch war verändert. Er war fischig. Sehr fischig, als hätten sie darin gebadet. Selbst mein dreijähriger Sohn roch so.

Aber ich ignorierte es und blieb weiterhin für sie da.

Dann bekam ich einen Morsecode: H. A. D.

Das waren die Initialen meiner Frau, mit denen sie sich bemerkbar machte, wenn sie meine Aufmerksamkeit wollte.

Es war ein merkwürdiges Gefühl. Sie war doch hier bei mir. Wie hätte sie mir das Morsezeichen geben können?

Aber jetzt war sie … nein. Es war wütend. Als wäre seine Tarnung aufgeflogen.

Meine Frau – oder ihre Gestalt – begann mit meinem Sohn zu verschmelzen. Auch er war eines von diesen Wesen.

Ich dachte, es wären die Aufputschmittel, die mir diese Dinge vorgaukelten. Aber es war echt.

Bis heute kann ich nicht beschreiben, was ich damals gesehen habe. Es hatte die Gesichter meiner Besatzung. Es war ein schleimähnliches Ding.

Es war laut. Ich bemerkte die Schreie meiner Besatzung und rannte schnell zum Rettungsboot.

Das Ding war schnell. Viel zu schnell. Mich wunderte, wie schnell es sich fortbewegte, obwohl es sich scheinbar nur langsam bewegte.

Ich hatte Angst, einzuschlafen. Die Schreie wurden immer lauter.

Ich wollte einfach nur raus.

Ich kannte einen Umweg, der zu den Rettungsbooten führte. Schließlich war ich angekommen. Ich konnte nichts von der Gestalt sehen.

Ich hatte Angst. Wirklich Angst.

Ich war froh, nicht weit von einem anderen Boot entfernt zu sein. Als ich es hörte, schoss ich mit der Leuchtpistole, um Hilfe zu bekommen.

Das Schiff kam näher.

Ich war an Bord.

Das Komische war: Es war mein eigenes Boot. Es war leer.

Ich ging zu den Schlafkabinen. Dort schliefen alle.

Ich blickte auf das Wasser, dorthin, wo ich hochgezogen worden war. Vom Rettungsboot war nichts zu sehen.

Aber da war sie wieder.

Die riesige Schlange, die um mein Schiff schwamm, als würde sie etwas beschützen.

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