SCP-030 – The Homunculus (Der Homunkulus)
Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung oder Drogenkonsum. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die Angst oder Unbehagen erzeugen sollen. Wir empfehlen dir, diesen Text nicht zu lesen, wenn er dich belasten könnte.
- Objekt-Nr.
- SCP-030
- Objektklasse
- Safe
- Freigabestufe
- 2/5
- Aktenführung
- Schattenzirkus
- Angelegt
- 13.10.2026

Besondere Sicherheitsmaßnahmen:
SCP-030 bewohnt auf Standort-58 eine Zelle mit Pult und Stuhl in seiner Größe, damit er arbeiten kann.
- Licht nach Bedarf, Nachtruhe 23 bis 6 Uhr. Den Schalter bedient nur die Wache, von außen, tagsüber nach seinem Wunsch. Die Nachtruhe verfügt die Standortleitung, damit die Prüfung seiner Arbeit nachkommt; er selbst braucht sie nicht. Nachtsichtkameras sehen auch im Dunkeln, und für den Notfall lassen sich Stahlrollläden schließen.
- Nie hinaus. Den Standort verlässt er unter keinen Umständen. Gefragt ist er, weil er Wegen folgt, die keine bekannte Wissenschaftsgeschichte kennt; Fragen gehen schriftlich an ihn. Sitzt jemand persönlich vor ihm, schreibt ein Zweiter mit.
- Alte Bücher. Er liest Erzählungen und Verse bis in die frühen 1620er-Jahre, aber keine moderne Physik oder Chemie: Sein Nutzen liegt darin, dass er sie nicht kennt.
- Keine Proben mehr: Was man ihm entnimmt, wächst nicht nach.
- Material nur auf Zuteilung, in festen Abständen und geprüft; was von der vorigen Lieferung übrig ist, geht zur Vernichtung, bevor Neues kommt. Zurzeit ausgesetzt, siehe Anhang.
- Peilsender am Rücken, damit er im Standort jederzeit auffindbar ist.
Beschreibung:
Kurz vor elf schreibt SCP-030 noch, die Feder in der grauen, haarlosen Hand, eine Antwort an die Chemie, auf Latein. Er misst 71 cm, doch Haltung und Bewegungen sind die eines alten Gelehrten. Sein Wissen steht etwa auf dem Stand des 17. Jahrhunderts; die Fachabteilungen fragen ihn trotzdem.
Über die Sprechanlage bittet er um eine Viertelstunde, wie jeden Abend, mit einer Stimme ohne Geschlecht und einem Englisch, wie man es heute nirgends mehr spricht. Die Wache verneint und fragt, woher er stamme. Sie fragt das jeden Abend und kann seine Antwort inzwischen mitsprechen. „Gute Nacht, Aldrith“, sagt sie, wie er angesprochen werden möchte, und dreht den Dimmer herunter.
Er braucht wenig: Eine Lampe ab 15 Lumen genügt, wenn sie höchstens anderthalb Meter entfernt ist. Sobald die Pultlampe erlischt, hält er mitten in der Zeile inne und sinkt zusammen. Das Nachtsichtbild zeigt bis zum Morgen keine Regung; atmen muss er ohnehin nicht. Dann ist er nur, was das Labor in ihm fand: Ton, wie er an seiner Fundstelle im Boden liegt, mit Spuren von Alraune und Quecksilber.
Um sechs geht das Licht an. Ein paar Augenblicke, dann hebt er den Kopf und greift nach der Feder, als hätte niemand das Licht gelöscht, und die Kamera sieht seine Augen, ein gleichmäßiges Blau ohne Iris und Pupille. Die Delle, die ihm die Pultkante in den Arm gedrückt hat, streicht er glatt, ohne hinzusehen. Nach elf dunklen Tagen während eines Umbaus war es nicht anders; er fragte nur nach dem Datum.
Anhang:
Vermerk der Sicherheitsabteilung: Warum seine Forschung ruht
In seiner Zelle lag ein Gerät, das gebündeltes ultraviolettes Licht abgibt, gebaut aus ein paar alltäglichen und natürlichen Dingen, darunter ██████████. Nachbauen kann es ohne ihn niemand. Es ist beschlagnahmt.
Im Rückblick passt einiges zusammen: ein paar versehentliche Sätze über Solarzellen in einer Beratung, später die abgelehnte Bitte um Magnesium, das er abbrennen wollte, um dessen Licht zu untersuchen. Die Forschung glaubt, er wolle Licht ohne Umweg in Strom verwandeln, auf einem Weg, den unsere Physik nicht vorsieht. Unsere Lesart ist einfacher: Wer sein Licht selbst macht, braucht unseren Schalter nicht mehr.
Zur Vertrauensfrage: Er hat einigen Forschenden eine seiner beiden unbekannten Sprachen beigebracht, sein Wörterbuch liegt beim O5-Rat. Als sein Peilsender einmal versagte, meldete er es selbst. Seine Hilfe bei der Reparatur lehnten wir ab.
Quelle Diese Akte beruht auf SCP-030 von Mulciber aus dem SCP Wiki (scp-wiki.wikidot.com/scp-030) und steht unter CC BY-SA 3.0.