
Ärger im Schauerkabinett
Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung oder Drogenkonsum. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die Angst oder Unbehagen erzeugen sollen. Wir empfehlen dir, diesen Text nicht zu lesen, wenn er dich belasten könnte.
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In Eile läuft ein Mann einen verlies ähnlichen Gang entlang und leuchtet mit seiner Taschenlampe immer von Raum zu Raum hinein. Er wirkt aufgeregt, hektisch und um Fassung bemüht. Die Räume haben keine normalen Fenster, sondern sind wie in einem Kerker aus dem Mittelalter mit Eisenstabgittern eingerichtet. Ihre Türen sind aus Buchenholz und haben kleine schmale Öffnungen, durch die man hindurchspähen kann.
Der aufgebrachte Mann mit der Taschenlampe, der ebenso ein Walkie-Talkie in seiner anderen Hand hält, flucht leise vor sich hin und wischt sich den Schweiß von seiner Stirn. Er heißt Kyle und gehört zum Personal einer Firma, die Führungen durch ein großes Gebäude anbietet. Eine Ausstellung für Strafen und Foltermethoden aus dem Mittelalter. Voll mit Schauergestalten und teuflischen Werkzeugen. Eigentlich sollte zu dieser Zeit eine weitere Gruppe von Touristen die Korridore passieren, doch es gab einen Zwischenfall und die Show musste abgebrochen werden. Und ohne Touristen wirken all die leeren Flure und Räume unheimlich, wie in einem Horrorhaus.
Neben Kyle gehört auch noch Molly und Ed zur Crew. Sie suchen einen verrückten Mann, einen Ausreißer, der seine Gruppe unerlaubt verlassen hatte und sich jetzt irgendwo herum treibt.
Es fing damit an, dass Molly, etwa 1 Stunde zuvor, eine kleine Gruppe übernommen hatte und sie durch die Kammern führte. Und eigentlich waren es Besucher, so wie Andere zuvor auch: Jugendliche, pubertierende Söhne und Töchter mit ihren Eltern, sowie Liebespaare. Für Kinder unter 13 Jahren war der Eintritt nicht erlaubt und es war so wie immer eigentlich.
Ein Typ war Anders als alle anderen und fiel auf. Er war groß und trug eine eigenartige Maske. Molly forderte ihn am Anfang der Führung noch freundlich vor allen Anderen auf, doch bitte diese Maske abzunehmen, aber er ignorierte ihre Bitte nur. Er lief immer als Letzter hinter der Gruppe her, aber es wirkte so, als wollte er das Gebäude auf eigene Faust erkunden. Molly, die immer die Attraktionen erklären musste, musste ihn immer im Auge behalten, damit er nicht abhaute. Und Molly, ein wunderschöner 23-jähriger Rotschopf, hatte es diesem Typen wohl angetan, weil er sie manchmal mit seinem Handy fotografierte. Überhaupt schien dieser Mann auf die ganzen Folterinstrumente total abzufahren, weil er wirklich fast alles fotografierte.
Molly war dann dabei der Runde zu erklären, wie das Verhör mit der Schraubbank funktionierte und zeigte auf eine Holzapparatur, auf der eine Menschenattrappe die Arme und Beine mit Ketten auseinandergezogen wurde. Sie merkte schon wieder, dass dieser Kerl sie erneut fotografierte, wurde dann aber von der Frage eines anderen Besuchers abgelenkt. Als Sie die Gruppe weiterführen wollte, bemerkte sie, dass der Mann weg war. Sie und die anderen Besucher der Gruppe suchten ihn zwar zuerst noch, aber er musste tiefer in das Gebäude gegangen sein, als Molly es für möglich hielt. Schließlich brach sie die Führung ab.
„Hätten wir doch nur Kameras! Wieso haben wir hier Keine installiert?“, fragte Kyle in sein Walkie-Talkie.
„Wäre jetzt wirklich sehr hilfreich“, antwortete ihm Ed, der zusammen mit Molly die Flure auf dem tieferen Stockwerk durchsucht.
Kyle kommt an einer Eisentür vorbei, die normal immer abgesperrt ist nun aber geöffnet war. Es ist ein Raum, in dem neben Brenneisenstäben und Zangen noch eine eiserne Jungfrau untergebracht ist, deren Klappen geschlossen sind. Kyle wischt sich den Schweiß von der Stirn und öffnet vorsichtig die Klappen, aber die Kammer ist leer. Aus dem Walkie-Talkie ertönt nun die Stimme irgendeines anderen alarmierten Mitarbeiters. „Hey Leute! Der Schlüsselbund mit allen Ersatzschlüsseln ist weg. Warum hat hier denn Keiner abgesperrt!?“
„Warum sind hier bitte keine Kameras!?“, motzt Kyle zurück. „Wir mussten NIE absperren“
Ed schaltet sich nun auch dazu und mischt sich ein. „Okay das hilft uns jetzt auch nicht weiter. Wir müssen jetzt diesen Typen finden“
„Wo steckt nur dieses Arschloch?“, fragt sich Kyle und sieht sich um. Dieser Typ muss alles angefasst haben, weil die Instrumente nun ungeordnet auf dem Tisch liegen.
Die Eisentüren sind schon sehr alt und durch den Rost kann man sie nicht mehr lautlos öffnen. Und so kann Kyle hören wie weiter weg von ihm eine Tür geöffnet wird. „Hallo ?!“, ruft er mit lauter Stimme und rennt durch einen schlecht beleuchteten engen Flur auf die andere Seite und bleibt vor einer geöffneten Eisentür stehen.
„Er ist Unten! Bei euch!“
Die Tür führt über eine schmale Treppe ins untere Stockwerk hinunter. Dieses Stockwerk ist eigentlich viel kleiner, aber trotzdem hören Molly und Ed keinen Ton des Eindringlings, obwohl sie nicht weit von der Treppe entfernt stehen. Sie halten Kyle sogar für den Mann, als dieser die Treppe ebenfalls runterrennt.
„Wo ist er hin? Habt ihr ihn nicht gesehn?“
„Nein…haben wir nicht“
Molly und Ed sind ebenfalls sehr angespannt und haben Schweißperlen im Gesicht.
„Das gibts doch Nicht!“, flucht Kyle.
„Er muss hier sein! Es gibt nur diese Treppe nach Oben“
Alle durchsuchen gemeinsam alle Räume, können ihn aber nirgendwo finden. Sie dachten, dass er womöglich nach Oben geflüchtet ist, bis sie Geräusche aus der Richtung einer anderen Eisentür vernehmen.
‚Betreten verboten! Zugang nur für Personal gestattet‘, steht auf einem Warnschild.
„Da Unten ist er in der Falle. Wir haben ihn“, sagte Ed.
„Was ist da Unten? Ich war dort noch Nie“, fragte Kyle. Molly weiß es ebenfalls nicht und schüttelt nur den Kopf.
„Nichts Besonderes. Nur Zeug, was wir nicht brauchen. Oder Sachen, die wir dort noch lagern“, antwortete Ed.
Als die Drei die lange Treppe hinuntergehen und Unten ankommen, können sie nicht fassen, was sie Sehen. Die Etage gleicht einem Schlachtfeld: Überall liegen künstliche Gliedmaßen von Menschenattrappen herum. Auch Verpackungen wurden zerstört und gewaltvoll aufgerissen. Sogar Lampen wurden eingeschlagen, nur eine Einzige funktioniert noch und war in Betrieb. Aus einem Raum, unweit von ihnen, hören sie ein schmerzverzerrtes Summen. Langsam gehen sie über abgetrennte Attrappenköpfe und aufgeschlitzten Kunststoff näher rein. Vor einem Zugang liegt auf dem Boden eine Zombiemaske, die Kyle schnell aufhebt und dann einen Blick hinein wirft. Unter einer Guillotine liegt jener Mann, den sie suchen, auf einer Trage gefesselt. Sein Kopf war in einer schwarzen Haube gefangen und eine, in einem schwarzen Gewand und mit schwarzen Handschuhen, gekleidete Attrappe hält die Schnur für die Fallbeilentriegelung in ihrer Hand.
Molly und Ed rennen zu dem Gefesselten, während Kyle der Attrappe die Schnur aus der Hand nimmt. Sie nehmen ihm die Haube ab und sehen, dass der Mund des Mannes mit einem Tape zugeklebt war. Als ihm Ed aber das Tape abreißt, fangen Beide plötzlich an zu Schreien. Denn der Mund des Mannes, sowie Teile seiner Wangen waren zu getackert. Er versuchte jedoch weniger sich von den Fesseln zu befreien, als die Drei auf Etwas aufmerksam machen zu wollen. Es ist nicht die Henkerattrappe auf die er mit einer Kopfdrehung aufmerksam macht, sondern auf den gegenüberliegenden Raum. Ed, der Molly in seinen Armen hält um sie zu beruhigen, hat Kyle im Auge, der langsam den Raum betritt, in dem etwas Großes steht, das unter einer Decke verhüllt war. Auf dem Boden liegt eine Tackermaschine, sowie ein großer Dolch.
Zitternd berührt er die Decke, reißt sie weg und starrt nur entsetzt…
„Wir… wollten dieses Ding auf den Schrottplatz bringen“, sagte Ed.
Ein Lächeln ziert das bleiche Gesicht einer großen, augenlosen Attrappe.
„Jemand hat sich mal beschwert, dass er von ihr berührt und erschreckt wurde“

