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Die alte Mine ist tabu

Teil 1: Das merkwürdige Dorf

Warnung vor Creepypasta

ACHTUNG: VERSTÖRENDER INHALT

Bitte beachten Sie, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung, Drogenkonsum, etc. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die oft dazu gedacht sind, Angst oder Unbehagen zu erzeugen. Wir empfehlen Ihnen, diesen Text nicht zu lesen, wenn Sie sich davon traumatisiert oder belästigt fühlen könnten.

Inhaltsangabe:

Kapitel 1: Umzug nach Bussardskrone

Kapitel 2: Begegnung im Wald

Kapitel 3: Was ist los mit diesem

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Kapitel 1: Umzug nach Bussardskrone

„Nicht mehr lange, dann sind wir in unserem neuen Zuhause“, sagte Vivien Drechsler zu ihren Kindern, während sie mit ihnen durch den Harz fuhr.

„Oh ja, wir können es kaum erwarten“, antworte Ihr ältester Sohn Kirian sarkastisch.

„Jetzt sei nicht so negativ. Natürlich, es ist nicht Frankfurt, aber dort habt ihr jede Menge Natur.

Ich habe einen Job und wir haben dort ein Zuhause. Ihr müsst euch darauf einlassen. Das neue Haus ist auch wirklich schön.“

„Haben wir schnelles Internet? Wenn schon nichts los ist, will ich online was machen können.“

„Ja Finn, wir haben tatsächlich eine Glasfaserleitung und 1000 Mbit. Du wirst schon nicht von der Außenwelt abgeschnitten. Aber gerade du solltest mehr rausgehen, spielst immer nur an der PS5 und stopfst Süßigkeiten in dich rein“, schollt Vivien ihren jüngsten Sohn. Langsam war sie auch richtig genervt. Sie freute sich schon auf Bussardskrone, ihre Kinder dagegen gar nicht. Umzüge waren immer anstrengend, aber mit Pubertierenden wurde es zur Tortur. Leticia war gerade sechzehn und Finn vierzehn Jahre alt, da hatte sie nichts anderes erwartet, aber von Kirian war sie etwas enttäuscht. Ihr ältester wurde bald achtzehn und hätte ruhig etwas unterstützen können.

Die nächsten Minuten blieben alle ruhig, alle waren genervt. Dann kam schon das Ortsschild. Bussardskrone war ein Dorf im Hartz, wie sich die Kinder es vorgestellt haben. Wirklich interessant fand es keiner von ihnen. Dann waren sie bei ihrem neuen Zuhause. Immerhin, es war tatsächlich ein schönes großes Haus.

„Da wären wir. Das Haus ist doch wirklich schön, oder Kinder?”

“Zumindest wenn es dort wirklich schnelles Internet gibt.“

„Du bist echt ein hoffnungsloser Fall, Finn. Egal, wollt ihr euch das Haus anschauen? Die Sachen auspacken können wir danach.“

„Ja sehen wir uns die Zimmer an. Können wir entscheiden, wer welches kriegt“, stimmte Kirian zu. Leticia und Finn nickten zustimmend. Sie gingen ins Haus, welches immerhin zwei Obergeschosse und acht Zimmer hatte. Dazu gab eine große Küche mit Esstisch und drei Badezimmer. Gerade für die waren alle dankbar, hatten sie in der Vergangenheit oft genug einen Stau erlebt, vor dem einen Bad in der alten Wohnung. Es gab auch einen Keller, ein Dachgeschoss und einen großen Garten. Alles in allem war es ein schönes altes Fachwerkhaus und alle wurden warm damit, selbst Leticia.

„So habt ihr euch eure Zimmer ausgesucht?“, alle nickten.

Einige Kartons standen schon in der Wohnung. Vivien hatte einige vorab hingebracht, da der Sprinter nicht genug Platz bot, alles auf einmal zu transportieren. Bald hatten sie den Sprinter ausgeräumt und begannen die Kartons auszupacken. Plötzlich klingelte es an der Tür.

“Kirian, gehst du an die Tür.”

“Ja, mach ich.”

Kirian öffnete die Tür und ein etwa 60 Jahre alter Mann stand vor ihm.

„Kommt Kinder, begrüßt bitte den Bürgermeister”, Leticia und Finn gesellten sich dazu, jeder grüßte freundlich.

„Wir fühlen uns wirklich geehrt von Ihrem Besuch. Wollen Sie vielleicht auf einen Kaffee reinkommen, ich habe die Maschine gerade ausgepackt.“

„Die Ehre ist ganz meinerseits Frau Drechsler, in unserem 250 Seelenort ist jeder Zuwachs etwas Besonderes. Leider kann ich nicht lange bleiben. Wir können die Tage ja noch mal reden.“

„Ich verstehe, ich muss ja sowieso Montag im Rathaus vorbeikommen, dann können wir ja miteinander reden.“

„Sehr gern, dann bis Montag, Frau Drechsler.“

„Bis Montag.“

Der Bürgermeister ging wieder. Im ganzen Gespräch hat Herr Meinhardt freundlich gewirkt und gelächelt, aber irgendwie war Kirian ein kalter Blick aufgefallen. Es schien ihm ein falsches Lächeln zu sein. Allerdings ging Kirian davon aus, dass das typisch für einen Bürgermeister ist. Ein Würdenträger hat Pflichten zu erfüllen und höflich zu sein, da passierte so etwas..

Ich bringe morgen den Sprinter zurück, ich will nicht zu spät ins Bett. Wir haben eh Zeit zum Auspacken. Ihr könnt euch morgen gern die Gegend ansehen“, sagte Vivien zu ihren Kindern und alle nahmen Abendbrot zu sich und gingen zu Bett.

„So, ich fahr gleich los. Ihr könnt euch gern das Dorf anschauen. Der Kühlschrank ist voll, falls ihr etwas anderes haben wollt, müsst ihr leider außerhalb suchen. Bussardskrone hat leider keinen Laden, etwa drei Kilometer von hier gibt es eine Tankstelle, an die angeschlossen ist. Die Leute aus den umliegenden Dörfern kaufen dort ein. Hinter unserem Garten gibt es einen kleinen Pfad durch die Wälder.

Übrigens, wenn ihr in die Wälder geht, dann bitte gemeinsam. Es gibt Wildschweine, Luchse wurden im Harz auch wieder angesiedelt und es sollen zuletzt auch Wölfe gesehen worden sein. In der Regel sind die Tiere scheu und meiden Menschen. Allerdings manchmal bemerken sie die Menschen nicht sofort und werden erschreckt. Dann können diese Tiere aggressiv werden, vor allem wenn sie Jungtiere haben. Eine Gruppe bietet besseren Schutz.“

„Tun wir Mama.“

„Gut, ich hab euch lieb.

Sie entschieden, zuerst zum Laden zu fahren. Es war eine kurze Tour mit Rad, die nicht spektakulär war. Im Laden gab es auch nur eine begrenzte Auswahl.

Als sie zurück waren, machten sich die Kinder daran, Bussardskrone und die umliegenden Wälder zu Fuß zu erkunden. Sie schlenderten durch die Straßen und bemerkten, dass die Bewohner sie aufmerksam musterten.

„Seht ihr, wie die uns anglotzen?

Einige gucken, als wären wir Frischfleisch.“

„Ach, die tun nichts.”

“Kann ich euch helfen?“, hörten sie auf einmal jemanden mit einem leichten russischen Akzent sagen, der hinter ihnen war.

„Nein, wir sind neu hierhergezogen, aber danke für das Angebot“, antwortete Kirian etwas verwundert. Der Mann wirkte komisch. Er schaute die Kinder, vor allem Finn, sehr seltsam an. Irgendwie wurde ihnen mulmig.

„Ah, ihr seid die Neuen. Da ist eine ganze Familie gekommen. Das ist schön, wir sehen hier so selten neue Menschen.“

„Oh, ich verstehe. Kommt nicht alle Tage vor, dass jemand hier einzieht“, meinte Kirian leicht nervös.

„Ja, leider kommt das selten vor. Soll ich euch nicht herumführen?”

“Wir möchten den Ort selbst entdecken. Wir sehen uns bestimmt noch mal“, wollte Kirian Sergej abschütteln.

„Seid ihr sicher? Ich kenne ein paar schöne Orte hier“, kam es penetrant von Sergej. Im Moment war allen Kindern mulmig. Sie fanden das etwas unheimlich.

„Lass doch die Kinder in Ruhe. Die wollen die Bussardskrone auf eigene Faust entdecken.“

„Ich verstehe Herr Bürgermeister. Ich wollte nur helfen.“

„Das weiß ich doch, aber die Kinder haben sich entschieden.

“Sie haben recht. Tut mir leid, habt noch viel Spaß meine Lieben“, antworte er hastig und beeilte sich zu gehen. Die Kinder hatten das Gefühl, er hatte Angst vor dem Bürgermeister.

„Danke, Herr Bürgermeister!”

“Sergej ist so. Da muss ich ihm gut zureden, dann geht es auch schon. Muss an seiner russischen Mentalität liegen, oder so. Wir haben hier die verschiedensten Nationalitäten, alle verhalten sich anders. Wir sind für die bestimmt auch seltsam.“

„Viele Nationalitäten?”

“Wisst ihr, ich habe nach der Wiedervereinigung diesen Ort neu aufgebaut. Einen Ort, wo man gut sein Leben in Ruhe verbringen kann. Ich fand Bussardskrone und wollte das Dorf wiederbeleben. Es waren nicht so viele Deutsche, die hierherkommen wollten. Da habe ich mich im Ausland umgeschaut nach potenziellen Bewohnern. Mir liegt Bussardskrone wirklich am Herzen. Es würde mir das Herz brechen, wenn der Ort tot wäre.“

„Ich verstehe. Dann müssen Sie viel Geld haben. Einen Ort so wie aufbauen zu können.”

“Man tut, was man kann. Ich habe es jedenfalls nicht bereut.”

Sie gingen jetzt in die umliegenden Wälder. Alle brauchten ein wenig Pause von den merkwürdig guckenden Menschen im Dorf.

“Ich hoffe, wir haben nicht viel mit denen zu tun.“

„Gut, ich dachte schon, ich wäre die Einzige, die sich nicht wohl fühlt.“

„Die Leute sind wirklich nicht ganz normal, aber immerhin sind die Wälder ganz cool. Erinnert mich an unsere Camping-Touren mit Papa. Ich glaube, Papa würde es hier gefallen. Ich wünschte, er wäre auch hier.“

„Lass das Finn. Unser Vater hat uns verlassen vor vier Jahren. Seitdem haben wir nichts mehr von ihm gehört, er zahlt nicht mal Unterhalt.”

“Ja, aber er ist unser Vater. Ich denke manchmal noch an ihn.”

“Das tue ich manchmal auch. Ich dachte, er liebt uns und dann verschwindet er einfach. Das hat mich getroffen”, sagte Kirian bitter.

„Das hat uns alle getroffen, dich, Finn und mich.”

“Immerhin gefällt es Mama hier, vielleicht sollten wir uns für sie freuen”, meinte Finn.

“Stimm, seitdem sie hier ist, hat sie Spaß“, bestätigte Leticia die Feststellung.

„Guckt mal, da ist ein Zaun“, bemerkte Finn plötzlich. Ein weitläufiges Gebiet war abgesperrt. Überall waren Schilder am , welche Gefahr auswiesen und das Betreten verboten. Die Gruppe ging etwas den entlang und wunderte sich, was das wohl für ein Gelände ist.

Die Stollen sind einsturzgefährdet, das Betreten ist streng verboten. Außerdem wurden die Lagerhallen davor zu einem Logistikzentrum umgebaut. Dort ist nur Personal der Zugang gestattet.“

„Alles klar, wir werden keinen Ärger machen. Wir waren nur neugierig.“

„Gut, jetzt wisst ihr, was das für ein Ort ist.”

Aber er wollte Ärger vermeiden und er bekam wirklich Hunger, also gingen sie nach Hause.

Kapitel 2: Begegnung im Wald

Mittlerweile waren die Kinder schon acht Tage in Bussardskrone. Am nächsten Montag sollten die Kinder wieder in die Schule gehen. Da in Bussardskrone nur eine kleine Grundschule war, würden sie auf ein Gymnasium in Halberstadt gehen. Halberstadt war die nächste halbwegs größere Stadt. Bevor sie wieder zur Schule mussten, wollten die Kinder sich noch mal die Wälder genauer anschauen.

„Wir sind schon eine Weile unterwegs. Nicht das wir uns verlaufen.“

„Mach dir keine Sorgen, Finn. Kirian und ich kennen den Weg.“

„Wenn ihr meint. Ich hoffe, ihr irrt euch nicht. Wäre scheiße, wenn wir uns hier verlaufen.”

„Mach dir nicht ins Hemd. Leticia hat recht, wir kennen den Weg. Es gibt hier einige Orientierungspunkte. Mit denen kann man auch immer eine Straße finden und notfalls dort zurückfinden.“

„Ich weiß nicht, für mich sieht hier alles gleich aus.“

„Weil du einfach keinen Orientierungssinn hast“, kam es ein wenig geringschätzig von Leticia.

„Brauchst mich ja nicht gleich beleidigen. Wenn ihr den Weg kennt, ist ja alles gut.“

„Ich freue mich morgen auf die Schule. Endlich mal ein anderer Ort als diese öden Wälder.”

„Wir wissen, das du es hier hasst. Hab etwas Geduld, die Zeit hier geht vorbei.“

“Du hast gut reden. Du machst bald dein Abi und kannst dann verschwinden. Finn und ich haben noch ein paar Jahre hier in der Wildnis.“

„Manchmal bist du eine echte Zicke.“

„Ach komm, du weißt, dass ich Recht habe. Was will man hier bitte machen. Hier gibt es nichts als Bäume, Berge und ein paar Hinterwäldler.“

„Das ist ein bisschen hart. Ich finde die Gegend schon schön.“

„Du bist ja auch ein Langweiler. Was meinst du Finn, hast du Bock auf diese scheiß Wälder?“

„So scheiße finde ich die gar nicht. Du bist doch auch mitgekommen.“

„Ja zu Hause ist es noch unerträglicher. Es gibt einfach gar nichts in Bussardskrone. Und ist euch aufgefallen, wie wenig Frauen dort sind? Ich habe zwei oder drei Mal eine gesehen. Wenn ich die gegrüßt habe, haben die sich gleich umgedreht und sind weggegangen. Ich wette, deren Männer sind alles altmodische Vollpfosten, die regelmäßig ihre Frauen schlagen. Kinder sehe ich auch fast keine im Dorf. Dabei soll es ein paar Familien geben. Immerhin haben die hier ja auch eine Grundschule. Die dürfen bestimmt nicht raus. Ich wette die Väter sperren sie ein. Ihr habt doch auch gesehen, wie die uns angucken. Das sind doch alles Psychos. Vor allem Sergej ist unheimlich, manchmal denke ich, der verfolgt uns.“

„Das bildest du dir ein. Diese Dorfies sind einfach etwas komisch, mehr nicht“, erwiderte Kirian.

„Darauf kannst du wetten, diese Dorftrottel sind auf jeden Fall etwas komisch.“

„Sag so was besser nicht, wenn die in der Nähe sind. Wir wollen keinen unnötigen Ärger.“

„Ach komm schon, Kirian. Ich sage meine Meinung ja nur hier in den Wäldern. Zu Hause will die eh keiner hören. Außerdem haben wir so schon Ärger, wir müssen am Arsch der Welt leben.“

„Immerhin haben wir schnelles Internet zu Hause. So sind wir wenigstens online“, meinte Finn.

„Ist ja auch das Mindeste. Ohne das Glasfasernetz wären wir komplett abgeschnitten von der Zivilisation. Ein vernünftiges Handynetz haben die nicht. Ich habe fast nirgendwo Empfang mit meinem Handy.“

„Du kannst auch echt nur meckern. Das ist wirklich das Verhalten einer Zicke, Leticia“, meinte Kirian lakonisch.

„Besser eine Zicke als so ein Dorftrottel. Ihr habt vielleicht euer Leben aufgegeben, ich nicht.“

Plötzlich hörten die Kinder etwas. Die Büsche raschelten und eine Frau viel vor ihnen auf den Weg. Sie sah ziemlich heruntergekommen aus. Die Frau war schmutzig, ihr Kleid war voller Risse. Sie selbst hatte auch einige blaue Flecke, Schürf- und Schnittwunden. Die Kinder waren erschrocken. Auch die Frau war verängstigt. Sie brabbelte etwas in einer Sprache, die sie nicht verstanden. Kirian löste sich als erster von seinem Schreck.

„Können wir Ihnen helfen. Sprechen Sie unsere Sprache?“

Die Frau schien Kirian nicht zu verstehen. Sie brabbelte immer Worte, die die Kinder nicht kannten. Offensichtlich stand sie unter Schock und schien auch kein Deutsch zu sprechen.

„Bitte haben Sie keine Angst. Wir können ihnen helfen“, wollte Kirian sie beschwichtigen und näherte sich ihr vorsichtig. Allerdings schrie die Frau voller Angst auf und rannte davon. Offensichtlich war sie so verstört, dass es schwer war, sie nicht zu verschrecken.

„Wollen wir ihr hinterherrennen?“, fragte Leticia Kirian.

„Nein, wir gehen zum Dorfpolizisten. Der wird nach ihr suchen. Lassen wir das die Profis machen. Die wissen, was sie tun. Vielleicht ist die Frau durchgeknallt, außerdem müssen wir uns um Finn kümmern. Finn, geht es dir gut?“

Finn brauchte einen Moment. Er war erstarrt. Von den Geschwistern hatte er den größten Schreck bekommen. Langsam löste sich der erste Schock.

„Ja, es geht. Gehen wir zur Polizei, die Frau macht mir Angst.“

„Gut, lasst uns zurückgehen und Bescheid geben. Wir waren für heute genug in den Wäldern.“

Die Kinder gingen zurück und begaben sich in die Station des Dorfpolizisten.

„Wie kann ich euch helfen? Ist euch etwas passiert?“, fragte der Dorfpolizist Kirian.

„Uns geht es gut. Wir waren vorhin in den Wäldern. Da ist uns eine komische Frau über den Weg gelaufen. Wir glauben, sie hat Probleme.“

„Eine komische Frau mit Problemen?“

„Ja, die Frau war komplett dreckig und hatte blaue Flecken und Kratzer. Ihre Kleidung war zerrissen. Sie schien ziemlich verwirrt zu sein.“

„Inwiefern war sie verwirrt.“

„Die Frau war total verängstigt. Sie hat auch etwas gesagt, was wir nicht verstanden haben. Ich glaube, sie kann kein Deutsch.“

„Hmm, wo habt ihr die Frau gesehen?“

„Wir sind in den Wäldern gewesen, die sich unter der alten Mine befinden. Ich denke so etwa 30 Minuten zu Fuß.“

„Wie alt war die Frau und könnt ihr genauer beschreiben, wie die Kleidung aussah?“

„Schwer zu sagen, ich denke vielleicht 25 Jahre alt, ich weiß es nicht genau, aber ich glaube sie war jung. Die Kleidung war ziemlich zerrissen, ich denke, es war mal ein weißes Kleid. Mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Lange haben wir sie auch nicht gesehen. Als wir ihr Hilfe anboten, ist sie weggerannt.“

„Gut, ich werde eine Suche nach der Frau veranlassen. Bitte haltet euch erst mal aus diesen Wäldern fern. Wenn diese Frau geistig verwirrt ist, weiß man nicht, wozu sie in der Lage ist. Ihr seid auch wirklich in Ordnung, oder? Dein Bruder sieht etwas mitgenommen aus.“

„Ja, wir haben einen Schreck gekriegt. Finn braucht etwas länger, um das wegzustecken, aber ich glaube, es geht schon besser, oder was sagst du Finn?“

Finn nickte schweigend. Ganz wohl war im nach dem Erlebnis offensichtlich noch nicht.

„Bist du sicher, Finn?“, fragte der Polizist. „Falls du doch etwas Hilfe brauchst, holen wir jemanden.“

„Es geht schon“, meinte Finn knapp.

„In Ordnung, ich bringe euch nach Hause. Ich denke, ihr solltet das Erlebte erst mal dort verarbeiten. Vielleicht habe ich auch noch Fragen, dann komme ich vorbei. Eure Mutter ist doch auch da, oder? Ich muss ihr mitteilen, was vorgefallen ist.“

„Ich denke schon“

„Gut, ich bringe euch schnell hin und kümmere mich dann um einen Suchtrupp.“

Der Polizist brachte die Kinder nach Hause. Lange liefen sie nicht, die Wache war nur etwa drei Gehminuten entfernt. Er informierte kurz ihre Mutter und machte sich dann daran, die Menschen im Dorf zu organisieren, für die Suche. Finn schaute aus dem Fenster und merkte, das einige Passanten finster zu ihrem Haus blickten. Was ist los mit denen? Haben wir was Schlimmes gemacht?, dachte Finn verwundert.

„Finn Liebling, kommst du?“

„Ja Mama.“

„Dir geht es doch gut, oder?“

„Ja, es geht Mama.“

„Du kannst morgen zur Schule, oder soll ich dich krank melden?“

„Nein, es geht schon.“

„Gut, dann bringe ich euch morgen alle zur Schule, außer jemand von euch hat doch etwas.“

„Nein, es geht schon, meinte Kirian. Leticia nickte zustimmend, auch wenn sie etwas verwundert war. Ihre Mutter war generell eher kühl, aber diese Angelegenheit hatte sie doch etwas schnell abgetan.

Kapitel 3: Was ist los mit diesem Ort

Seit der Begegnung mit der verwahrlosten Frau waren jetzt drei Wochen vergangen. Die Suche wurde aufgegeben, da die Frau nicht gefunden werden konnte. Man vermutete, dass sie längst die Gegend verlassen hatte. Die Kinder lebten sich währenddessen ein in ihrer neuen Schule. Vor allem Leticia verstand sich gut mit ihren neuen Klassenkameraden. Sie hatte eine neue Clique gefunden und verstand sich vor allem mit Anna Heinke sehr gut. Mit ihrer neuen Freundin war sie so oft unterwegs, wie es nur ging. Zumindest wenn sie in Halberstadt war. Da Vivien Drechsler ihre Kinder heute später abholen kam, gingen beide einen kleinen Schaufensterbummel machen.

„Sag mal, Leticia, ihr wohnt doch in Bussardskrone?“

„Ja, wieso fragst du?“

„Stimmt es eigentlich, dass die Menschen dort echt seltsam sind? Die Leute reden über das Dorf.“

„Die Menschen sind komisch da, das kannst du echt laut sagen. Man schaut uns da immer so komisch an. Ich sehe auch kaum Frauen und Kinder dort, die bleiben meistens zu Hause. Du siehst da fast nur die Männer.“

„Echt? Haben die überhaupt Frauen und Kinder, oder sind das alles Incels?“

„Was sind Incels?“

„Du kannst sie auch Loser nennen. Es sind Männer, die unfreiwillig keinen Sex haben, weil die keine abkriegen.“

„Ich weiß nicht, manchmal sieht man ja doch Frauen, aber meistens nicht auf der Straße. Gelegentlich im Garten oder durch ein Fenster im Haus. Die Frauen sind auch komisch. Ich habe schon mal versucht, welche zu grüßen. Die haben mich einfach ignoriert, manchmal sich auch umgedreht und sind in eine andere Richtung gegangen. Ich glaube, die Männer schlagen ihre Frauen dort. Die reden nicht, wenn ihr Mann es nicht erlaubt.“

„Krasse Scheiße, ihr seid ja wirklich bei den Oberpsychos gelandet. Es gibt ja schon lange Gerüchte über diesen Ort. In den umliegenden Dörfern glauben einige, dass es dort eine Sekte oder so was in der Art gibt. Selbst hier in Halberstadt reden einige über die Leute dort.“

„Das wusste ich noch gar nicht.“

„Glaub mir, die sind immer wieder Gesprächsthema. Die Bewohner von Bussardskrone sieht man nicht oft außerhalb. Oft sind die so still und schauen die Leute merkwürdig an.“

„Jetzt, wo du es sagst, leuchtet schon ein. Der Bürgermeister meint, es liegt daran, dass es so viele Nationalitäten gibt bei uns. Die verhalten sich einfach nur für uns komisch, da sie aus anderen Kulturen kommen, aber ich glaube, das ist Quark. Ich komme aus Frankfurt, dort gibt es auch Menschen aus vielen Kulturen, die benehmen sich meistens trotzdem normal.“

„Vielleicht hat er ja was zu verbergen.“

„Würde mich nicht wundern. Ich gehe in Bussardskrone nicht gern vor die Tür. Meine Mutter fühlt sich da irgendwie wohl, ich weiß echt nicht warum. Ich finde, dort leben voll die Creeps.“

„Ist die blind, oder was ist los mit ihr?“

„Ich weiß es auch nicht, sie war aber auch schon immer etwas seltsam. Als wir nach Bussardskrone umzogen, haben wir sie das erste Mal richtig euphorisch erlebt. Sonst ist sie oft wie ein Roboter.“

„Vielleicht haben die ihr eine Gehirnwäsche verpasst. Ich meine, warum zieht man überhaupt dahin. Gibt es dort denn überhaupt gute Jobs?“

„Schlecht verdient sie nicht. Sie ist Biologin und untersucht die Pflanzen- und Tierwelt für die Umweltbehörde. Sicher, es gibt bessere Jobs, aber das Geld geht schon.“

„Aber muss man dafür in Bussardskrone wohnen?“

„Ich glaube nicht. Irgendwie findet sie es toll da. Gut, wir haben ein echt großes und schönes Haus, hat sie wahrscheinlich billig bekommen dort.“

„Ich würde lieber in einer Einzimmerwohnung hier leben. In einem Dorf mit so vielen komischen Leuten finde ich es unheimlich, egal wie groß das Haus ist.

„Denkst du ich nicht? Wäre sie wenigstens hier nach Halberstadt gezogen. Hier kann man noch ein bisschen was machen. In Bussardskrone kannst du nur in die Wälder gehen. Dann weißt du nicht mal, wenn du da triffst. Vor ein paar Wochen war da eine komische Frau.“

„Eine komische Frau?“

„Ja, die war total dreckig, sie hatte blaue Flecke, Kratzer und Risse in der Kleidung. Verstehen konnten wir sie auch nicht. Kam wahrscheinlich nicht aus Deutschland.“

„Alter, davon habe ich ja noch gar nichts gehört.“

„Ja, die Frau ist schnell abgehauen. Wir haben dem Dorfpolizist Bescheid gesagt. Er hat dann eine Suchtruppe losgeschickt, um sie zu finden.“

„Einige glauben ja, in Bussardskrone leben Satanisten, die Menschen opfern. Was ist, wenn es wirklich eine satanistische Sekte ist und die Frau sollte geopfert werden? Vielleicht ist sie ja entkommen?“

„Meinst du wirklich?“

„Ja, einige glauben, die verstecken ihre Opfer in der alten Mine, die schon lange geschlossen ist.“

„Ich weiß nicht, dies klingt echt weit hergeholt.“

„Du sagst doch selbst, wie komisch die Typen dort sind. Vielleicht kann man mehr herausfinden, wenn man die Gegend checkt wo ihr die Frau gefunden habt. Die alte Mine soll viele Stollen mit einer Menge Zugängen haben. Vielleicht gibt es dort einen vergessenen Zugang in der Nähe, den man checken kann.“

„Glaubst du wirklich? Ich denke, da gibt es nichts.“

„Wenn es nichts dort gibt, brauchen wir ja auch keine Angst haben, ansonsten finden wir vielleicht etwas.“

„Mama will nicht, dass wir dorthin zurückgehen. Nicht, dass die Frau noch dort ist.“

„Ach was, die ist schon längst weg, sonst hätte der Suchtrupp sie doch schon gefunden. Wir machen es dann, wenn ihr sturmfreie Bude habt.“

„Willst du das wirklich tun? Ich habe keine Lust, dort umzukommen. Man hat uns gewarnt, dass die Stollen einsturzgefährdet sind. Manchmal stehen die auch unter Wasser.“

„Wir müssen ja nicht gleich reingehen. Es reicht doch zu schauen, ob es da überhaupt einen Tunnel gibt. Ich weiß auch, dass alte Minen gefährlich sind. Es gibt hier überall alte Minen und Baugruben, die unter Wasser stehen und ein Einsturz droht. Aber reingehen tun wir nicht, oder falls doch nur, wenn wir uns sicher sind, dass nichts passiert.“

„Ok, ich frag meine Brüder, ob sie dabei sind. In zwei Wochen ist Mama auf einer Konferenz in Kopenhagen. Ich sage ihr, du übernachtest bei mir über das Wochenende.“

„Super, dann schauen wir, was wir dort finden.“

Leticias Mutter hatte zugestimmt, dass Anna bei ihnen übernachten durfte. Insgeheim sprach Leticia auch mit ihren Brüdern, ob die dabei wären. Beide waren skeptisch. Nach etwas Überzeugungsarbeit war aber Kirian mit von der Partie, er war auch etwas neugierig. Finn wollte lieber zu Hause bleiben. Ihm war die eine Begegnung mit der Frau genug. Es war Freitag Abend. Das Wochenende an Vivien Drechsler zur Konferenz fuhr, war angebrochen und es klingelte an der Tür.

„Ah, hallo Anna.“

„Hallo Frau Drechsler.“

„Leticia und die anderen sind in der Küche, komm doch rein.“

„Vielen Dank“

Anna betrat das Haus und ging zu den anderen in die Küche. Vivien Drechsler sprach noch mit Annas Eltern an der Tür, um alles abzuklären. Dann kamen sie mit Vivien kurz in die Küche.

„So Liebes, wir holen dich Sonntag gegen 18:00 Uhr ab.“

„Alles klar, Papa.“

„Ich wünsche dir und deinen Freunden viel Spaß.“

„Danke, werden wir haben, Mama.“

„Gut, dann bis Sonntag“, verabschiedete sich Anna Vater von ihr.

„Bis Sonntag.“

Anna’s Eltern gingen wieder und Vivien Drechsler bereitete sich auch auf ihre Abfahrt vor. Als alles fertig war, verabschiedete sie sich.

„So macht keinen Unsinn, so lange ich weg bin. Kirian, du schaust nach den anderen, alles klar?“

„Natürlich Mama, ich pass auf die anderen auf.“

„Gut, ich mache mich dann mal auf den Weg. Morgen geht es früh los auf der Konferenz. Sonntag sehen wir uns wieder“, verabschiedete sich Vivien Drechsler und fuhr los. Die Kinder gingen bald darauf schlafen. Anna, Leticia und Kirian wollten früh los.

„So, Finn, du bleibst hier, oder hast du es dir doch anders überlegt“, fragte Kirian seinen Bruder noch mal.

„Ich bleibe lieber hier.”

„Gut, wir sind wohl einige Stunden weg. Im Kühlschrank ist was zu essen. Halt die Ohren steif.”

„Mach ich. Passt bitte auf euch auf. Ich finde die Sache etwas gefährlich. Wenn ihr einen Tunnel findet, solltet ihr nicht reingehen. Was, wenn der wirklich einstürzt?“

„Mach dir keine Sorgen, wir passen schon auf. Wir sehen uns später.“

„Bis später.“

Die Gruppe hatte in etwa die Stelle wiedergefunden, wo die Geschwister der Frau begegneten. Sie machten sich nun auf die Suche nach Spuren.

„Ihr beide und eure Ideen. Ich glaube immer noch, dass es Zeitverschwendung ist.“

„Hättest ja bei Finn bleiben können“, entgegnete Leticia.

„Und wer passt dann auf euch beide auf. Ihr seid schon zwei verrückte Hühner. Aber ehrlich, ein bisschen neugierig bin ich auch.“

„Vielleicht lösen wir ja eine echte Verschwörung auf“, feixte Anna.

„Natürlich, die Illuminati waren es. Du und Leticia, ihr seid schon echt ein seltsames Duo.“

„Bist doch nur neidisch, weil du hier keine Freunde gefunden hast“, nahm Leticia ihren Bruder hoch.

„Ja, das wird es sein“, kam es leicht sarkastisch zurück. „Wir sollten uns etwas aufteilen, sonst dauert das ewig, aber wir sollten uns nicht zu weit voneinander entfernen.“

„Geht klar“, antworteten beide einstimmig.

So suchten sie eine ganze Weile die Wälder ab nach Spuren. Vor allem am Berghang schauten sie, ob es einen Höhleneingang gab. Sehr lange fanden sie nichts und gingen den Abhang weiter runter, bis Leticia etwas auffiel.

„Hey, kommt mal her, hier sind ein paar Stofffetzen.“

Anna und Kirian begaben sich zu Leticia und tatsächlich in einem Gebüsch beim Berghang waren ein paar Stofffetzen.

„Tatsächlich, hier gibt es etwas. Schaut, ich glaube, da ist etwas hinter den Büschen. Sehen wir mal nach“, meinte Kirian.

Sie schauten hinter die Büsche und merkten, dort war entdecken einiges an Geröll, welches vor dem Berg lag. Anna zwängte sich zwischen dem Gebüsch und dem Berghang durch und kam zum Schutt. Dort entdeckte sie weitere Fetzen im Geröll und eine Öffnung darin. Sie schaute es sich genauer an.

„Hey, hier gab es mal einen Tunnel. Der ist eingestürzt und davor sind dann wohl irgendwann die Büsche gewachsen. Hier ist auch eine Öffnung im Geröll. Die ist groß genug, dass sich eine dünne Person durch quetschen kann.“

„Ok, komm zurück, Anna“, bat Kirian. Anna arbeitete sich daraufhin zurück.

„Was tun wir jetzt. Das ist doch der Beweis, dass hier etwas im Busch ist.“

„Einen Scheiß beweist das, Anna. Wir haben keinen Beweis, dass die Fetzen von ihr sind. Wir wissen nicht, ob sie in ihrer Verwirrung vielleicht da hineingekrochen ist. Außerdem kann sie sich auch einfach in einen anderen Tunneleingang verirrt und später heraus gekämpft haben“, brachte Kirian als Einwand vor.

„Dann sollten wir uns im Tunnel umschauen. Vielleicht entdecken wir mehr.“

„Bist du irre? Der Tunnel ist eingestürzt, wie sicher es darin ist, weiß keiner. Meinen Hals riskiere ich nicht für die Sache. Wir haben einen eingestürzten Stolleneingang gefunden. Auch ein paar Indizien, dass die Frau vielleicht hier war, mehr aber nicht. Ich habe genug, wir gehen zurück.“

„Aber wir sind schon so weit gekommen.“

„Kirian hat recht, Anna. Das ist zu riskant. Eventuell können wir mit Mama darüber reden oder mit einem anderen Erwachsenen. Vielleicht sollten wir es auch vergessen. Wir kriegen sonst bestimmt noch Ärger.“

„Du auch, Leticia?“

„Ja, ich auch.“

„Wir dürfen aber nicht den Dorfbewohnern Bescheid geben, was wenn die wirklich Menschen opfern.“

„Dann sagen wir ihnen nichts. Wir können uns etwas anderes überlegen. Unsere Eltern wissen möglicherweise weiter. Aber jetzt gehen wir zurück. Wir werden hier nicht unser Leben riskieren“, wurde ein Machtwort von Kirian gesprochen.“

„Ok gehen wir zurück“, resignierte Anna und alle begaben sich auf den Rückweg.

Finn spielte den Tag über an der PS5. Wirklich etwas Anderes hatte er nicht vor, aber er wünschte sich Snacks. Finn pausierte und ging zum Kühlschrank. Dort gab es etwas Eintopf zum Warmmachen sowie auch Auflage, sodass er sich Brote schmieren konnte, aber etwas zum Snacken war nicht dabei. Auch im Eisfach schaute er nach in der Hoffnung, dass es noch etwas Eis gab. Hier wurde er ebenso enttäuscht. Daraufhin prüfte er die restlichen Küchenschränke, aber nirgendwo gab es etwas zum Snacken.

Finn ärgerte das. Er wollte lieber Chips, Bonbons oder Eis haben. Hier gab es nur leider keinen Knabberkram. Finn beschloss zum Laden zu fahren. Er hatte noch genug Taschengeld über und wollte unbedingt eine Nascherei. Er machte die Konsole aus, zog sich an und steckte ein Taschenmesser ein. Nur für den Notfall, die Frau im Wald hatte ihn nachhaltig beeindruckt. Finn stieg auf sein Fahrrad und fuhr zum Laden. Allzu oft suchte er ihn nicht auf. Er war nicht so gern im Wald. Der Pfad störte ihn allerdings weniger und es war mit dem Rad nicht allzu lang. Auf der einen Seite war ein Abhang, der aber mit einem Geländer gesichert wurde. Auf der anderen Seite gab es mehr vom Wald. Was Finn nicht aufgefallen war, Sergej hatte ihn gesehen und folgte ihm auf den Pfad.

Finn holte sich vom Laden eine Tüte Chips und eine Packung Schokoriegel und machte sich auf den Rückweg. Er dachte sich nichts Schlimmes, während er über den Pfad fuhr. Plötzlich bekam er einen Bodycheck und stürzte mit seinem Rad. Sergej hatte sich hinter einen Baum versteckt und sprang hervor, als Finn nah genug war.

„So mein Kleiner, jetzt sind wir allein.“

„Was, was, was wollen Sie von mir?“, stammelte Finn verwirrt und verängstigt.

„Man hat mir gesagt, ich soll mir zurückhalten, aber ich möchte zu gern etwas spielen. Du lohnst dich mehr als die anderen. Hier kann ich dich auch gut verschwinden lassen“, sagte Sergej mit einem sadistischem Lächeln und setzte sich auf Finn. Dann suchte er in einem Rucksack nach etwas. Instinktiv tastete auch Finn nach seinem Taschenmesser in der Hosentasche, Sergej merkte es nicht. Unauffällig klappte Finn sein Messer auf. Dies geschah keinen Moment zu früh, Sergej war dabei, einen Hammer aus der Tasche zu holen. Da stach ihm Finn in die Seite. Sergej schrie auf und wich nach hinten, so das Finn freikam.

„Du verdammter kleiner Scheißer. Mit dir lasse ich mir richtig Zeit“, schrie ihn Sergej wütend an. Aus einem Instinkt heraus kroch er zur Seite unter dem Geländer hindurch. Dann rollte er den Abhang herunter, bevor Sergej wieder bei ihm war. Finn wusste, sonst hatte er keine Chance zu entkommen.

„Verflucht, ich krieg dich“, schrie Sergej und machte sich auch daran, den Abhang herunterzukommen. Er hatte sich Finn deutlich angenähert, als plötzlich ein Brüllen zu hören war. Eine Pranke erwischte Sergej am Bein. Einer der wieder angesiedelten Luchse wurde erschreckt und wehrte sich mit einem Prankenschlag. Davor hatte sie ihre Mutter gewarnt, auch wenn Wildtiere, vor allem Luchse scheu waren, fühlen sie sich bedroht, greifen sie durchaus an. Sergej wich zurück und hielt sich das Bein. Der Luchs hatte ihm eine zusätzliche Fleischwunde zugefügt.

Finn nutzte die Ablenkung, kam auf die Füße und floh noch schneller den Abhang hinab. Plötzlich konnte er einen See vor sich sehen, der hinter einem kleinen Abhang begann. Finn versuchte abzubremsen, aber er war schon zu schnell unterwegs. Er viel über den Abhang, etwa vier Meter und landete im Wasser. Finn tauchte ein und schwamm wieder hoch.

Er versuchte sich zu orientieren. Er fand in der Nähe nichts, wo er an Land gehen konnte. Finn schwamm verzweifelt den Abhang entlang, in der Hoffnung, irgendwo vielleicht hochklettern zu können. Plötzlich viel ihm eine Höhle auf, die einen Stützbogen wie ein Bergwerkstollen hatte. Als er sich der Höhle näherte, merkte er auch wieder Boden unter den Füßen. Der Boden war hier höher. Als er in die Höhle schaute, erkannte er einen Bergwerksstollen. Anna und Leticia hatten mal erwähnt, hier gibt es überall Bergwerksstollen und Baugruben, die teilweise mit Wasser vollgelaufen sind. Dies musste eine vollgelaufene Grube sein. Da er keine bessere Chance sah, wieder nach oben zu kommen, wagte er sich hinein und hoffte, einen anderen Ausgang zu finden.

Fortsetzung folgt …

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