CreepypastaMittel

Die Suche nach Ellie

Achtung: Verstörender Inhalt

Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung oder Drogenkonsum. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die Angst oder Unbehagen erzeugen sollen. Wir empfehlen dir, diesen Text nicht zu lesen, wenn er dich belasten könnte.

Ich saß im Abteil eines Zuges, schaute aus dem Fenster und wartete darauf, dass die letzte Haltestelle kam. Ich hatte mir eine schwere Schuld aufgebürgt, weswegen ich die Reise auf mich nahm. Ich fühlte mich schrecklich. Ein Antidepressivum später konnte ich wieder klar denken. Bald bin ich in Orinfork. Tief atmete ich ein und ging alles nochmal im Kopf durch. Viele meiner Patienten sind Mädchen. Teenager mit unterschiedlichen psychischen oder sozialen Schwierigkeiten, die kurz vor ihrer Pubertät standen. Zum Glück sind keine schlimmen Fälle dabei, die ich behandeln muss und bei Ellie machte ich mir eigentlich am wenigsten Sorgen. Ein tolles, liebes Mädchen. Aufgeschlossen. Gut gelaunt. Völlig normal und gesund. Sie hatte nur diesen Traum. Ihre Eltern dachten sich dabei nichts und beliesen es zunächst dabei. Dann aber fing Ellie zum Schlafwandeln an und brachte sich zunehmend selbst in Gefahr. Das Merkwürdigste daran war, dass sogar verschloßene Türen für sie kein Hindernis darstellten…

Ich saß im Abteil eines Zuges, schaute aus dem Fenster und wartete darauf, dass die letzte Haltestelle kam. Ich hatte mir eine schwere Schuld aufgebürgt, weswegen ich die Reise auf mich nahm. Ich fühlte mich schrecklich. Ein Antidepressivum später konnte ich wieder klar denken. Bald bin ich in Orinfork. Tief atmete ich ein und ging alles nochmal im Kopf durch.

Viele meiner Patienten sind Mädchen. Teenager mit unterschiedlichen psychischen oder sozialen Schwierigkeiten, die kurz vor ihrer Pubertät standen. Zum Glück sind keine schlimmen Fälle dabei, die ich behandeln muss und bei Ellie machte ich mir eigentlich am wenigsten Sorgen. Ein tolles, liebes Mädchen. Aufgeschlossen. Gut gelaunt. Völlig normal und gesund. Sie hatte nur diesen Traum. Ihre Eltern dachten sich dabei nichts und beliesen es zunächst dabei. Dann aber fing Ellie zum Schlafwandeln an und brachte sich zunehmend selbst in Gefahr. Das Merkwürdigste daran war, dass sogar verschloßene Türen für sie kein Hindernis darstellten. Irgendwie gelang es ihr, sie zu öffnen und es bis hinaus in den Garten zu schaffen.

In einer Sitzung vertraute mir Ellie dann an, dass es in dem Traum einen unheimlichen Mann gab, der ihr dabei half Türen zu öffnen. Ich fragte sie, ob dieser Mann tatsächlich existierte und sie ihn von irgendwoher kenne, doch war dies nicht der Fall gewesen. Es war mir und den Eltern jedenfalls ein Rätsel, wie Ellie die Türen öffnen konnte, doch war uns klar, dass Ellie in großer Gefahr steckte. Was mir weiterhin den Kopf zerbrach, war, dass Ellie immer den gleichen Traum hatte.

Warum erlebt dieses Kind immer den gleichen Traum?

Sie erzählte ihn mir. Ihre Eltern machten sich große Sorgen, weil es mit Ellie immer schlimmer wurde. Sie kontaktierten andere Ärzte, die aber auch nicht um Rat wussten. Ich beruhigte ihre Eltern, aber Ellie war in großer Gefahr und ich musste eine Lösung finden. Und ich hatte auch schon eine Idee.

In unserer letzten Sitzung hatte ich Ellie mittels Hypnose in einen Zustand tieferen Bewusstseins versetzt. Denn sie sollte mir nochmal ihren Traum erzählen.

Der Traum fing in einer großen Halle an. Große Fenster mit lila Vorhängen waren an den Wänden zu sehen und Tische mit Stühlen standen herum. Es war ein großes Gebäude, das Ellie zu ergründen versuchte. Sie ging anscheinend durch ein Labyrinth an Fluren und Türen. Dabei war sie nicht allein, sondern wurde von einem Mann gerufen, den sie in einem Raum voller Spiegel ausfindig machte. Er trug ein blaues gestreiftes Hemd und hatte kein Gesicht. Ihr Ziel war es ins Untergeschoß zu gelangen, wo sie vor einer geschlossenen Tür zum Stehen kam und ihr Traum somit endete.

Ellie öffnete dann ihre Augen. Sie war überrascht, was ich in meinen Händen hielt und ihr anbot.

„Was ist das?“

„Na schau doch nach. Mach es auf“

Neugierig öffnete sie die kleine Schachtel.

„Ein… Schlüssel“

„Ja Ellie. Bitte fass ihn an. Ich möchte, dass du dir diese Schachtel und den Schlüssel gut einprägst, okay? Denn mit ihm öffnest du die verschlossene Tür. Es ist wichtig, dass du dich an sie erinnerst. Schließe nun deine Augen und stell sie dir vor. Siehst du die Schachtel vor dir?“

„Ja“

„Gut. Mach sie auf. Was siehst du nun ?“

„Den kleinen silbernen Schlüssel“

„Sehr gut. Öffne wieder deine Augen. Ich möchte, dass du diesen Schlüssel und die Schachtel auf der Komode neben deinen Bett aufbewahrst, damit du vor dem Schlafen daran denkst“

Ellies Blick wirkte etwas verängstigt. Sie schaute nur auf die Schachtel und nickte ohne ein Wort zu sagen. Ich war fest davon überzeugt, dass der Traum endete, wenn Ellie durch diese Tür ging, doch statt eines gelösten Problems sollte das Schlimmste eintreten. Gleich am darauffolgenden Morgen nämlich erreichte mich die tragische Nachricht.

Ellie war verschwunden.

Sie ist wieder geschlafwandelt, aber niemand weiß wohin. Die Polizei durchsuchte zuerst die Stadt, dann die ganze Umgebung nach Ellie, aber die Suche blieb erfolglos. Doch ich glaube ich weiß wo sie ist! Ich durchstöberte das Internet, suchte nach Räumen, die denen in Ellies Traum ähnlich waren und stieß auf einen Ort, der nur 20 Meilen von Ellies Heimatstadt entfernt war.

Große Fenster mit lila Vorhängen. Viele Zimmer und Flure.

Das verlassene Alwin Hotel.

An der Ostküste in Orinfork.

Ich war die einzigste Person, die aus dem Zug ausstieg. Orinfork war eine Stadt, die einst vom Tourismus lebte, doch diese Tage gehörten längst der Vergangenheit an. Nun ist Orinfork ein heruntergekommenes Städtchen, in dem Menschen lebten, die Fremden gegenüber misstrauisch waren und ihr Leben abgeschottet in ihren Häusern verbrachten.

Die frische Meeresluft des Atlantiks tat gut, aber der Anblick des riesigen Alwin Hotels war erschreckend. Einst hatte es einen gelben Anstrich. Nun war es marode und an vielen Stellen schwarz verschimmelt.

Ich stand lange vor dem Hotel und schaute nur hinaus auf den weiten Ozean, bis ich von lauten Möwengeschrei wieder klar denken konnte und meine Suche fortsetzte.

Mit größter Vorsicht betrat ich die große Eingangshalle. Es fühlte sich so an, dass ich Ellie ganz nah war. Still und dunkel war es zwischen den Wänden.

„Ellie?“, rief ich.

Doch nur das Echo schallte zurück.

Mit dem Licht meiner Handytaschenlampe sah ich mehr. Tische und Stühle, die in Spinnenweben gehüllt waren und auch Gemälde, die von Schimmel befallen völlig unkenntlich entstellt sind. War dies der Ort von dem Ellie mir erzählt hatte? Ich war dies bezüglich skeptisch, doch obwohl ich hoffte, dass ich Ellie hier finden würde, wurde mir bei dem Gedanken, dass sie auch hier in dem Gebäude sein könnte unwohl zumute. Der Boden war von einer dicken Staubschicht überzogen. Keine Anzeichen also, dass hier jemand reingegangen ist. Dennoch setzte ich meine Suche fort. Wenn Ellie in diesem Gebäude war, musste sie in einem unteren Stockwerk sein.

So folgte ich langsamen Schrittes schmalen Gängen, die nun das Zuhause von unzähligen Spinnen waren und passierte dabei Türen, die schräg offen standen. Doch von meiner Patientin fehlte jede Spur. Ich ging immer tiefer hinein, bis ich abrupt stehen blieb.

Es ist sinnlos die unausweichliche Wahrheit zu verdrängen.

Ellie ist tot.

Doch als ich auf eine verschlossene Tür stieß, hörte ich in jenem Moment darauf eine Stimme. Erschrocken drehte ich mich um und leuchtete den Flur ab.

„H-Hallo?“

Stille.

Ich war mir nicht sicher, aber ich glaubte gehört zu haben, dass jemand meinen Namen mit flüsternder Stimme gerufen hatte. Dann hörte ich es erneut!

„Rebecca“

Mein Puls schoß in die Höhe, ich schreckte auf, wich mehrere Schritte zurück und holte tief Luft, als die Türklinke von Geisterhand nach Unten gedrückt wurde und die Tür sich von allein öffnete. Geschah das etwa gerade wirklich oder täuschte eine Einbildung meine Sinne ?

Hinter der Tür jedenfalls verbarg sich ein Zimmer, das offenbar mit Gemälden, die an den Wänden angelehnt standen, überfüllt war. Jedes von ihnen war mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Doch als ich mit meiner Hand den Staub wegwischte, erkannte ich eine glänzende Oberfläche.

Das waren keine Gemälde, sondern Spiegel.

Und als ich meine Hand von dem Spiegel zog, erblickte ich nicht mein Spiegelbild, sondern einen gesichtslosen kahlen Kopf.

Vom Schrecken gepackt wich ich zurück. Ellies Traum ist für mich wahr geworden. Etwas Grauenvolles verbarg sich in den Spiegeln, aber als ich nochmal vorsichtig an den Spiegel herantrat, war der Spuck vorbei und ich sah auf der Oberfläche nichts als mein Gesicht.

Als ich das Zimmer wieder verlies, bemerkte ich auf dem staubigen Boden Schuhspuren. Die Schuhspuren eines Kindes.

Sind sie wie aus dem Nichts entstanden ?

Ich stand kurz davor Abzubrechen. Dennoch setzte ich meine Suche fort und folgte den Schuhspuren, die mich zu einer Treppe führten.

„Ellie?“, rief ich nochmal.

Doch es blieb so still, als wäre niemand hier.

Auch im Untergeschoß wirkte nichts, als wäre je jemand hier gewesen. Ich schaute mich um und traute nach genaueren Hinsehen meinen Augen kaum. Denn an der Wand vor mir hing ein großer Spiegel. Er war vollkommen von Staub bedeckt. Davor stand eine Holzkommode und darauf die gleiche Schachtel, die ich Ellie gezeigt hatte. Sie sah genauso aus und war geöffnet. Dann musste hinter der Ecke die Tür sein, die verschlossen war.

Hinter der Ecke war ein langer, schmaler Flur an dessen Ende eine Tür grenzte. Sie war sperrangelweit geöffnet. Vorsichtig ging ich darauf zu und leuchtete hinein, aber es war nur ein leeres, kleines Zimmer.

Niemand war hier.

Ich konnte es nun nicht mehr zurückhalten. Bitterlich kamen mir die Tränen und ich weinte um meine kleine Patientin, die mir so ans Herz gewachsen war.

Dann hörte ich dieses Knacksen. Es schien ganz in der Nähe seinen Ursprung zu haben. „Ellie ?!“, rief ich nochmal laut und ging zurück. Im Flur neben der Holzkommode zweigte noch ein Flur ab.

Keine Schuhspuren waren sichtbar, so als wäre nie jemand je hier gewesen und doch waren die Spinnennetze des Flures in der Mitte so eingerissen, als hätte sie jemand beim Durchgehen zerrissen. Nochmal rief ich Ellies Namen.

Leise schallte ein „Hilfe“ zurück.

„Ellie?“

Hinter einer Ecke befand sich eine weitere Tür. Sie war voller Spinnenweben, die nun auseinander gezogen wurden, da sie sich langsam öffnete. Freude kam in mir hoch. Ich ging zur Tür und leuchtete hinein. „Ellie? Kleines?“. In der Mitte des Zimmers saß ein kleines Kind im Schneidersitz auf dem Boden und drehte mir den Rücken zu. Aber es war nicht Ellie, sondern ein Junge. Das sonderbare Geräusch, das Knacksen, war ein Stein, den er gegen die Wand warf.

„Wer bist du?“, fragte ich ihn.

Der kleine Junge sah mich an. Aber irgendetwas stimmte mit ihm nicht. Er hatte ein grässliches, breites Grinsen und erhob sich langsam vom Boden. Ich machte einen Schritt zurück, als er plötzlich einen Stein nach mir warf. Schützend hielt ich noch meine Hand vors Gesicht, fiel aber rückwärts zu Boden.

Als ich die Handytaschenlampe wieder in die Hand nahm stand er plötzlich direkt vor mir und hielt einen großen Felsbrocken in den Händen. Der Schmerz war ohrenbetäubend, als er mir den Klotz gegen den Kopf schmetterte.

Ich war wie betäubt. Nahm alles nur noch verschwommen wahr und hatte nicht das Gefühl zu Rennen, sondern zu Fallen. In meinem verzerrten Sichtfeld dehnte sich mein linker Arm weit aus. Der Flur war zerquetscht, der Lichtstrahl eine Spirale. Und so viel Blut lief mir über die Augen und tropfte aus meiner Nase. In dieser ganzen Paranoia prallte ich gegen die Wand und stürzte zu Boden.

Der Junge näherte sich wieder langsam von hinten. Sein Gesicht war nun eine entstellte, verklummte Masse und über mein blutverschmiertes Gesicht hob er erneut einen großen Felsklotz und holte aus. Ich schloss meine Augen und hoffte, dass es schnell geht, als mich Möwengekreische aus den schrecklichen Gedanken rissen.

Vor mir erhob sich der endlose weite Horizont des Atlantiks. Tränen liefen mir über die Wangen, als mein Blick zum Alwin Hotel schwankte und ich sah was noch davon übrig war.

Sinnlos weiter zu suchen.

Es tut mir so leid, Ellie…

Ob ich mit der Schuld, mit diesem Schmerz, weiter leben kann weiß ich nicht. Nochmal blickte ich zum Horizont und dann die Klippe runter. Sehe Wellen, die dort unten an den Felsen brachen und sich rauschend in weißen Schaum auflösten. Das Möwengeschrei war so unerträglich.

Dann wurde es leiser. Und leiser.

Und leiser…

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