
Unsere Gebete wurden erhört
Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung oder Drogenkonsum. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die Angst oder Unbehagen erzeugen sollen. Wir empfehlen dir, diesen Text nicht zu lesen, wenn er dich belasten könnte.
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Jeden Tag beteten Milliarden von Menschen. Sie beteten für eine perfekte Welt. Eine Welt ohne Krieg. Eine Welt ohne Hunger. Eine Welt ohne Diskriminierung. Eine Welt, in der alle Menschen in Frieden zusammenleben konnten. Eine Welt, in der schreckliche Konflikte und Taten der Vergangenheit angehörten. Eine Welt ohne Mobbing, eine Welt ohne Verbrechen. Eine Welt voller Gesundheit, Reichtum, Überfluss und Liebe.
Wir bauten Gotteshäuser. Kirchen, Moscheen, Synagogen und vieles mehr. Wir versammelten uns zu Gottesdiensten und nahmen heilige Schriften wie die Bibel oder den Koran als Leitfäden für unser Leben. Wir feierten Feiertage wie Weihnachten, Ostern, Ramadan und viele andere entsprechend unserem Glauben. Wir erzählten Geschichten von Propheten und Wundertätern, von Menschen, die Kontakt zum Göttlichen hatten. Wir bezeichneten sogar einen der unseren als Gottes Sohn. Wir ernannten andere Menschen zu Botschaftern dieser Religionen: Priester, Imame, Bischöfe, der Papst und andere, die selbst den größten Skeptikern diese Glaubensrichtungen näher bringen sollten.
Gleichzeitig war es für uns ein abstraktes Konzept. Denn obwohl wir an all das glaubten, schien es, als würden unsere Gebete nicht erhört werden. Wir hatten keinen Beweis, dass das woran wir glaubten tatsächlich existiert und angesichts all der schlimmen Dinge, angesichts all der Fehler, die die Menschheit immer wieder machte, verloren immer mehr Menschen ihren Glauben. Aber trotz alledem beteten Milliarden von Menschen weiter für eine bessere Welt. Fest in ihrem Glauben.
Rückblickend konnten wir nicht wissen, wer unsere Gebete hören würde. Wir konnten auch nicht wissen, ob das, was sie erhörte, uns helfen würde. Und selbst wenn es uns helfen würde, konnten wir nicht wissen, ob es wusste, wie es uns wirklich helfen würde, oder ob es nur rücksichtslos das tat, was es für eine adäquate Hilfe hielt. Vielleicht tat es einfach das, was es für das Richtig hielt.
Als es auf die Erde kam, hoch aufragend über der Skyline von Manhattan schwebend, größer als alles, was wir je gesehen hatten, sprach es zu uns. Seine Worte deuteten darauf hin, dass es keine bösen Absichten hatte. Es erklärte, dass es unsere Gebete erhört hatte. Es würde dafür sorgen, dass es keine Kriege mehr geben würde. Es erklärte, dass es den Hunger in der Welt beenden würde. Es erklärte, dass von nun an Frieden herrschen würde. Und dass alle Schmerzen ausgelöscht würden und dass wir keine Angst haben müssten.
Es verstand nicht, dass es uns nicht half. Es verstand nur, dass wir etwas von ihm wollten. Wir flehten und bettelten es an, uns loszulassen. Doch am Ende behielt es Recht. Es gab nie wieder Kriege, Hunger, Schmerz oder Leid. Denn wir würden nun für alle Zeit in Frieden ruhen.
Unsere Gebete wurden erhört.

