CreepypastaMittel

Ein ganz besonderer Tag

Achtung: Verstörender Inhalt

Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung oder Drogenkonsum. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die Angst oder Unbehagen erzeugen sollen. Wir empfehlen dir, diesen Text nicht zu lesen, wenn er dich belasten könnte.

Dieser Tag wird etwas ganz besonderes … Ansehnlich stehen zwei Hecken, in Gestalten eines Mannes und einer Frau, vor Stellwänden, die mit hunderten von Rosenblüten beschmückt sind und dem Schein einen prachtvollen Anlass verleihen, der an die biblische Schöpfergeschichte von Adam und Eva erinnert oder an einen romantischen Klassiker wie Romeo und Julia. In der Nähe steht ein Brunnen, dem eine kleine Steinfigur als Hauptaugenmerk dient, die auf einem Sockel steht. Sie ähnelt jenen Steinformen der antiken Griechen mit einem Mann, der sehnsüchtig seine Hand in die Höhe streckt und gen Himmel blickt. Dazu ein Becken, das mit einer roten Flüssigkeit gefüllt ist und nach dem ersten Blick an Blut denken lässt. Als ein Blitz den Nachthimmel erhellt, verstärkt das grelle Licht damit kurzzeitig jenen makaberen Kontrast und verleiht dem Bauwerk einen noch schöneren, wenn auch unheimlicheren Antlitz, bis lauter Donner folgt und Veronica aus ihren Gedanken schreckt. Ganz allein steht sie vor …

Dieser Tag wird etwas ganz besonderes …

Ansehnlich stehen zwei Hecken, in Gestalten eines Mannes und einer Frau, vor Stellwänden, die mit hunderten von Rosenblüten beschmückt sind und dem Schein einen prachtvollen Anlass verleihen, der an die biblische Schöpfergeschichte von Adam und Eva erinnert oder an einen romantischen Klassiker wie Romeo und Julia. In der Nähe steht ein Brunnen, dem eine kleine Steinfigur als Hauptaugenmerk dient, die auf einem Sockel steht. Sie ähnelt jenen Steinformen der antiken Griechen mit einem Mann, der sehnsüchtig seine Hand in die Höhe streckt und gen Himmel blickt. Dazu ein Becken, das mit einer roten Flüssigkeit gefüllt ist und nach dem ersten Blick an Blut denken lässt. Als ein Blitz den Nachthimmel erhellt, verstärkt das grelle Licht damit kurzzeitig jenen makaberen Kontrast und verleiht dem Bauwerk einen noch schöneren, wenn auch unheimlicheren Antlitz, bis lauter Donner folgt und Veronica aus ihren Gedanken schreckt.

Ganz allein steht sie vor diesen Heckengebilden, dem Eingangsbereich entgegenblickend, der sich am Ende eines dunklen Pfades zwischen hohen, dicht bewachsenen Hecken im Lichte zweier Leuchten erhellt. Drei Stufen führen auf eine Terrasse, die von geschliffenen Stein überdacht wird und an deren Ende sich eine Tür offenbart, hinter der lautes, abschreckendes Gebell eines Hundes zu hören ist, der die Besucherin wittert.

Zerstreut und aufgelöst steht Veronica nur da, als wäre erst kürzlich die Fassade eines Traumes zusammengebrochen. Zuvor noch wanderte sie durch Wege an Hecken vorbei, als wüsste sie wohin sie gehen müsste. Im Lichte von Bodenlampen oder in vollkommener Dunkelheit ging sie immer weiter, bis sie es zu dem Hauptknotenpunkt mit dem Brunnen geschafft hatte und es schließlich der laute Knall des Donners gewesen war, der das Flüstern in ihrem Kopf verstummen lies und sie hilflos an diesen Ort zurückgelassen hatte. Das Letzte, an das sie sich erinnern kann, waren Momente im eigenen Zuhause gewesen, als sie auf ihrem Bett lag und eine Mitteilung ihres Freundes Vincent bekommen hatte, der ihr Date, das heute Abend eigentlich geplant war abgesagt hatte. Was jedoch danach passierte und wie sie an diesen Ort hingekommen ist scheint wie verdrängt zu sein.

Die äußerst hohen Hecken versperren jede Sicht nach Außen und die Stille in der Dunkelheit lässt darauf schließen, dass niemand sonst in ihrer Nähe ist. Es ist ein Ort, der weder nahe ihrem Zuhause noch in ihrer Stadt zu sein scheint und dennoch ist Sie so schick und ordentlich angezogen, als würde ihr ein Date bevorstehen. Sie greift zu ihrem Handy, um mithilfe ihrer Navi-app ihren Standort zu klären, da ein Mobilfunknetz geortet werden kann. Kaum aber, als sie den Bildschirm aktivierte, lenkten sie Warnmeldungen ab, die von ihrer News-app automatisch aufgerufen und als dringlich markiert wurden:

Welle von Gewalttaten bringt lokale Sicherheitsbehörden in Not.

Börsencrash laut Expertenausschuss unvermeidbar.

Oberhäupter religiöser Gemeinschaften beschwören Zusammenhalt.

Rätselhafte Unwetterphänomene ziehen über weite Teile des Landes.

Der Nachthimmel braut sich zu einem zunehmenden Blitzspektakel zusammen, das alles, das auf der Erde ist zum Flimmern bringt, während Veronica in dem Wind, der durch die Hecken weht das Flüstern zu erkennen glaubt, das ihr bekannt vorkommt. Zu sehr ist es jedoch mit dem Rauschen des Windes verflochten, als dass man es als Stimme eines Menschen heraushören könnte.

Als ein Klickgeräusch einsetzt und sich die Tür darauf langsam zu Öffnen beginnt, denkt Veronica mit Schrecken dabei an jenen Hund, der gleich auftauchen und auf sie zurennen wird. Doch als die Tür langsam und gleichmäßig aufschwingt, klingt das Gebell zunehmend ab, bis es schließlich vollkommen verstummt ist und die Tür für Veronica offensteht.

Alles wirkt so perfekt, wie für eine Hochzeit gemacht.

Nichts entzieht sich jedoch der dunklen Aura, die ein Fest für etwas Schreckliches ankündigt: Der Brunnen, der mit Blut getränkt zu seien scheint und diese Hecken, in denen Leben steckt und Veronica die ganze Zeit über beobachten.

Glänzende Fließen zieren den Boden.

Kontraste dunkler Ecken, Schatten, und Wände, die im roten und orangenen Licht bestrahlt sind definieren eine optische Eleganz, während über einer brennenden Feuerstelle das Panorama einer Landschaft mit einem wolkenlosen, roten Himmel auf einem Ölgemälde festgehalten ist. Aus edlem Holz gemacht, befindet sich zur rechten Seite neben der Feuerstelle eine Tür, während sich auf der anderen Seite ein Weg offenbart, der um eine Ecke herum, tiefer in das Haus zu Führen scheint.

Wenn der Empfangsraum schon von solch beeindruckender Gestalt ist, wie werden dann wohl größere Innenräume eingerichtet sein ? Zweifellos muss hier jemand wohnen, der wohlhabend und mächtig ist und dennoch kommt niemand der Aufgabe nach, dem Gast vor der Tür Empfang zu bereiten, womit Veronica zögerlich eintritt.

„Hallo? Ist jemand hier?“, ruft sie in den belichteten, doch verlassenen Raum.

Das Ambiente des Feuers und der farbenkräftigen Lichtstreifen verleiten Veronica dazu weiter einzutreten und doch wird sie das Gefühl nicht los, dass etwas Eigenartiges in dem Raum vorgeht. Bündelt man nämlich seine Konzentration und hört genauestens hin, stellt man fest, dass noch ein weiteres Geräusch mit dem Knistern des brennenden Holzes in den Flammen vereint ist. Und je näher Veronica dem Feuer kommt, desto verständlicher werden seltsame Laute, die aus bekannten Naturgesetzen heraus dort niemals entstehen könnten und Veronica dazu verleiten, der Feuerstelle nicht näher zu treten. Wie beim Brunnen schon, fasst sie bei diesem Feuer einen prekären Gedanken, doch ehe sie auch fest daran glaubt Schreie zu hören, stoßen in dem Moment die Türflügel auf und erschrecken Veronica. Niemand hat ihr die Eingangstür geöffnet, sowie auch diese Tür von selbst heraus aufgegangen zu sein scheint, doch hinter Finsternis und tiefen Schatten sind Schritte eines Menschen zu hören, der immer näher kommt. Dann taucht ein Mann auf, dessen Größe und Erscheinung, Ehrfurcht und Respekt einflößt.

Auf zwei Meter kann seine Größe geschätzt werden. Er hat breite Schultern, ist wie ein Buttler in einem Anzug gekleidet und kantige, markante Gesichtszüge seines kahlen Kopfes lassen auf einen kalten Charakter schließen. Seine Augen sind in tiefen Höhlen verborgen, deren Anblick ein Schaudern bewirkt, dem man sich entziehen möchte, sodass er im hohen Alter sein musste. Er hatte es auf die noch offenstehende Haustür abgesehen, musterte Veronica nur einen kurzen Augenblick und grüßte sie im Vorbeigehen mit einem „Guten Abend“, ehe noch Blitz und Donner von Draußen vernehmbar waren und Veronica in dem Moment erstarrte, als er die Tür schloss.

„Ich darf sie in unserem Anwesen Willkommen heißen. Folgen Sie mir bitte, ihre Verabredung erwartet Sie schon“

Mit einer Armgeste bittet er Veronica dem Weg zu folgen, der um die Ecke herum weiterführt. Sie entgegnet jedoch Zweifel.

„Entschuldigen Sie, aber ich glaube hier liegt eine Verwechselung vor“

„Sie sind nicht Miss Torres ?“, fragt der Bedienstete darauf. Sein Treffer löst Unbehaglichkeit und Beklemmung in ihr aus.

„Doch.. doch, das ist schon mein Name, aber ich weiß nicht wie ich..“

„Dann haben sie eine Verabredung mit Mister Pelotzky „, unterbricht er sie abrupt und als würden aufmunternde Worte Veronica zu hören bekommen, platzt in ihr der Knoten voller Anspannung und Angst. Denn Pelotzky ist der Familienname von Vincent.

„Vincent ist hier ?“

Der Bedienstete schweigt und nickt ihr nur zu.

Es ist keine Unbekümmertheit, doch in Veronica schleicht sich das Gefühl ein, dass sie in diesem Haus in Sicherheit ist, worauf sie unter der Aufsicht des Bediensteten dem Flur folgt. Dort werden Einrichtungen sichtbar, die teuer erkauft wurden. Schränke, die kostbares Porzellan sowie Teller lagern, welche für eine große Anzahl an Besuchern ausreicht. Regale, die mit unterschiedlichsten Sammlerstücken, ob kleine Holzkästchen oder Gepäckgroße Tonfiguren gefüllt sind, während eine Stab-Glaskonstruktion die gesamte Wand des darauffolgenden Flures ausfüllt, auf der eine Vasensammlung ausgestellt ist. Der Boden schimmert in dem gleichen gedämpften, roten Licht von dem alles beleuchtet wird, oder eben im Schatten bleibt, während all die Räume, die offen mit den Fluren verbunden sind und an denen Veronica und ihr Aufpasser vorbeigehen, so dunkel wie unbenutzt sind.

Einmal musste der Bedienstete Veronica korrigieren und sie bitten in einen Flur einzutreten, dessen erster Anblick ein großes Kunstwerk offenbart, doch als sie wieder jenes Hundegebell vernahm, das aus irgendeinem fernen Bereich des Hauses seltsam zeitverlangsamt durch die Gänge schwirrte, als würde es durch ein unbekanntes Medium übertragen worden sein, stand der Mann nicht mehr hinter ihr und war verschwunden.

Das Kunstwerk an der Wand, ob künstlerischen oder natürlichen Ursprungs, gleicht einer ebenen Gesteinsmasse, die zu Zeiten, in denen das Gestein noch flüssig war, zu einer narbigen Spirale verknotet wurde. Des weiteren hängen noch Gemälde an den Wänden, aber Veronica ist nur in tiefen Gedanken versunken und versucht zu verstehen, was gerade vor sich geht und was in jener Stunde passierte, an die sie sich nicht erinnern kann. Und als sie an Vincent dachte und ihr darauf etwas einfiel, das wie ein zerstörtes Erinnerungsfragment mühsam wieder an Form annahm und die Information bereithielt, dass jemand sie in einem Auto hierher brachte, erklingen auf einmal Worte voller Freude…

„Schatz!“

Veronicas Anblick verzückt Vincent.

Er trägt ein schwarz-rot kariertes Hemd, dazu eine dunkelgraue Jeans und braune Lederschuhe. Sein schwarzes Haar, das zu einem sommerlichen Haarschnitt frisiert wurde, ergänzt sein glattes Gesicht und ist sorgfältig mit Ölen gepflegt worden. Seine Augen haben einen dunkelgrünen Farbton. Sein Körper ist makellos und wird durch eine ausgeklügelte Ernährung sowie durch Sport gesund gehalten. Außerdem trägt er am rechen Handgelenk noch ein bemerkenswertes Schmuckstück, einen Armring, der aus einem schwarzen Gestein gemacht und glattpoliert ist.

Veronica, die wie nach dem Empfang auf einer großen Überraschungsparty dreinblickt, wird von Vincent mit offenen Armen begrüßt.

„Schatz! Wie schön, dass du endlich da bist“

Vincent nimmt sie in die Arme und küsst sie, doch Veronicas zerstreuter Charakter bleibt ihm nicht verborgen. „Ich hoffe Alex hat dich mit seiner Erscheinung nicht erschreckt“.

Veronica schüttelt den Kopf. „Nein… hat er nicht“.

„Was ist es dann? Worüber zerbrichst du dir den Kopf?“

„Ich weiß auch nicht. Ich kann mich nicht daran erinnern, wie ich hierher gekommen bin. Außerdem hätte ich nicht geglaubt, dass du in so einem Haus wohnst“

Vincent schmeichelt Veronicas zögerliche Ehrfurcht. „Vielen Dank. Ich wollte es dir schon viel früher zeigen, aber irgendwie kam immer was dazwischen. Umso schöner, dass es heute geklappt hat! Gehn wir doch ins Wohnzimmer und trinken was“

Er führt Veronica durch einen Flur, als das Gebell wieder zu hören war.

„Ist das dein Hund?“, fragt Veronica. Vincent nickt. „Ja das ist Jasper. Ich glaube nicht, dass er dich beißen würde, aber er ist Fremden immer sehr misstrauisch gegenüber, weswegen wir ihn nach Oben gebracht haben“

„Kann ich ihn auch sehen?“

Vincent zögert. „Vielleicht später“

Das Wohnzimmer ist begehrlich eingerichtet und besitzt einen Kamin, in dem ein Feuer brennt. An der Wand darüber hängt ein großer Flachbildschirm, der eine Sondersendung über den Kollaps der Kapitalmärkte zeigt.

„Heute regiert das Chaos“, sagt Vincent, der herablassend auf den Bildschirm blickt.

„Es ist wirklich sehr schlimm. Mein Vater hat Angst, dass wir unser Haus verlieren. Betrifft dich das auch?“

„Was? O nein, ich mach mir darum keine Sorgen“, entgegnet Vincent überrascht. „Mach es dir doch auf der Couch bequem. Ich hol dir was zu Trinken“. Davor schaltet Vincent noch den Fernseher aus.

Die Couch war breit genug, dass zehn Leute darauf Platz finden würden, doch als sich Veronica zwischen den Kissen hinsetzt, nimmt sie etwas Sonderbares wahr. In der Luft liegt nämlich der Geruch eines Parfüms, welches sie einer Person zuweisen kann, die ihr bekannt vorkommt. Es besteht kein Zweifel für sie, dass es das Parfüm ihrer Freundin Stella ist.

Wieder schleichen sich verlorene Erinnerungsstücke in Veronicas Bewusstsein. Sie erinnert sich an Teile der Autofahrt, wobei der Wagen bei schlechtem Wetter in einen Wald steuerte, als plötzlich, mitten auf der Straße, eine Nonne auftauchte. Veronica kann sich nur noch vage daran erinnern, dass diese Nonne wild mit den Armen herumschwänkte um den Wagen dazu zu bringen anzuhalten.

Veronica massiert ihre Stirn und stellt sich vor den Kamin. Sie schwirrt in Gedanken, ob Stella hier war und zieht ihr Handy aus der Hosentasche.

„Wo bist du?“, tippt sie in ihre Messengerapp und sendet den Text an Stella.

Dann lauscht sie dem Knistern des Feuers. Sie schwirrt noch in Gedanken, was bei der Autofahrt passiert ist, als sie beim genaueren Hinhören auch jenes makabere Geräusch vernimmt: Das Geschrei vieler Menschen.

„Hier Schatz“. Vincent hält zwei volle Champagnergläser in den Händen.

„Champagner?“, fragt Veronica.

„Champagner“, bejat Vincent.

Mit einem Schmunzeln und Kopfschütteln gesellt sich Veronica zu Vincent auf die Couch.

„Und worauf stoßen wir an? Auf das Ende der Welt?“, fragt Veronica sarkastisch.

„Nein auf uns. Ich bin wirklich froh, dass du gekommen bist“, sagt Vincent und stoßt klirrend gegen Veronicas Glas. Beide trinken jeweils ihr Glas zur Hälfte aus.

„Woran denkst du? An die Autofahrt?“, fragt Vincent und streichelt dabei Veronicas Hand.

Sie bejat mit einem Nicken.

„Mach dir darüber keine Gedanken. Mein Fahrer hat dich abgeholt und dich bei mir abgesetzt. Das wars“

„Das stimmt wohl, aber ich kann mich daran nicht erinnern. Ich habe einen Filmriss“

Dann zieht Vincent eine kleine Schachtel hervor und streckt sie Veronica entgegen. „Was ist das?“, fragt Veronica sichtlich ergriffen, die mit einem Schmuckstück rechnet.

„Na seh doch nach. Mach es auf“

In der Schachtel war eine silberne Halskette mit einem kleinen funkelnden roten Rubin dran. „Das kann ich nicht annehmen. Die war bestimmt teuer!“, sagt Veronica, die sichtlich von diesem Geschenk gerührt ist. Vincent jedoch nimmt Veronicas Hand und küsst sie.

„Das verrate ich nicht“

Vincent nimmt die Kette und legt sie vorsichtig um Veronicas Hals an. Doch Veronica fühlt sich bei diesem Geschenk in Anbetracht der Umstände unwohl zumute. Dieser Tag ist wahrlich ein Schrecken für so viele Menschen, doch Vincent scheint das gänzlich auszublenden und nicht zu interessieren. Veronica bestaunt noch den kleinen Rubin, als ein Blitz die Nacht für kurze Zeit belichtet und der Bedienstete Alex im Türrahmen steht. „Darf ich jetzt den Drink servieren?“.

„Jetzt noch nicht Alex“, sagt Vincent und befehlt Alex mit einer Handgeste wegzugehen. Veronica hingegen nimmt die Kette von ihrem Hals wieder ab. „Tut mir leid, aber ich möchte sie nicht“

„Bitte nimm sie an, Schatz. Das klingt jetzt total verrückt, aber für mich bist du noch viel wertvoller als dieser kleine Rubin. Komm, bitte leg sie wieder an“

„Warum dieses teure Geschenk? Eine normale Kette würde ausreichen“

Vincent legt die Kette erneut um Veronicas Hals an, die sie nur widerwillig annimmt. Dann wollte er Veronica küssen, doch mit dem Duft von Stellas Parfüm in der Luft, lehnt sie den Kuss ab.

„War Stalla hier?“

„Stella? Was?“

„Ja Vincent. Stella, meine Freundin. War sie hier?“

„Wie kommst du denn auf sowas?“

„Ich kann ihr Parfüm hier auf der Couch riechen. Also war sie hier?“

Vincent erhebt sich von der Couch und stellt sich vor den Kamin.

„Du wirst uns doch nicht den schönen Abend wegen deiner Freundin ruinieren, oder?“. In Vincents Augen funkelt das Feuer des Kamins und als das unheimliche Geschrei vieler Menschen in dem Knistern der Flammen erklingt, kommt Freude in ihm hoch. „Nein sie war nicht hier“, ergänzt er und fügt hinzu:

„Das bildest du dir nur ein“

Der Wagen fährt über dem erlaubten Tempolimit, schneidet dabei furios die Kurven und beschleunigt erneut auf gerader Strecke. Veronica, die auf dem Rücksitz sitzt, fühlt sich bei dieser Fahrweise sichtlich unwohl und bittet den Fahrer langsamer zu fahren, als mitten auf der Straße plötzlich eine Nonne auftaucht, die mit schwenkenden Armen versucht den Wagen anzuhalten. Doch der Fahrer denkt nicht daran zu bremsen, sondern beschleunigt geradezu auf die Nonne drauf…

Veronicas Handy summt in ihrer Hosentasche auf, da eine Nachricht von Stella eingegangen ist.

„Halte dich von Vincent fern. Er ist nicht der, für den du ihn hälst“

Veronica wundert sich, was Stella wohl damit meint, doch sie fühlt sich nicht wohl dabei, diese Nachricht in Anwesenheit von Vincent zu lesen und steckt ihr Handy deshalb wieder in die Hosentasche.

„Schatz können wir jetzt den Streit mit Stella beilegen? Du kannst mir wirklich glauben, dass sie nicht hier war“

„Ich… glaube ich sollte jetzt gehn“, sagt Veronica und nimmt die Halskette wieder ab.

Draußen erklingt Donner und ein Blitz erzückt. Vincent säufzt auf und betrachtet nur kopfschüttelnd die Kette.

„Nein du solltest hier bleiben“

„Tut mir leid, wenn ich dir den Abend verdorben hab, aber ich möchte jetzt gehn“

Im selben Moment, in dem Veronica sich von der Couch erhebt, stößt Alex hinzu. Er trägt ein silbernes Tablet auf dem ein Glas steht, das mit einer roten Flüssigkeit gefüllt ist.

Irritiert blickt Veronica zu dem Buttler, dann zu Vincent.

„Was ist das ?“, fragt sie und spürt nun eine Aufregung in sich aufkommen.

„Trink das“, fordert Vincent und verschränkt beide Arme vor seiner Brust. Der schaurige Buttler stellt das Tablet auf dem Couchtisch ab und blickt erwartungsvoll auf Veronica hinab.

„Nein, ich will nicht“, entgegnet sie und weicht mehrere Schritte zurück. „Ich will jetzt gehn!“

Nun stößt noch eine dritte Person zu Vincent und Alex hinzu. Es ist der Fahrer, der Veronica hergebracht hat und als würde bei seinem Anblick der Knoten platzen, erinnert sich Veronica wieder an die ganze Autofahrt. Vor ihren Augen spielen sich wieder jene schrecklichen Momente ab, die sie zu vergessen geglaubt hatte. Veronica schrie in dem Moment auf, als der Wagen die Nonne frontal erfasste und sie vorsätzlich im Rückwärtsgang ein weiteres Mal überfuhr. Danach zog der Fahrer eine Spritze hervor und betäubte Veronica, die in einen hypnotischen Zustand fiel und dem bösartigen Flüstern des Fahrers unterworfen war.

Veronica zeigt auf den Fahrer und starrt Vincent an.

„Er hat sie überfahren! Er hat die Nonne überfahren!“

Vincent eilt zu Veronica und nimmt sie in den Arm, doch was er sagt jagt Veronica nur einen weiteren Schauer über den Rücken.

„Aber Schatz… Schatz! Sie ist doch tot“

Irritiert blickt Veronica Vincent entgegen.

„Und wir haben sie nicht achtlos auf der Straße liegen gelassen, wie überfahrenes Vieh, sondern haben sie auch mitgenommen“
Ein Knurren ertönt aus jener Richtung in der Alex und der Fahrer stehen. Jasper tritt in Erscheinung, doch Jasper war kein Hund wie es Veronica vermutet hatte, noch war er irgend ein anderes Tier. Er war eine Kreatur auf vier Beinen, die spitze Reißzähne hatte. Außerdem hatte sie kein Fell, sowie keine Augen, und besaß einen langen reptilienartigen Schwanz.

„Wir haben sie mit einem Seil an den Baum des Teufels gebunden“, fuhr Vincent fort.

Veronica bekam Angst, von dem was Vincent sagte und trat mehrere Schritte von ihm zurück.

„Sie ist nämlich meine Zeugin, Veronica! Eine Zeugin für meinen Aufstieg als Herrscher der Welt! Und weißt du, wer DEINE Zeugin ist ?“

Auf der gegenüberliegenden Seite öffnen sich zwei Türflügel und Veronica muss mit Schrecken ihre Freundin Stella erblicken, die leblos mit einem Seil um ihre Füße gebunden kopfüber von der Decke herab hängt.

Veronica schreit auf und stößt das Glas mit der roten Flüssigkeit um. Dann flüchtet sie aus dem Wohnzimmer, in dem sie durch das Glas eines Fensters springt, das klirrend zerbricht. Doch Draußen war sie nicht sicher. Die geschnittenen Hecken sind lebendig geworden und bewegen sich auf sie zu. Auch die Kreatur Jasper nimmt die Verfolgung auf und springt durch ein Fenster, dessen Glas klirrend zerbricht. Als Veronica durch den Heckengarten rennt, erblickt sie einen grotesken Baum. Ein Blitz belichtet dessen Stamm und offenbart die tote Nonne, die mit einem Seil daran gebunden war.

Unermüdlich rennt Veronica einem Licht entgegen, bis sie die Tür eines Hauses erreicht. Schnell öffnet sie sie und schließt sie hinter sich, um somit in letzter Sekunde zu verhindern, dass Jasper sie fassen kann. Wie in Raserei geraten kratzt er mit seinen Krallen an der Tür, doch als Veronica realisiert in welchem Haus sie war, war sie verwirrt. Denn das Haus war ihr Zuhause gewesen und als Jasper die Tür einbricht und auf sie zuläuft, wacht Veronica in jenem Moment aus diesem Traum in ihrem Bett auf. Wieder war es nur einer jener Albträume gewesen, die sie seit geraumer Zeit heimsuchen.

Sie steht auf und geht ins Wohnzimmer, in dem ihr Vater und ihre Mutter die Nachrichten schauen. Ergriffen von den schlechten, beinahe apokalyptischen, Nachrichten wagt es keiner ein Wort zu sagen. Dann läutet es an der Tür, doch als Veronica sie öffnet ergreift sie eine aufkeimende Angst. Denn vor der Tür steht ein Mann, der sie abholen und sie zu ihrem Freund Vincent bringen soll…

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