KurzPsychologischer HorrorTod

Überreagieren

Achtung: Verstörender Inhalt

Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung oder Drogenkonsum. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die Angst oder Unbehagen erzeugen sollen. Wir empfehlen dir, diesen Text nicht zu lesen, wenn er dich belasten könnte.

Überreagieren Nach Luft schnappend wache ich aus einem Albtraum. Einem Albtraum, in welchem ich ertrank, keine Luft mehr bekam, bevor ich aus der Wassermasse gefischt wurde. Nur aus dem Wasser bin ich immer noch nicht. Der lauwarme Kunststoff der Badewanne klebt an meiner Haut, während ich mich aus ihr herausstemme. Es ist dunkel und ich sehe nichts. Die zuvor verdrängte Wassermasse füllt hektisch wieder den leeren Platz, als ich Behutsamkeit herauskrabble, auf der Suche nach dem Lichtschalter. Nackte Füße schmatzen kalte Fliesen entlang, meine Arme weit ausgestreckt, bis meine Handflächen die rau verputzen Wände abtasten können. Da. Mit einem Klick werde ich mit weißem Licht übergossen, bemerke zu meinem Erstaunen wie rot verfärbtes Wasser auf den Boden tropft. Das stark verdünnte Blut wirkt mehr wie eine verwässerte Pastellfarbe, dazu bereit, wie ein leichter Schweißfilm auf eine Leinwand gestrichen zu werden, die Leinwand mein Körper. Schwankend trete ich aus dem Bad, der Kaktus, de…

Überreagieren

Nach Luft schnappend wache ich aus einem Albtraum. Einem Albtraum, in welchem ich ertrank, keine Luft mehr bekam, bevor ich aus der Wassermasse gefischt wurde. Nur aus dem Wasser bin ich immer noch nicht. Der lauwarme Kunststoff der Badewanne klebt an meiner Haut, während ich mich aus ihr herausstemme. Es ist dunkel und ich sehe nichts. Die zuvor verdrängte Wassermasse füllt hektisch wieder den leeren Platz, als ich Behutsamkeit herauskrabble, auf der Suche nach dem Lichtschalter. Nackte Füße schmatzen kalte Fliesen entlang, meine Arme weit ausgestreckt, bis meine Handflächen die rau verputzen Wände abtasten können. Da. Mit einem Klick werde ich mit weißem Licht übergossen, bemerke zu meinem Erstaunen wie rot verfärbtes Wasser auf den Boden tropft. Das stark verdünnte Blut wirkt mehr wie eine verwässerte Pastellfarbe, dazu bereit, wie ein leichter Schweißfilm auf eine Leinwand gestrichen zu werden, die Leinwand mein Körper.

Schwankend trete ich aus dem Bad, der Kaktus, den ich neben der Badewanne dabeihatte, zwischen einer Achsel geklemmt, Nadeln daumentief in meiner Haut, auf der Suche nach meinem Hemd und meiner Freundin. Es braucht nicht lange bis ich beides auffinde, eines davon auf dem Bett liegend und das andere aufgehängt. Haptisch schnappe ich mir das Hemd vom weißen Lacken, ziehe mir eine passende Hose, aus meinem Wandschrank auserlesen, an. Dann die Socken, habe die verdammte Unterhose vergessen, muss die Hose wieder ausziehen, Unterhose anziehen, Hose anziehen, der Stoff klebt an meiner immer noch feuchten Haut, das Hemd ist jetzt auch noch leicht verfärbt, eigentlich muss ich noch Verbände um mein Handgelenk binden, diese Routine ist nicht mehr zum Aushalten, ich will hier weg, nicht zur Arbeit- fertig.

Ich reiche meinen Kaktus zum schlaffen Körper meiner Freundin, den sie unfreundlicherweise nicht annimmt. Mit einem Seufzen stelle ich ihn einfach unter ihr am Boden ab und verschwinde rasch aus der Wohnung, zu einer ereignislosen Busfahrt zu einem ereignislosen Arbeitstag ins Büro heraus. Gestern war es schöner.

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