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Das Schreiben eines Dämons

Für denjenigen, der es finden mag

Als ich eines Morgens den Rasen mähte, fand ich zwischen den Ritzen im Boden einen seltsamen dunkelroten Samtumschlag. Von einem unheimlichen, rötlich-rosafarbenen Schein umgeben, zog er mich förmlich in seinen Bann.

Es war, als hätte man ihn mit Absicht dort platziert, damit ich ihn finde. Schon immer war ich überzeugt, dass das Übernatürliche existiert, aber ich hatte nie die Gelegenheit, es selbst zu erfahren. Ich hielt dies für eine einmalige Chance, um ein für alle Mal herauszufinden, dass mehr dahintersteckt. Endlich könnte ich die Antworten erhalten, nach denen ich mein ganzes Leben lang gestrebt habe – dachte ich.

Diese Frage hat mich immer wieder beschäftigt, diese nicht enden wollende Reihe von finsteren und verworrenen Rätseln, die seit jeher meine Seele erfüllt haben. Wie sahen Himmel und Hölle aus? Gab es auch ein Fegefeuer? Was, wenn alles, was wir je wussten, nur ein Schwindel war und nicht der Realität entsprach, die jenseits des Schleiers der menschlichen Wahrnehmung lag?

Je mehr ich den seltsamen Umschlag betrachtete, umso mehr begann er meinen Geist zu ergreifen. Diese Energie, die durch meinen Körper zu fluten begann, war etwas Böses, so glaube ich. Jedenfalls fühlte es sich anfangs so an.

Ein seltsames Gefühl des reinsten Bösen, das mit menschlichen Begriffen nicht zu erfassen ist, stach Nadeln in meine Seele, ganz so, in der Absicht, ein Voodoo-Ritual an ihr durchzuführen.

Mein Bewusstsein, mein Körper und mein Geist wurden durch diese erstaunliche und erdrückende Kraft, die von dieser Hülle ausging, geschwächt. Schließlich gab ich ihr nach und ließ mich von ihr überwältigen. Im Grunde habe ich nicht einmal versucht, mich zu wehren. Mein Wunsch, das Übernatürliche zu sehen und zu spüren, überstieg meinen Lebenswillen. In diesem Moment wusste ich, dass ich hier etwas finden würde, das mehr bedeutet als ich. Mehr als die Menschheit selbst.

Der Umschlag war mit Blut versiegelt. Unterschrieben war er mit “Für dich” von einem “alten Dämon”. Ich begann mich zu fürchten, Furcht vernebelte meinen Geist, seine giftigen Arme griffen in den dunklen und kalten Abgrund meines Bewusstseins.

Direkt unter dem Siegel stand in winzigen Buchstaben geschrieben: “Vergieße dein eigenes Blut über das Siegel, um diesen Brief zu öffnen”. Diese rohe, mächtige Energie ergriff von mir Besitz und ersetzte die Person, die ich war, mit etwas Neuem. Mit etwas Mächtigem und Bösem zugleich.

Aber … da war noch etwas anderes, das ich fühlte. Eine Art Reue, Kummer, das Gefühl, nicht zugehörig zu sein. Aber das waren nicht meine Gefühle. Das konnte ich spüren, denn der Brief verbreitete diese Dinge.

Als ich mir in den Finger biss, ergossen sich Blutstropfen über das Siegel. Es schien, als wäre ich für immer in Zeit und Raum verloren. Das Schreiben war kurz und ich werde es hier wortwörtlich wiedergeben, da ich mich sehr, sehr unwohl dabei fühlte, es zu lesen. Und ich weiß nicht, wie, aber ich erinnere in Wort und Schrift.

“Sehr geehrter Mensch,

Eigentlich sollte dieser Brief niemals gefunden werden, geschweige denn, gelesen werden. Aber trotzdem sind wir hier. Ich bin es leid, aber ich muss es trotzdem tun.

Für dich, mein lieber Wirt, ist es zu spät. Aber ich glaube, dass du derjenige sein wirst, der das Glück gepachtet hat. Du bist der Glücklichste von allen. Ich will, dass dies mein letztes Mal ist.

Ich will verkümmern, ich will sterben. Ich will zerstört werden.

Ausgelöscht in der unendlichen, pechschwarzen, einsamen und eisig kalten Leere.

Ich werde dich leben lassen, wenn ich dich in Besitz genommen habe. Die Menschen vor dir hatten diese Chance nie, da ihr Geist und ihre Seele durch den Vorgang so korrumpiert wurden, dass sie nicht mehr leben konnten.

Du wirst hässliche und böse Dinge sehen. Du wirst Qualen und Furcht durchleben, wie du sie noch nie erlebt hast.

Nenne diesen Brief einen Fluch für jene, die ihn finden. Aber du, du wirst leben. Du wirst leben, da ich sterben werde. Noch bevor dieser Zustand eingetreten ist und der Verfall von dir Besitz ergriffen hat, werde ich tot sein.

Das geschieht bereits, seit ich denken kann. Seitdem deine Art auf der Erde wandelt. Das Ziel kenne ich nicht genau, und ich habe mir auch nie die Mühe gemacht, es zu verstehen. Es ist einfach so, dass es meine Art mit deiner Art austragen muss. So war es immer, und so wird es immer sein.

Doch ich weiß, dass du Angst hast. Ich weiß, dass dir die Hände schlottern, während du dies liest. Du weißt, dass dies kein Spiel ist. Und dass es keinen Ausweg aus dieser Situation gibt.

Alles, was du tun musst, ist, dir in den Finger zu beißen und ein paar Tropfen Blut auf das Blatt zu verschütten.

Lass mich dir etwas Neues zeigen.

In tiefster Traurigkeit,

Ein alter Dämon.”

Das Unheil, das von dem Brief ausging, verstärkte mein Empfinden immer mehr. Ich wusste, dass dies kein Scherz war.

Ich unterschrieb das Papier mit meinem Blut. Es entzündete sich, und seine rosafarbenen Flammen verzehrten mich langsam. Mein Schmerz erfüllte mich mit einem Schrei, allerdings nicht, weil ich brannte. Es war ein Schmerz, der von der Tatsache herrührte, dass ich Stück für Stück in eine andere Ebene gebracht wurde.

Mir wurde sozusagen schwarz vor Augen. Als ich meine Augen ein wenig öffnete, war alles, was ich sah, eine große Glasröhre.

Die Röhre erschien mir unendlich und der schwarze Rauch, der sie füllte, schadete mir körperlich nicht. Doch als sich der Rauch verflüchtigte, erblickte ich entstellte Gesichter teuflischer Wesen, deren glänzende Zähne Säure auf das Glasrohr spieen.

Sie waren überall. Mit scharfen Klauen kratzten sie an der Oberfläche und versuchten, einzudringen und sich zu nähren. Ich sah den Hunger in ihren Augen, den Hass, der alles, was in ihrem Geist und Körper steckte, schürte.

Die Missgestalten heulten und grölten vor Verlangen, von mir zu fressen. Das war meine letzte Erinnerung an den Aufenthalt in der Röhre. Direkt nachdem ich diese schrecklichen Kreaturen gesehen hatte, fiel ich in völlige Bewusstlosigkeit.

Ich weiß nicht, wie viel Zeit ich in dieser Röhre verbracht habe. Die Zeit schien dort keine Rolle zu spielen. Sie schien unendlich zu sein. Grenzenlos. Um mich herum nur Düsternis.

Als ich wieder zur Besinnung kam, befand ich mich in einem kleinen Raum. Obwohl er von einer flirrenden gelben Glühbirne spärlich beleuchtet war, blieb es ziemlich dunkel. Rechts vor mir befand sich ein Stuhl. Er war genau mit dem gleichen roten Samt umwickelt, aus dem auch der Umschlag war.

“Bitte … Nimm doch Platz”, sprach die baritonale Stimme und ließ den Raum erbeben, als hätten die vergangenen Äonen plötzlich einen Klang. Eine Stimme, die alle Arten von existentialistischem Schrecken und Grauen ausdrückte, deren ihr Besitzer mit dem Vergehen dieses seltsamen, von Menschen erfundenen Konstrukts, der Zeit, konfrontiert war.

Ich spürte, wie die Angst an meinem Gehirn leckte, und ihre schreckliche Umarmung hielt mich an Ort und Stelle fest und verhinderte, dass ich mich rühren konnte. Die Furcht, die sich in mir festsetzte, wurde zur Lebensgefahr. Mir war bekannt, dass ein Mensch im medizinischen Sinne zu Tode erschreckt werden kann.

Meiner Meinung nach würde es nicht lange dauern, bis ich dort ankommen würde. Was auch immer mit mir in diesem Raum war, was auch immer in der dumpfen, feuchten und schweren Luft lauerte, ließ mich um mein Leben fürchten.

Der Raum begann zu beben, und ich sank auf den Stuhl. Die Stimme sagte mir, ich solle meine Augen schließen. Vor ihnen zogen rote Blitze auf, obwohl doch jeder nur Dunkelheit wahrnimmt, wenn er seine Augen schließt.

Eine Tür öffnete sich, dann wurde sie wieder geschlossen. Als ich das erste Mal hierherkam, gab es keine Tür. Wieder einmal war ich mir absolut sicher, dass die Naturgesetze, nach denen wir unser Leben ausrichten, hier nicht gelten. Mehr noch, hier war nichts mehr natürlich.

“Öffne deine Augen”, befahl mir dieselbe Stimme noch einmal.

Eine Woge des Entsetzens und des Schocks durchdrang mein Herz. Sie spaltete meine Seele in zwei Hälften, die niemals mehr zusammengefügt werden konnten. Mein Verstand zerbrach in Tausende von kleinen Scherben. Ich war nicht mehr ich selbst. In meinem Körper thronte jetzt die Angst. Der Kampf zwischen dem, was ich vorher dachte, und dem, was jetzt vor mir stand, war in vollem Gange.

Ein teuflischer Schatten, dessen Augen in einem kräftigen Rotton glühten, fixierte mich. Es war unerträglich, ihn anzuschauen, und doch war ich hier. Das Ungeheuer stand vor mir, als würde es mich aus Kindertagen kennen. Ja, es kannte mich sogar schon, noch bevor ich überhaupt geboren wurde.

Der rauchige Schatten stieß einen Seufzer aus, bevor ein melancholisches Lächeln seine glänzenden Zähne entblößte. Die Art und Weise, wie sich das Gesicht des Schattens, oder vielleicht sollte ich sagen, das Gesicht dieses Mannes, verzog und eine düstere, uferlose und unermessliche Schwermut offenbarte, berührte mich zutiefst. Das Erste, was mir zu dieser Traurigkeit einfiel, war eine karge Einöde unter dunklen Wolken am Firmament.

Genau das. Unzählige Wolken, die von einem trägen, müden Wind über das Ödland des früheren Ungeheuers hinweggetragen wurden.

“Hab keine Angst, Kind. Du wirst kein Leid erfahren. So hoffe ich”, sagte der Ungeist.

Fassungslos blickte ich auf, während mir ein Rauschen durch den Schädel schoss. So etwas wollte ich schon immer mal erleben, aber nicht so, dass die Angst wie ein Blutegel aus der Hölle in meinen ganzen Körper eindringt.

“Du wirst der letzte Mensch sein, den ich beherrsche, bevor ich mich selbst auslösche. Ich ertrage es nicht mehr. Du bist auserwählt, da du schon immer einmal das Übersinnliche bewundern wolltest”, sagte der Dämon, dessen kehlige Stimme wie ein tausendfaches metallisches Summen und Schnalzen erklang, das sich ineinander verzog. “Ich möchte vorher mit dir reden, ehe wir das tun.”

Ein Nicken von mir. Schauder liefen mir über den Rücken, und alles, was ich vorher zu wissen glaubte, wurde von dieser neuartigen Erfahrung zunichtegemacht.

“Dieser Ort … Dieser Ort wird die Höhle genannt. Es ist ein Vorzimmer zur Hölle. Du hast doch das Öffnen und Schließen der Tür gehört, oder? Was auf der anderen Seite liegt, wird dich um den Verstand bringen, und es ist nicht einmal die Hölle selbst dahinter”, seufzte er und eine tiefdunkle Tristesse entrang sich seinem Mund.

Die Furcht, die in mir herrschte, ließ mich vorerst keine Worte verlauten und ich nickte.

Die Höhle war ein Ort, an den alle Menschen, die demnächst besessen sein würden, gelangten. Dort konnten sie dem Dämon, der ihren Körper übernehmen würde, von Angesicht zu Angesicht gegenübersitzen. Einige von ihnen enthüllten Vertraulichkeiten oder unerlaubte Kenntnisse, während andere schlichtweg nichts preisgaben. Sie können dir andere Welten zeigen oder dich einfach nur verspotten, verletzen und schließlich von dir Besitz ergreifen, als wärst du eine Nichtigkeit.

Ich denke, was alle Menschen, die in diesem Raum saßen, gemeinsam hatten, war Angst. Eine abgrundtiefe, nicht enden wollende, brodelnde Angst.

“Du musst mir helfen, mich an einen Ort zu tragen, auf dem ich mein Leben lassen werde. Dort finden wir einen Teich, wo ich ertrinken werde, da ich genug habe”, erklärte der Dämon.

Schließlich erlangte ich meine Stimme wieder. Ich hatte zwar furchtbare Bedenken, doch so wollte ich die Existenz des Übernatürlichen nicht kennenlernen. Meine erste Erfahrung mit dem Übernatürlichen sollte nicht darin bestehen, dass ich ein Gefäß für einen selbstmordwilligen Dämon bin.

Die Höhle begann zu zittern, und der Dämon wies mich darauf hin, dass wir uns beeilen müssten. Die Prozedur wird schmerzhaft sein und der Schrecken würde wahrscheinlich ewige Spuren und Narben in meinem Geist hinterlassen.

“Bist du bereit, Kind?”, fragte mich der Dämon.

Als ich nickte, füllten sich meine Augen mit Tränen. Er stieß mich in die Brust, als hätte man gerade ein Gewehr in mir entladen. Dieser Schmerz glich einer ewigen Flamme des Hasses, einem überlegenen Wesen, das alles übertraf, was ich bisher kannte. Der Teufel breitete sich in meinem ganzen Körper aus und ergriff von mir Besitz. Bald diktierte er alle meine Handlungen und Bewegungen. Mein Gedankenfluss entsprach nicht mehr meinem eigenen.

Ich wurde ein Gefangener.

Die violette Tür erschien vor mir. In meinem eigenen Kopf stieß ich einen Schrei aus, doch er wurde von der Stimme des Dämons verschluckt.

“Ich werde dich vor dem Wahnsinn beschützen. Dir wird nichts passieren. Lass uns zum Teich gehen”, sagte er schließlich in meinem Inneren.

Die Tür öffnete sich und ein schwarzer, langer Korridor zum Vorschein gebracht. Er ähnelte in mancher Hinsicht der Röhre, in der ich hierher gereist war.

Überall an den Wänden hingen Männer und Frauen. Der Dämon erzählte mir, dass seine Oberen gelegentlich Vergnügen daran fanden, Sünder an die Wände zu heften, insbesondere Mörder, Vergewaltiger und Pädophile. Ihre nicht enden wollenden Schreie würden bis in die Ewigkeit widerhallen, zu der sie verdammt waren.

Schreie um Hilfe und Wehklagen erfüllten den Korridor. Die Lichtlosigkeit bereitete mir keine Probleme. Durch die Augen des Dämons konnte ich bis zum Ende dieses schwarzen, horizontalen Ortes sehen, der nur für Bestien und frühere menschliche Psychopathen gedacht war.

Das Besondere an dieser neuen Sicht war, dass es so aussah, als ob ein Feuer in meinen Augen lodern würde. Anders kann ich es nicht ausdrücken. Ähnlich der Situation, wenn man durch ein Feuer blickt und die andere Seite erblickt. Genau das war es auch.

“Wir müssen uns sputen. Er muss wissen, dass irgendetwas passiert”, rief der Dämon in meinem Kopf.

“Wer weiß es denn?”, fragte ich, während sich die Angst in meine Gedanken einschlich.

“Du weißt, wer”, sagte er.

Ich rannte los, auch wenn ich mich nicht mehr in der Gewalt meines eigenen Körpers war. Ich lief immer weiter und weiter, es schien mir eine Ewigkeit zu dauern.

Wir erreichten eine weitere Tür, sie war uralt, und das Holz zeigte deutliche Risse. Ein Heulen, gefolgt von einem tiefen Stöhnen, hallte durch den Korridor hinter mir und ließ jeden Schrei der in den Mauern gefangenen Sünder verstummen. Ich vernahm das Ungetüm, das auf mich zustürmte, und keine Sekunde lang wagte ich es, meinen Kopf umzuwenden und herauszufinden, was oder wer es war. Tief in meinem Inneren wusste ich, wer er war.

Als ich die Tür öffnete, traf mich ein helles, weißes Licht wie ein Blitz ins Gesicht.
Dieser starke Strahl ließ mich zeitweilig erblinden, doch bald erholte ich mich wieder.

LAUF!”, forderte der Dämon eindringlich.

Eine kreisförmige Konstruktion aus Stein nahm Gestalt an, als ich mich ihr näherte. Es war mit Wasser gefüllt und schwarz getränkt. Es regte sich auf ungewöhnliche, unnatürliche Weise, genau wie alle anderen Dinge an diesem Ort.

Dunkle Wassertröpfchen stiegen in die Luft und tanzten unter dem silbernen Himmel über mir. Eine tiefrote Sonne, zerteilt in vier Abschnitte, entlud ihren Kern in der Luft wie Blut und regenerierte sich unaufhörlich. Skelettierte Vögel zogen durch den Himmel, und ihre hasserfüllten Schreie ließen meine Seele erbeben. Bäume aus Zähnen raschelten, sobald sie von den höllischen Böen dieses Ortes gestreift wurden.

“Dies ist ein Dämonenfriedhof. Diejenigen, die starben, werden hier beigesetzt. Das Wasser dort dient zuweilen der Heilung, und zuweilen fügt es denjenigen, die nicht gehorchen, Qualen zu. Weiß ist für die Heilung, schwarz für den Schmerz”, erklärte der Dämon zu mir.

Er wies mich an, meine Haut zu schälen, da das dunkle Wasser Blut erforderte.

Die rote Flüssigkeit zerrte an den schwimmenden dunklen Tropfen, als würden sie verzehrt werden. Anschließend stürzten sie in das Becken und schlugen darauf ein, als ob ein riesiger Felsen vom Himmel der Hölle gefallen wäre.

Es bildete sich eine Art Strudel, in den ich hineinschaute, jedoch kein Ende erkennen konnte. Er glich einem bodenlosen Abgrund. Dort sah ich nur tote Körper, groteske Skelette und Hörner, die das Nichts ausfüllten. Sie trieben in dem endlosen Raum umher wie weggeworfene Kadaver des Unheils.

“Wir müssen springen. Dann wirst du sicher in deine Welt zurückkehren. Ich will, dass dies mein Grab ist. Mein ewiges Zuhause”, seufzte er, kurz bevor ich sprang.

Er verließ meinen Körper, als hätte ihn etwas aus dem Nichts aus mir herausgezogen. Er schwebte, immer noch lebendig.

“Ich danke dir für deine Hilfe, Sohn von Adam”, seine letzten Worte waren von Erleichterung und gleichzeitig von Bedauern und abwehrendem Mut geprägt.

Aus der Schwärze griffen zwei lange Arme nach ihm und hielten ihn fest. Sie rissen ihn entzwei, und für eine Sekunde erfüllte eine Explosion aus hellem Licht die Leere. Das blendete mich, und ich wurde ohnmächtig.

Als ich wieder aufwachte, lag ich auf der Treppe meines Hauses. Ein klingelndes Geräusch erfüllte meinen Kopf, während ich immer noch die Schreie der verputzten Menschen aus dem dunklen Korridor hörte. Das Mal auf meiner Hand ist geblieben, sogar der blutige Kratzer ist noch zu sehen.

Noch heute denke ich darüber nach. Was ich erlebte, grenzte an Wahnsinn, aber es war nur ein kleiner Teil der Dinge, die wir nicht kennen. Mein Wunsch wurde erfüllt, indem ein Dämon seinen Willen durchsetzte.

Was ich gesehen habe, wird mich für immer verfolgen. Die Angst, die davon ausging, ist für immer in meiner Seele eingebrannt wie eine sengende, scharfe Eisenglut auf exponierter Haut.

Ich frage mich. Was gibt es da draußen noch, das wir nicht sehen können?

Original: Hier

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