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Das Wunder von Hoenn

Achtung: Verstörender Inhalt

Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung oder Drogenkonsum. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die Angst oder Unbehagen erzeugen sollen. Wir empfehlen dir, diesen Text nicht zu lesen, wenn er dich belasten könnte.

Hallo, Mein Name ist Eli, ich bin 87 Jahre alt und Wohne in Floßbrunn, einem kleinen Dorf, welches verschlafen auf den Gewässern der Hoenn-Region treibt. Ich lebe schon sehr lange hier, umsorge die Ortsansässigen und Touristen, sowie ihre Pokemon. Die meisten jungen Pokemontrainer besuchen diesen Ort um Zeuge eines einzigartigen Phänomens, zu werden. In Scharen versammeln sie sich aus den verschiedensten Regionen und besuchen unser kleines Dorf an bestimmten Tagen, Uhrzeiten, Jahreszeiten und sogar während den  unterschiedlichsten Sternen- und Planetenkonstellationen. Was ich nicht schon alles gehört und gesehen habe. Jeder hat seine ganz eigene Theorie und Taktik. Ich muss schon sagen, die Menschen sind äußerst kreativ … doch egal wie verschieden sie sind, sie alle möchten es mit eigenen Augen sehen … das Wunder unseres Ortes. Verständlich … der Mythos um eine rätselhafte Insel, die aus dem nichts am Horizont erscheint und die sagenhaftesten Schätze und die stärksten…

Hallo,

Mein Name ist Eli, ich bin 87 Jahre alt und Wohne in Floßbrunn, einem kleinen Dorf, welches verschlafen auf den Gewässern der Hoenn-Region treibt. Ich lebe schon sehr lange hier, umsorge die Ortsansässigen und Touristen, sowie ihre Pokemon. Die meisten jungen Pokemontrainer besuchen diesen Ort um Zeuge eines einzigartigen Phänomens, zu werden. In Scharen versammeln sie sich aus den verschiedensten Regionen und besuchen unser kleines Dorf an bestimmten Tagen, Uhrzeiten, Jahreszeiten und sogar während den  unterschiedlichsten Sternen- und Planetenkonstellationen.

Was ich nicht schon alles gehört und gesehen habe. Jeder hat seine ganz eigene Theorie und Taktik. Ich muss schon sagen, die Menschen sind äußerst kreativ … doch egal wie verschieden sie sind, sie alle möchten es mit eigenen Augen sehen … das Wunder unseres Ortes. Verständlich … der Mythos um eine rätselhafte Insel, die aus dem nichts am Horizont erscheint und die sagenhaftesten Schätze und die stärksten und seltensten Pokemon beherbergt ist für viele ein reizvoller Gedanke. Sie nennen es „Wundereiland“. Ich muss gestehen, mir gefällt der Name. Er klingt so friedlich … so harmonisch und friedlich …

Amanda hätte der Name gefallen … Amanda. Sie müssen wissen … Amanda war so ein kluges Mädchen. Sie war lebensfroh, herzlich und vertrauenswürdig. Doch sie war vor allem eines … meine beste Freundin aus Kindertagen.

Wussten Sie, dass Hoenn die Heimat der äußerst seltenen Lydzibeere ist? Oh ja, sie wurde einst aus Hoenn in alle Regionen dieser Welt exportiert. Sie war schwer zu züchten, weswegen sie Weltweit sehr begehrt war. Unsere Region bot jedoch die perfekten Bedingungen, lange bevor das Klima in Hoenn die Lydzibeere nicht mehr gedeihen ließ. Die Lydziade war Amandas Lieblingspflanze. Nicht zuletzt weil ihre Eltern sie mit großer Hingabe züchteten. Aber das liegt alles bereits viele Jahre zurück. Ich erinnere mich noch gut daran, wie Amanda und ich ihren Eltern dabei halfen, die Samen, Blüten und Früchte der Lydziade auf die Seewoge Malvenfroh zu Transportieren damit sie in aller Herren Länder angebaut werden konnte. Auch wenn die meisten an der Zucht scheiterten, unterstützten wir die Kunden von Amandas Eltern, wo wir nur konnten. Amanda und ich waren ein tolles Team …. es war eine Freundschaft, wie sie sich ein kleiner junge meines Alters nur hätte wünschen können.

Nach jeder erfolgreichen Saison lieferten wir die Ware an die Seewoge und am Abend feierten Amanda und ich immer mit ihren beiden Issos bei ausgelassener Laune unseren Fleiß im Garten ihrer Eltern. Ihre Issos waren besonders warmherzige Pokemon, passten also perfekt zu Amanda. Eines von ihnen trug eine kleine Schleife, die Amanda extra gebastelt hat. Sie ging so liebevoll mit ihnen um. So liebevoll, wie sie mit allen Lebenwesen umging.

Mit den Monaten veränderten sich die Temperaturen und Wetterbedingungen in Hoenn rasant. Die Ernte vieler Bauern ging ein, die Gewässer waren eine Zeit lang unpassierbar. Der Volksmund schrieb diese katastrophalen Klimaverhältnisse den zwei Wettergiganten zu, die bereits in alten Volkloren für epochale Naturkatastrophen verantwortlich gewesen sein sollen. Leider sorgte dieser rapide Klimaanstieg für das Aussterben der heimischen Flora und Fauna und auch Amandas geliebte Lydziade war davon betroffen. Bis auf einen einzigen Samen, den Amanda hütete, wie ihren Augapfel war die komplette Ernte nicht zu retten. Auch in den Folgemonaten sah es schlimm für die Lydziade aus. Nichts konnte die Pflanze vorm sterben bewahren. Und selbst wenn … weder Passagierschiffe noch Güterfrachter legten bei uns an oder ab. Das einzige Schiff, welches alle paar Wochen bei ruhigem Gewässer ablegte war die Seewoge Malvenfroh. Das Geschäft von Amandas Eltern, ihre Leidenschaft, alles dahin.

So entschloss sich Amanda eines Tages, dem Aussterben ihrer Lieblingspflanze Einheit zu gebieten und lief mit ihren beiden Issos davon. Ihren Eltern hinterließ sie eine Notiz mit den Worten:

„Ich gebe unseren Traum nicht auf. Ich bin bald wieder zurück.

In Liebe, Amanda ♡“

In jener stürmischen Nacht erreichte Amanda Graphitport City und schmuggelte sich auf die Seewoge Malvenfroh kurz bevor sie ablegte. Ihr Ziel: Johto.

Am nächsten morgen suchten Amandas Eltern ganz Malvenfroh nach ihr ab. Sie gaben Vermisstenanzeigen auf, erkundigten sich in Graphitport über ihren Verbleib. Doch keine Spur von Amanda oder ihren beiden Pokemon. Einer der Seeleute soll jedoch bemerkt haben, wie ein kleines Mädchen an Bord der Seewoge geklettert sei. Das Schiff legte jedoch ab bevor er etwas unternehmen konnte. Es war also klar, Amanda befand sich auf dem Schiff um diesen letzten Samen auf fruchtbaren Boden zu bringen. Wir konnten nur hoffen, dass Amanda heil und unversehrt in Johto angekommen war.

Doch nach 5 Tagen der Sorge und des Kummers erreichte uns die Nachricht, dass die Seewoge Malvenfroh während des heftigen Sturmes auf ein Riff gelaufen sei. Eine Nachricht, die uns das Blut in den Adern gefrieren ließ … Nein, das konnte und wollte ich nicht glauben. Mir fiel es schwer meine Gedanken zu ordnen. Mein Herz und mein Geist waren bei Amanda … doch wo war sie?

Die Bergungsarbeiten verliefen schwerfällig und frustrierend. Die Route, die das Schiff nahm wurde doppelt und dreifach abgefahren. Irgendwann wurde das Wrack gefunden und ein paar Überlebende konnten sogar gerettet werden. Doch die meisten ertranken in den Fluten.

Als wir die Nachricht erhielten, die Bergungstruppen seien mit Überlebenden zurückgekehrt, fiel uns allen ein Stein von Herzen. Doch Amanda war nicht bei den Geretteten. Sie müssen wissen, mit der Hoffnung ist das immer so eine Sache. Sie kann das mit Abstand schönste und beflügelnste Gefühl sein, doch in der nächsten Sekunde spürt man diesen freien Fall, diese Hilflosigkeit, nichts gegen den bevorstehenden Aufprall tun zu können. Und dann passiert es: Man landet auf dem kalten, erbarmungslosen Asphalt der Realität und ist plötzlich so wach wie nie zuvor. Das Leben, wie wir es kannten, das Leben mit Amanda war vorbei.

Nun haben Sie natürlich verschiedene Strategien um mit diesem Schmerz umzugehen. Sie können diese Tragödie aufarbeiten und hoffentlich irgendwann damit abschließen, Sie können sich in Ihrer Trauer verlieren und sich vom Rest der Welt isolieren … oder Sie tun es mir gleich, leugnen die Ereignisse und verdrängen das Gefühlschaos in ihrem Innersten. Ich habe mich nie mit ihrem Tod abgefunden. Einige gemeinnützige und ehemalige Nachbarskinder, die Amanda gut kannten schlossen sich mit mir zusammen und wir durchkämmten die Wasserouten von Hoenn immer wieder, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr. Aus Nachbarskindern wurden Freunde, aus Freunden erwuchs ein Team, aus einem Team eine Kameradschaft und daraus schlussendlich eine Familie.

Erst war ich nur freiwilliger Helfer, doch als junger Erwachsener leitete ich das Bergungsteam für Seenotrettung und so erbauten wir mitten auf dem Wasser ein kleines Dorf an der Stelle, wo die Seewoge Malvenfroh zum ersten mal kenterte, bevor sie aufgelaufen ist. Ich widmete mein Leben der Seenotrettung und zog nach Floßbrunn zusammen mit meinem Team aus Wasserpokemon. In Floßbrunn war ein Tag, wie der andere. Unser Arbeitstag bestand aus Routineübungen und dem abhören des Hoenn-Wetterfunks.

Doch eines Nachts hörte ich ein Geräusch. Mir war, als würde jemand meinen Namen flüstern. Ganz leise und sacht. Ich öffnete die Augen und nahm ein Licht wahr, welches in mein Fenster hineinschien. Ich hielt es erst für den Mondschein. Doch Vollmond war erst in 2 Wochen. Und da war wieder dieses Flüstern. Ich stand auf und folgte dem Geräusch, das mich zum Fenster meines Schlafzimmers führte. Als ich hinausschaute, hielt ich es erst für eine Halluzinationen, eine Träumerei, die meiner Schlaftrunkenheit geschuldet war. Vor mir, einige Kilometer entfernt erschien diese Insel. Eine Insel die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Ich reibte mir den Sand aus den Augen und schüttelte mich kurz. Es war kein Traum … da war tatsächlich eine echte Insel, die am Horizont in ein wohliges warmes Licht gehüllt war. Das Flüstern kam aus der selben Richtung. Ich wollte natürlich herausfinden,  was es damit auf sich hatte … also schnappte ich mir mein Lapras und schwomm sofort dorthin um die Sache genauer zu erkunden. Ich sah, dass auch andere Dorfbewohner aus ihren Häusern kamen um die leuchtende Insel zu betrachten. Mich beruhigte das ungemein, denn es bedeutete, dass ich nicht verrückt und die Insel keine Einbildung war.

Es dauerte nicht lange und ich erreichte das kleine Eiland. Bereits als ich meinen ersten Fuß draufsetzte, überkam mich ein eigenartiges Gefühl …. Es war seltsam. Dieser Ort kam mir so vertraut vor obwohl er mir gänzlich fremd war. Das flüstern wurde lauter. Es führte mich zu einer steinernden Treppe, welche ich ohne zu zögern hinaufging. Oben angekommen hörte ich es in den hohen Gräsern rascheln. Kann das sein? Wilde Pokemon auf einer kleinen, rätselhaften Insel wie dieser?  Ich näherte mich dem hohen Gras und aus dem dickicht schnellte ein Pokemon hervor. Es war ein Isso. Es verhielt sich seltsam für ein wildes Pokemon. Es sprang freudig umher und begrüßte mich wie einen guten alten Freund. Es war eigenartig aber dieses Pokemon wirkte wie eines von Amandas Issos. Nein … oder doch? Ich war mir nicht sicher, doch wollte ich mir einreden, es sei Amandas Pokemon. Denn dies würde bedeuten, die konnte sich aus der Katastrophe retten. Ich schaute zum Isso hinunter und bemerkte ein kleines Schleifchen, welches an Schweif befestigt war. Es bestand kein Zweifel …. es musste Amandas Isso sein. Ich fragte es, ob es mich zu ihr führen könne. Meine Gedanken spielten verrückt. Aber als mich dieses Isso in die Mitte der kleinen Insel führte, hoffte irgendwas in mir, Amanda nach so vielen Jahren wiederzusehen. Mein Herz begann zu pochen. Wie würde sie reagieren? Was würde ich als erstes sagen? Würde sie sich an mich erinnern? Wie konnte sie hier überleben? Fragen über Fragen schossen in Bruchstücken von Augenblicken wie Donnerblitze durch meinen Kopf … ich hielt an und ließ meinen Blick über die weitläufige Wiese des Eilands schweifen. Dabei entdeckte ich in der Ferne ein kleines, einsames Pflänzchen, welches sich sacht mit dem Wind bewegte. Ich lief hin und erkannte in der einsamen Pflanze etwas vertrautes, was ich schon seit guten 2 Jahrzehnten nicht mehr in Natura gesehen habe.

Es war eine Lydziade, die behangen war mit den prallsten und saftigsten Lydzibeeren, die ich je gesehen habe. Als ich mich der Pflanze näherte bemerkte ich, dass die Erde unter ihr aufgewühlt war. Ich griff in die Erde und stieß auf einen kleinen roten Stofffetzen, der etwas aus der Erde herausschaute. Ich griff danach und nach wenigen Sekunden wurde mir schlagartig klar, was ich dort in den Händen hielt. Ich verharrte eine Weile, starr vor schreck und wagte nicht, auch nur ein einziges weiteres mal an diesem Stückchen Stoff zu ziehen. Tränen durchliefen mein Gesicht … es war der selbe Stoff von Amandas rotem Lieblingskleid.

Ich kann Ihnen gar nicht beschreiben, wie ich in diesem Moment gefühlt habe. Ich erinnere mich aber wage an das Gefühl tiefer Traurigkeit. Diese Lydziade wuchs nicht grundlos an diesem Fleckchen. Ich glaube ich habe in meinem Leben noch nie so sehr geweint. All die Jahre der Suche und der Hoffnung. Ich sagte ja bereits, mit der Hoffnung ist das so eine Sache. Mein inneres Kind wollte es nie wahrhaben, doch nun hatte ich die bittere Gewissheit. Amanda überlebte das Schiffsunglück und starb einige Zeit später auf dieser Insel … genau hier … und aus der Erde, zu der sie über die Jahre wurde entsprang die letzte Lydziade der Hoenn-Region, erwachsen aus dem Samen, den Amanda selbst nach ihrem Ableben noch bei sich trug.

Ich hätte ihre Gebeine bergen können. Ich hätte sowohl die Polizei, Die Seenotrettung, als auch Amandas Eltern über diesen tragischen Fund informieren können. Ich tat jedoch nichts der gleichen. Ich verabschiedete mich nach einer Weile, schwamm nach Hause und beschloss, keinem zu erzählen, was ich auf dieser Insel entdeckt habe. Am nächsten Morgen war sie verschwunden. Im Dorf wurde lautstark diskutiert und auch ich wurde befragt. Ich antwortete, dass ich aufgrund der Strömung gar nicht erst in die nähe der Insel kam. So schuf der Volksmund unseres kleinen Dorfes den Mythos um das wundersame Eiland, welches urplötzlich am Horizont erscheint. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer, sodass unser Dorf nun auf Platz vier der beliebten Hoenn-Pilgerstätten für Touristen direkt unter dem Schlotberg gelistet war. Über die Zeit dichteten die Menschen noch allerlei Unfug hinzu. Von den seltensten und stärksten Pokemon, die dort angeblich anzutreffen seien bis hin zu einem großen Schatz und seltenen, wertvollen Pflanzen. Naja … zumindest mit letzterem behielten sie Recht.

All die Jahre konnte ich mir keinen Reim darauf bilden, aus welchem Grund die Insel plötzlich auftauchte als Amanda in Not war. Und ich kann auch nicht sagen, warum sie mir Jahrzehnte später erneut erschienen ist … welches Mysterium wirklich hinter dieser Insel steckt. Aber eines weiß ich … sie ist die letzte Ruhestätte meiner besten Freiundin und ihrer Pokemon …  ein Ort des Friedens und des Gedenkens. Und auch wenn ich Wundereiland nie wieder betreten werde, stehe ich dennoch jeden Tag am Fenster und blicke gebannt auf den Horizont.

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