CreepypastaMittel

Pizza Hawaii – Remastered

Achtung: Verstörender Inhalt

Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung oder Drogenkonsum. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die Angst oder Unbehagen erzeugen sollen. Wir empfehlen dir, diesen Text nicht zu lesen, wenn er dich belasten könnte.

Die Dunkelheit hatte sich längst über die späte Stunde gelegt, als Natascha die Tür öffnete und Samara hereinkam, ihr lächelndes Gesicht vom abendlichen Laternenlicht erhellt. Sie hatten sich für ihren wöchentlichen Filmabend verabredet, und die Vorfreude auf einen gemütlichen Abend war spürbar. Samara hatte ihre Jacke bereits abgelegt und Natascha holte eine dampfende Pizza aus der Mikrowelle. Die beiden Freundinnen setzten sich auf die Couch, bewaffnet mit einem Glas Wein, und freuten sich auf einen unterhaltsamen Film. Der Film lief im Hintergrund, aber sie plauderten über ihre Tageserlebnisse und banale Kleinigkeiten. »Bist du bereit für ‚Halloween Overkill 2‘?« fragte Natascha und hielt das Weinglas in der Hand. »Natürlich, ich warte nur auf dich«, erwiderte Samara und schnappte sich ein Stück Pizza. Obwohl der Film bereits zehn Minuten lief, ließen sie sich Zeit und genossen ihre gemeinsame Zeit. Samara war Nataschas beste Freundin und hatte immer ein offenes Ohr für …

Die Dunkelheit hatte sich längst über die späte Stunde gelegt, als Natascha die Tür öffnete und Samara hereinkam, ihr lächelndes Gesicht vom abendlichen Laternenlicht erhellt. Sie hatten sich für ihren wöchentlichen Filmabend verabredet, und die Vorfreude auf einen gemütlichen Abend war spürbar. Samara hatte ihre Jacke bereits abgelegt und Natascha holte eine dampfende Pizza aus der Mikrowelle. Die beiden Freundinnen setzten sich auf die Couch, bewaffnet mit einem Glas Wein, und freuten sich auf einen unterhaltsamen Film. Der Film lief im Hintergrund, aber sie plauderten über ihre Tageserlebnisse und banale Kleinigkeiten.

»Bist du bereit für ‚Halloween Overkill 2‘?« fragte Natascha und hielt das Weinglas in der Hand.

»Natürlich, ich warte nur auf dich«, erwiderte Samara und schnappte sich ein Stück Pizza. Obwohl der Film bereits zehn Minuten lief, ließen sie sich Zeit und genossen ihre gemeinsame Zeit. Samara war Nataschas beste Freundin und hatte immer ein offenes Ohr für sie. Die beiden kannten sich seit ihrer Kindheit und ihre Freundschaft war tief verwurzelt. Während sie plauderten, aßen und den Film verfolgten, durchbrach plötzlich das Klingeln von Nataschas Telefon die harmonische Stimmung. Natascha nahm ihr Smartphone zur Hand und schaute auf das Display.

»Entschuldige mich kurz, es könnte meine Eltern sein«, sagte sie und nahm den Anruf entgegen. Sie zeigte ihrer Freundin das Display: »Kennst du diese Nummer?« Samara zuckte mit den Schultern und spielte mit einer Haarklammer, während der Film vor sich hin flimmerte.

Natascha entschied sich, den Anruf anzunehmen und meldete sich: »Hallo, wer spricht da?«

Ein wiederholter Piepton als einzige Antwort.

»Hmm, vielleicht hat sich jemand verwählt«, vermutete sie.

Kurz darauf klingelte das Telefon erneut, wieder von derselben Nummer. Natascha antwortete erneut: »Hier spricht Natascha Morgan.«

Die Stimme am anderen Ende erklärte: »Hier ist Pizzeria Alberto Ultimo. Ihre Bestellung, einmal Pizza-Hawaii, wird in zehn Minuten geliefert.«

Natascha runzelte die Stirn. »Es tut mir leid, aber wir haben keine Pizza bestellt. Es muss ein Missverständnis sein. Wir werden die Bestellung nicht annehmen.«

Die Stimme überprüfte: »Wir haben hier Ihre Bestellung vorliegen, einmal Pizza mit Ananas. Sie wollen nichts?« Natascha war skeptisch: »Woher haben Sie diese Nummer? Wir haben weder bei Ihnen bestellt noch jemals von Ihrer Pizzeria gehört.«

Die Stimme am anderen Ende beharrte: »Sie haben vor zwanzig Minuten von dieser Nummer aus angerufen und die Bestellung aufgegeben.«

Natascha blieb standhaft: »Nein, das kann nicht sein. Sie haben sich sicherlich vertan. Wie gesagt, wir werden die Pizza nicht annehmen.«

Nach einer kurzen Pause und einem Seufzen von der anderen Seite hörte Natascha: »Können Sie es sich nicht nochmal überlegen? Es würde mir – uns – viel Aufwand ersparen, wenn Sie die Bestellung einfach annehmen würden.«

Natascha war entschlossen: »Nein, ich werde keine Bestellung annehmen, die ich nicht aufgegeben habe. Auf Wiedersehen.«

Samara lachte leicht: »Manchmal gibt es wirklich geistige Tieffliegern.«

Natascha legte das Telefon beiseite, und die beiden Freundinnen kehrten zum Film zurück. Doch ihre Ruhe sollte nicht von langer Dauer sein. Das Klingeln am Handy wiederholte sich. Wütend nahm Natascha den Hörer zur Hand: »Hören Sie, ich …« Doch bevor sie weitersprechen konnte, unterbrach sie die andere Stimme – übertrieben freundlich.

»Haha, ich wollte nur sagen, mein Chef hat Ihnen zuerst die falsche Adresse genannt. Deshalb verzögert sich Ihre Bestellung um etwa fünf Minuten.«

Entnervt antwortete sie: »Das ist wirklich ein schlechter Scherz. Wir haben keine Pizza bestellt und werden sie auch nicht annehmen!«

Sie beendete ein weiteres Mal das Gespräch. Sie hatte sich gerade gemütlich nach hinten gelehnt, da klingelte abermals dieselbe Nummer, während Samara mit einem »was zur Hölle?«, das Gesicht verzog.

Natascha dachte über das Unterdrücken der Nummer nach, ging dann aber doch noch einmal ran, um ihm ordentlich die Meinung zu geigen.

»Wir haben keine Pizza Hawaii bei euch bestellt!! Was ist Ihr verdammtes Problem, Sie Affe?!«, schnauzte sie in den Hörer.

Stillschweigen am anderen Ende.

Aber er war noch da.

Seine Atemzüge waren deutlich zu hören.

Dann legte er von selbst auf. Ein ungutes Gefühl nistete in Nataschas Magengegend. Der Kerl wurde ihr immer unheimlicher. Außerdem suggerierten Fußschritte und Keuchen im Hintergrund, dass er unterwegs sein musste.

»Na dem hast du es aber gegeben!«, jubelte Samara.

Vorerst kehrte Ruhe ein, bis es zehn Minuten später an der Haustür klingelte.

Die Freundinnen warfen sich gegenseitig ungläubige Blick zu. Es klingelte nochmal. Was das ganze Haus mit Unbehagen flutete, die Haustür als Ausgangspunkt.

»Steht da jetzt echt der Pizza-Bote vor der Tür?«, fragte Samara.

»Ich schau Mal durch den Spion, vielleicht ist er es gar nicht«, so Natascha.

Auf der Veranda stand ein Mann in rotem Diensthemd und Baseballcap mit der Aufschrift: ‚Alberto Ultimo‘. Das Gesicht war von der Kappe verdeckt, und er schaute in Richtung Pizza-Karton, wobei er ein zweites Mal klingelte.

»Oh mein Gott, … er ist es wirklich«, sagte Natascha. »Soll ich aufmachen und ihn wegschicken? Vielleicht ist er Ausländer und hat es am Hörer einfach nicht richtig verstanden?«

»Mach ruhig auf. Ich trete ihm in den Arsch, wenn er was versucht«, sagte Samara.

Sie öffnete die Tür … und erblickte ein komplett übertriebenes Grinsen. Gleich mehrere Falten überlappten sich an den Mundwinkeln. So einen Typen hatten sie in dieser Gegend noch nie gesehen. Seine Augen funkelten so, als ob er gerade eine Oscarpreisträgerin vor sich stehen hätte, die er seit Kindertagen verehrte, was ihm etwas durchgeknalltes verlieh. Er blinzelte nicht mal. Seine Gesichtszüge wirkten generell eigenartig. Als ob er statt normaler Haut wie aus einem Holzblock geschnitzt und mit einem Schleifblock bearbeitet worden wäre.

Ohne lange Zeit verstreichen zu lassen, begann er: »Guten Abend, Miss Morgan! Sie haben Pizza-Hawaii bestellt. Hier ist ihre Bestellung guten Appetit!«

Es war dieselbe Stimme wie vorhin. Direkt ohne Hörer klang sie irgendwie … schriller. Natascha fragte sich immer noch, wie er ihren Namen und Handynummer plus Adresse herausfand. Sie wusste, dass dieser Lieferant nicht normal war. Sie war deshalb umso entschlossener, die Pizza weiterhin abzulehnen. Etwas anderes kam für sie bei so einem komischen Vogel nicht infrage.

»Okay. Ähm. Vielleicht haben Sie mich vorhin am Hörer nicht verstanden«, sie machte Fingerbewegungen, die einem Halb-Tauben etwas erklären würden. »Es muss ein Missverständnis vorliegen. Wir haben bei ihnen wirklich nichts bestellt. Wir werden es nicht annehmen, schönen Abend noch.«

Sie schloss die Tür und ging zurück ins Wohnzimmer. Für sie war die Sache erledigt. Gähnend streckte sie sich. Bis es erneut klingelte. Wut stieg in ihr auf. Sie riss die Tür auf und erblickte den grinsenden Pizza-Lieferanten, der sie mit den Worten erwartete: »Sie müssen wirklich diese Pizza probieren! Sie ist die Beste in der ganzen Stadt!«

»Schau mal her, Grinsebacke! Wir haben selbst bereits mehr als genug Pizza da!« Samara wedelte vom Sofa aus mit einem Stück Mikrowellenpizza.

»Verpiss dich endlich, du störst unseren Fernsehabend«, fügte sie dann an.

»Pizza-Hawaii bestellen sowieso nur Soziopathen wie Sie! Auf Wiedersehen!« Natascha schlug ihm die Tür vor der Nase zu.

Sie ging zurück ins Wohnzimmer. Es klingelte ein drittes Mal … Mehrfach. Er gab nicht auf. Diesmal kam Samara hinzu, riss die Tür wütend auf und gab dem Boten einen Schubser, der ihn für den Moment zum Straucheln brachte.

Er bekam von ihr zu hören: »Okay, Arschloch! Genug gespielt! Du verpisst dich jetzt mit deiner scheiß Pizza oder wir rufen die Cops! Hast du das verstanden?«

Für eine gefühlte Ewigkeit schien er einfach nur stehenzubleiben, bis sich – wie in Zeitlupe – seine Mundwinkel nach unten verzogen, zu einem finsteren Gesichtsausdruck. Dann drehte er sich um und verschwand in der Dunkelheit. Eine Straßenlaterne flackerte in der Ferne. Die Freundinnen sahen sich verdutzt an.

»Hast du das gerade gesehen? Voll gruselig …«, sagte Samara.

»Ich bin einfach nur froh, dass er weg ist …«, antwortete Natascha.

Nachdem sie die Tür erneut geschlossen hatten, kehrte vorübergehend Ruhe ein. Die Freundinnen setzten sich wieder auf die Couch und versuchten, den Vorfall zu vergessen.

Doch plötzlich zerbrach ein Backstein das Wohnzimmerfenster. Glassplitter flogen durch den Raum, und die beiden jungen Frauen erstarrten vor Schreck. Panik ergriff sie, und sie stolperten die Treppe hinauf, während die Kälte von draußen hereinströmte. Die Vorhänge flatterten im Wind, und aus der Finsternis erklang eine unheimliche Stimme: »Hallo? Miss? Sie müssen unbedingt diesen einzigartigen Geschmack probieren! Sie werden begeistert sein!«

Der Pizzabote stieg über die Fensterbank und stand nun mitten im Wohnzimmer. Sein Gesicht war verzerrt vor Wahnsinn, und er schien entschlossen, seine Pizza zu liefern, egal was passierte.

»HALLO?!! SIND SIE ZUHAUSE?? SIE HABEN EINMAL PIZZA-HAWAII BESTELLT!!!«, rief er ihnen hinterher.

Sie hatten sich beide intuitiv im Kleiderschrank versteckt. Steigendes Adrenalin ließ ihre Atemstöße immer schneller werden, während der irre Bote mit nur einem Ziel vor Augen die Treppe hochstieg.

Die Beiden zitterte vor Angst in ihrem Versteck. Mit einem »Hallo?! Einmal Pizza-Hawaii! Wo sind Sie?«, betrat er exakt das Zimmer, in welchem sie sich versteckten. Er hielt weiter nach ihnen Ausschau.

Ihnen stockte der Atem –, als ob er es instinktiv wüsste, kam er auf exakt jenen Schrank zu, in dem sie sich versteckt hatten. Sie waren aufgrund der Situation wie paralysiert. Ihre Gedanken waren komplett durcheinander. Es gab keinen Ausweg mehr. Sein vor Wahnsinn geweitetes Auge starrte durch den Schrankspalt. Ihnen war klar: der kranke Typ würde sie umbringen.

Nach dem lauten Rufen zuvor sprach er nun in leisem Flüsterton: »Miss? Ich habe hier Ihre Bestellung. Würden Sie bitte aus dem Schrank steigen. Die Pizza wird noch kalt.«

Doch sie stiegen nicht aus dem Schrank. Zumindest vorerst.

Dann trat die plötzliche Wende in diesem makabren Schauspiel ein: »Na schön. Zum Glück sind wir von ‚Alberto Ultimo‘ auch auf alternative Zahlungsmöglichkeiten vorbereitet. Ich lege das Mal einfach mal hier hin …«

Natascha sah vom Schrankspalt aus, wie der Bote sich beugte, und sie hörte folglich das Geräusch von dem sich öffnendem Karton. Dann verschwand er plötzlich, genauso schnell, wie er gekommen war. Es war, als wäre er nie dagewesen.

Auf dem Boden lag eine dampfende Pizza-Hawaii, einsam und unberührt als stille Erinnerung an die unheimliche Nacht.

Natascha erblickte eine hinterlassene Nachricht auf der offenen Innenseite, geschrieben mit unbeholfenen Buchstaben: »Nicht genug Geld! Habe deine Freundin als Bezahlung mitgenommen. Bon Appétit!«

Verwirrt drehte sie sich um und schaute perplex dorthin, wo sie bis eben noch Samara zu sehen glaubte: Nichts.

Samara war weg.

Verzweifelt suchte sie das ganze Haus ab, rann sogar aus dem Haus bis auf die Straße, woraufhin sie noch verzweifelter den Namen ihrer Freundin in die stille Nacht hinausschrie. Entsetzen ergriff von ihr Besitz, als ihr klar wurde, dass der Pizza-Bote Samara entführt hatte. Eine Welle der Panik überkam Natascha, sie begann zu schluchzen, und sie konnte nur hoffen, dass ihre Freundin unversehrt bleiben würde.

Dieser Vorfall liegt nun ein halbes Jahr zurück. Alle Versuche, etwas über jene Pizzeria herauszufinden, verliefen im Sand. Weder konnte die Nummer zurückverfolgt werden, noch gab es Hinweise auf die Phantomzeichnung des Entführers.

Schließlich, nach intensiver Kooperation mit der Polizei, nach unzähligen in der Umgebung platzierten Steckbriefen und Vermisstenanzeigen und nach vielen schlaflosen Nächten, blieb der Vorfall ungelöst.

Sollte eines Tages ein dubioser Pizzabote von ‚Alberto Ultimo‘ auch an eurer Tür klingeln, … seid auf der Hut.

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