Was ist eine Creepypasta? Bedeutung, Herkunft und die bekanntesten Geschichten

Achtung: Verstörender Inhalt

Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung oder Drogenkonsum. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die Angst oder Unbehagen erzeugen sollen. Wir empfehlen dir, diesen Text nicht zu lesen, wenn er dich belasten könnte.

Kurz gesagt: Eine Creepypasta ist eine Horrorgeschichte aus dem Internet, die so erzählt wird, als wäre sie wirklich passiert. Der Name verbindet creepy (gruselig) mit Copypasta – so nannte man Texte, die in Foren immer wieder kopiert und weitergepostet wurden. Bekannte Creepypastas sind Slender Man, Jeff the Killer und die Backrooms.

Sofort zu den Geschichten

Was bedeutet „Creepypasta“?

Das Wort ist eine Mischung aus dem englischen creepy („gruselig“) und Copypasta. Copypasta wiederum kommt von copy and paste, also „kopieren und einfügen“: In Internetforen wurden kurze Texte so oft kopiert und weitergepostet, bis niemand mehr wusste, woher sie ursprünglich kamen. Genau so verbreiteten sich auch die ersten Gruselgeschichten – ohne Autor, ohne Quelle, und gerade deshalb so unheimlich.

Heute steht „Creepypasta“ für ein eigenes Genre: kurze bis mittellange Horrorgeschichten, die im Internet entstehen, dort geteilt, vorgelesen, weitergeschrieben und manchmal sogar verfilmt werden.

Woher kommen Creepypastas?

Creepypastas sind in englischsprachigen Internetforen der 2000er-Jahre entstanden, vor allem auf dem Board für Paranormales des Forums 4chan. Einige Meilensteine:

  • 2007: Auf 4chan erscheint SCP-173 – der Anfang der SCP Foundation, eines riesigen Gemeinschaftsprojekts aus fiktiven Geheimakten.
  • 2009: Bei einem Bildbearbeitungs-Wettbewerb im Forum Something Awful entsteht Slender Man. Im selben Jahr veröffentlicht Kris Straub „Candle Cove“, die Geschichte einer Kindersendung, an die sich nur wenige erinnern.
  • 2010: „Ben Drowned“ macht verfluchte Videospiele populär. Auf Reddit startet r/NoSleep, bis heute eine der größten Communitys für Gruselgeschichten.
  • 2010er-Jahre: Auf YouTube lesen unzählige Sprecher Creepypastas vor – das Genre wird zum Hörerlebnis.
  • 2015: Mit „Local 58“ beginnt der „Analog Horror“: Grusel im Look alter Fernsehsendungen und Notfallmeldungen.
  • 2019: Ein einzelnes Foto eines leeren, gelben Raums wird zu den Backrooms – einer der bekanntesten Internet-Legenden überhaupt.

Im deutschsprachigen Raum wurden Creepypastas zunächst übersetzt und in Foren und Wikis gesammelt. Heute entstehen auch viele eigene deutsche Geschichten. Wie das Creepypasta-Wiki entstanden ist, erfährst du in der Entstehungsgeschichte des Creepypasta-Wiki.

Was macht eine Creepypasta aus?

Creepypastas sind so unterschiedlich wie ihre Autoren. Die meisten haben aber einige Merkmale gemeinsam:

  • Sie wirken echt: Ein Ich-Erzähler berichtet sachlich, oft wie in einem Forenbeitrag, Tagebuch oder Bericht.
  • Sie beginnen im Alltag: im Kinderzimmer, vor dem Fernseher, beim Zocken – dort, wo sich der Leser sicher fühlt.
  • Sie erklären nicht alles: Das Unheimliche bleibt lückenhaft. Den Rest erledigt die Fantasie.
  • Sie haben oft mit dem Internet und Medien zu tun: verlorene Fernsehfolgen, verfluchte Spiele, seltsame Videos oder Fotos.
  • Sie sind schnell gelesen: Viele passen auf eine Bildschirmseite – und wirken trotzdem lange nach.

Du willst selbst eine schreiben? In unserer Anleitung Creepypasta schreiben zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie das geht.

Die wichtigsten Arten von Creepypastas

  • Verlorene Folgen: Episoden bekannter Serien, die es nie hätte geben dürfen.
  • Verfluchte Videospiele: Spiele, die sich verändern, ihre Spieler beobachten oder sie nicht mehr loslassen – inklusive der Pokémon-Creepypastas.
  • Kreaturen: Wesen, die man besser nie zu Gesicht bekommt.
  • Rituale: Anleitungen, die man auf keinen Fall ausprobieren sollte.
  • Verfluchte Objekte: Gegenstände mit einer Geschichte, die ihre Besitzer lieber nicht kennen würden.
  • SCP: nüchterne Akten über Wesen und Gegenstände, die eine geheime Organisation unter Verschluss hält.
  • Experimente: Versuche, die außer Kontrolle geraten – oft an Menschen.

Die bekanntesten Creepypastas

  • Die Backrooms: Wer an der falschen Stelle aus der Wirklichkeit rutscht, landet in endlosen, gelb tapezierten Räumen mit summendem Neonlicht – und ist dort nicht allein.
  • Jeff the Killer: einer der berühmtesten und meistkopierten Mörder des Genres.
  • SCP-096 – Der schüchterne Mann: Wer sein Gesicht sieht – und sei es nur auf einem Foto –, wird von ihm gejagt. Egal wohin.
  • Laughing Jack: Ein schwarz-weißer Clown wird zum Spielgefährten eines einsamen Jungen. Doch Laughing Jack will nicht nur spielen.
  • Sonic.exe: eine gebrauchte Spiel-CD, ein bekanntes Jump-’n’-Run – und ein Sonic, der Jagd auf seine Freunde macht.
  • Siren Head: ein riesiges, ausgemergeltes Wesen mit Sirenen statt Kopf, das Stimmen und Geräusche nachahmt.
  • 1999: Ein Mann erinnert sich an einen seltsamen Fernsehsender aus seiner Kindheit – und an eine Sendung, die es nie hätte geben dürfen.
  • Hoodie – Der Kapuzenmann: der maskierte Mann mit der Kapuze aus dem Umfeld der Slender-Man-Geschichten.

Hintergründe zu diesen und vielen weiteren Figuren – Herkunft, Fähigkeiten, Schwächen und Gefahrenstufe – findest du in der Creepyklopädie.

Warum faszinieren Creepypastas so viele Menschen?

Creepypastas spielen mit etwas, das jeder kennt: dem Gefühl, dass mit etwas Vertrautem plötzlich etwas nicht stimmt. Weil sie so tun, als wären sie echt, bleibt nach dem Lesen ein kleiner Zweifel. Und weil sie kurz sind, passen sie in jede Pause – oder in die letzte halbe Stunde vor dem Einschlafen. Dazu kommt die Gemeinschaft: Creepypastas werden kommentiert, vorgelesen, weitergeschrieben und weitererzählt. Jede gute Geschichte kann so zur Legende werden.

Creepypastas im Creepypasta-Wiki

Im Creepypasta-Wiki findest du mehr als 9.000 deutschsprachige Creepypastas – Klassiker, Übersetzungen und eigene Geschichten unserer Autoren. Du kannst sie nach Inhalt oder nach Länge durchstöbern, in der Creepyklopädie Hintergründe nachlesen und bei unseren Wettbewerben mitmachen. Und wenn du selbst schreibst: Registriere dich und veröffentliche deine erste Geschichte.

Häufige Fragen

Sind Creepypastas wahr?

Nein. Creepypastas sind Fiktion, auch wenn sie sich wie echte Erlebnisse anfühlen sollen. Manche greifen alte Sagen, urbane Legenden oder echte Orte auf – die Geschichte selbst ist aber ausgedacht.

Was ist die bekannteste Creepypasta?

Als bekannteste Creepypasta gilt Slender Man, der 2009 in einem Internetforum erfunden wurde. Ähnlich berühmt sind Jeff the Killer, die SCP Foundation und die Backrooms.

Sind Creepypastas für Kinder geeignet?

Viele nicht. Creepypastas können sehr verstörend sein und Gewalt, Tod oder psychische Krisen zeigen. Im Creepypasta-Wiki sind Geschichten mit harten Inhalten deshalb durch unseren Jugendschutz besonders geschützt.

Wo kann ich Creepypastas auf Deutsch lesen?

Hier im Creepypasta-Wiki. Am einfachsten startest du mit den Klassischen Pastas oder mit den kurzen Creepypastas für zwischendurch.

Kann ich selbst eine Creepypasta schreiben?

Ja, jeder kann das. Wie du vorgehst, erklärt unsere Anleitung Creepypasta schreiben in 10 Schritten.

Bereit? Dann geht’s hier zu den gruseligsten Geschichten, die es auf Deutsch gibt:

Zu den Geschichten

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"