MittelPsychologischer HorrorTagebuch

Aufzug ins Nichts

Achtung: Verstörender Inhalt

Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung oder Drogenkonsum. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die Angst oder Unbehagen erzeugen sollen. Wir empfehlen dir, diesen Text nicht zu lesen, wenn er dich belasten könnte.

Die meisten Leute mögen keine Krankenhäuser. Ich früher auch nicht. Wie die meisten habe ich Krankenhäuser früher immer nur mit Schmerzen und Sterben verbunden. Ich war immer schon sehr froh, dass ich selbst noch nie in einem Krankenhaus als Patient gelandet bin und die wenigen Male als ich als Kind dort war, habe ich mich immer sehr unwohl gefühlt. Die Geräusche, die Geräte und sogar der Geruch hat in mir ein seltsames Gefühl geweckt. Wer hätte gedacht, dass ich mal in einem Krankenhaus als Pfleger enden würde? Ich sicher nicht, aber so ist es gekommen. Eigentlich bin ich ganz zufrieden damit, das Haus in dem ich arbeite ist sicher nicht das modernste, aber es ist in Ordnung, so wie es ist. Normalerweise komme ich relativ wenig im Haus herum, da ich Pfleger auf einer Station bin. Meistens ist mein Weg im Haus der von der Garderobe zur Station und wieder zurück. Aber an jenem Tag hat mich eine Kollegin gebeten, aus der Apotheke ein spezielles Medikament zu holen, das gerade nicht auf d…

Die meisten Leute mögen keine Krankenhäuser. Ich früher auch nicht. Wie die meisten habe ich Krankenhäuser früher immer nur mit Schmerzen und Sterben verbunden. Ich war immer schon sehr froh, dass ich selbst noch nie in einem Krankenhaus als Patient gelandet bin und die wenigen Male als ich als Kind dort war, habe ich mich immer sehr unwohl gefühlt. Die Geräusche, die Geräte und sogar der Geruch hat in mir ein seltsames Gefühl geweckt. Wer hätte gedacht, dass ich mal in einem Krankenhaus als Pfleger enden würde? Ich sicher nicht, aber so ist es gekommen.

Eigentlich bin ich ganz zufrieden damit, das Haus in dem ich arbeite ist sicher nicht das modernste, aber es ist in Ordnung, so wie es ist. Normalerweise komme ich relativ wenig im Haus herum, da ich Pfleger auf einer Station bin. Meistens ist mein Weg im Haus der von der Garderobe zur Station und wieder zurück. Aber an jenem Tag hat mich eine Kollegin gebeten, aus der Apotheke ein spezielles Medikament zu holen, das gerade nicht auf der Station war. Das ist nicht das erste Mal, dass ich ein Medikament aus der Apotheke holen musste, ich kannte also den Weg. Und jedes Mal marschierte ich einen Gang im Erdgeschoss entlang, der fast immer leer war, egal ob Tag oder Nacht, gesehen habe ich dort selten jemanden.

Was mir aber immer ins Auge sprang, war der Aufzug, an dem ich jedes Mal vorbei ging. Zugegeben, die ersten Male fiel er mir nicht mal auf, da war es ein weißer Personal Aufzug, wie es jeder andere auch war. Aber jedes Mal, an dem ich an dem Aufzug vorbei ging, fielen mir mehr und mehr merkwürdige Dinge an ihm auf. Zum Beispiel, dass er nicht beschriftet war. Jeder Aufzug im Haus hatte eine bestimme Beschriftung, damit man ihn wiedererkennen konnte, und genau wusste, in welchem Bauteil des Hauses er sich befand, wie zum Beispiel „C1“, oder „F3“, oder „K2“. Dieser eine spezielle Aufzug, schien aber nirgendwo dazuzugehören. Er schien auch irgendwie älter und abgestandener zu sein, als hätte man ihn lange nicht, oder zumindest nur sehr selten genutzt. Kein Wunder, wenn kein Mensch weiß, wo er eigentlich hinführte. Auch fiel mir auf, dass vor dem Aufzug eine Tür war. In der Nacht stand sie meistens offen, aber tagsüber war sie oftmals geschlossen. Ich hatte mich bezüglich der Tür schon einmal erkundigt, und eine Kollegin erklärte mir, dass das eine Brandschutztür sei, also eine Tür, die sich selbständig schließen würde, sollte in dem Aufzug ein Feuer ausbrechen. Das fand ich seltsam, denn es war sonst nirgendwo an einem Aufzug im Haus so eine Tür zu finden, aber darauf wusste auch niemand eine Antwort.

An jenem Abend stand ich vor dem mysteriösen Aufzug, und meine Neugier schien mich geradezu zu übermannen. Es war fast so als würde er mich rufen. Ich wusste, dass bei mir auf der Station ohnehin nicht viel zu tun war, und das Medikament sollte ich sowieso erst für den nächsten Tag besorgen. Ich entschied mich also, dieses Rätsel ein für alle Mal zu lösen. Ich habe mich bereits öfter gefragt, wo dieser Aufzug wohl hinführen könnte. Immerhin machte die Architektur doch gar keinen Sinn, da ich in keinem anderen Stockwerk jemals so einen Aufzug gesehen hatte. Wo zum Teufel sollte der denn rauskommen?

Als ich mich dem Aufzug näherte, wurde mir, trotz meiner überschäumenden Neugier, etwas komisch zumute. Ich ließ meine Finger über den Ruf Knopf gleiten. Alle anderen Aufzüge im Haus hatten Knöpfe mit Pfeilen nach oben und unten darauf, dieser jedoch nicht. Der Ruf-Knopf bei diesem Aufzug war einfach nur leer. Als ich ihn drückte, öffnete sich sofort die Tür und enthüllte eine etwas abgestandene, muffig riechende Kabine. Bevor ich mich wagte, einen Schritt hinein zu machen, stand ich einen Moment lang regungslos da. Ich wusste nicht, wieso ich solche Angst hatte, aber irgendetwas war anders. Als ich die schlecht beleuchtete Kabine betrat, schloss sich sofort die Tür hinter mir, so als hätte der Aufzug darauf gewartet, dass ich ihn betrete.  

Ich ließ meinen Blick über die leeren Kabinenwände wandern, keine Plakate, keine Schilder, gar nichts. Als würde er gar nicht zum Krankenhaus gehören. Nur leere, graue Wände und eine alte Neon Röhre an der Decke, die leise vor sich hin summte. Die Kabine war insgesamt kleiner als es von außen den Anschein hatte. Am Pult war nur ein einziger Knopf zu finden, und auch dieser war ohne Aufschrift. Der erste Gedanke der mir durch den Kopf schoss war „Wie zum Teufel soll ich hier jetzt wieder rauskommen?“ Mir wurde in diesem Moment klar, dass dies kein normaler Aufzug sein konnte, und dass ihn zu betreten vielleicht ein riesengroßer Fehler war.

Noch etwas fiel mir auf, als ich den leeren Knopf drückte: Der Fahrstuhl schien sich nicht zu bewegen. Der Knopf leuchtete, als ich ihn drückte, und ich hörte auch das übliche surren, wenn ein Aufzug sich bewegt, spürte aber keine Kräfte, die nach oben oder unten wirkten, wie man sie gewöhnlicherweise in einem fahrenden Aufzug spürt. Ich guckte während der Fahrt immer wieder auf meine Armbanduhr, und auch wenn dazwischen immer nur wenige Sekunden verstrichen, kam es mir vor, als würde ich bereits seit Stunden fahren. Die Kabine schien auch von Sekunde zu Sekunde kleiner zu werden. Ich wusste nicht wieso, aber ich hatte nach und nach das Gefühl, mir würde hier drin die Luft ausgehen.

Das Surren verstummte und ich hörte das übliche „Ding“ Geräusch, das jeder Aufzug im Haus machte, wenn er in einem Stockwerk ankam. Ich war verwundert, denn abgesehen vom Surren selbst, schien sich der Fahrstuhl die ganze Fahrt über nicht bewegt zu haben. Die Tür öffnete sich und enthüllte dabei einen seltsamen Komplex. Graue Wände, die sich in alle möglichen Richtungen labyrinthartig fortzuziehen schienen. An der Decke waren ebenfalls kalte Neon-Röhren zu sehen, die ein ähnliches, nerviges Surren von sich gaben, wie die in der Kabine. Ich machte einen Schritt hinaus, und dachte, ich wäre vielleicht auf so etwas wie einen alten, unterirdischen Gebäudekomplex gestoßen, so etwas wie ein Keller, den kein Mensch mehr benutzt. Kaum hatte ich die Kabine verlassen, hörte ich die Tür hinter mir sich schließen. Als ich mich umdrehte, bemerkte ich etwas Grauenvolles. Etwas, das mich erkennen ließ, in welcher Lage ich mich befand. Am Aufzug war kein Ruf-Knopf zu finden. Verzweifelt suchte ich den Rahmen der Aufzug-Tür und die umliegenden kargen Wände ab, in der Hoffnung, dass ich irgendwo einen schlecht platzierten Knopf entdecken würde. Doch nichts. Als mir meine Lage bewusst wurde, schossen mir Tränen in die Augen. Ich glaube nicht, dass ich in meinem Leben schon einmal so viel Angst hatte.

Einige Minuten lang saß ich kauernd auf dem muffigen, schimmlig riechenden Teppichboden. Vielleicht kennt ihr dieses Gefühl auch, wenn ihr euch wünscht, ihr würdet träumen. Der Wunsch, ihr würdet eure Augen schließen, um im nächsten Moment im eigenen, warmen und wohligen Bett aufzuwachen. In diesem Moment wünschte ich mir das mehr denn je, wohl wissend, dass es nicht so war. Nach einigen tiefen Atemzügen, beschloss ich aufzustehen und mich etwas umzusehen. Ich tastete die Wände ab, sie waren kalt, feucht und bröcklig. Alles roch irgendwie muffig und durchfeuchtet, als wäre hier vor Ewigkeiten mal ein Rohr geplatzt. Das einzige Geräusch das ich hörte war das meiner Schritte, und der Neon-Röhren, die vor sich hin summten. Dieser ganze Keller war ein einziger großer Wirrwarr aus Räumen, die ineinander zu führen schienen. Keine Gänge, keine Türen, nur ein Raum der in drei andere führte.

So wie ich das sah konnte man sich hier drin sehr schnell verirren, allerdings schien das wenig relevant zu sein, da ich eh nicht wusste, wo ich hinsollte. In manchen der Räume bemerkte ich Fenster, dessen Glas milchig war, allerdings schien es hinter den Fenstern dunkel zu sein, als wäre es da draußen, hinter den Fenstern, Nacht. Sie zu öffnen oder einzuschlagen habe ich erfolglos versucht. Die Fenster lassen sich nicht öffnen und das Glas bricht nicht, selbst wenn, hätte ich nichts, womit ich sie einschlagen könnte. Ich sah immer mal wieder auf meine Uhr, versuchte die Zeit im Auge zu behalten, doch sie schien nicht zu vergehen. Was mir wie Stunden vorkam waren oft nur Minuten, oder sogar Sekunden. Manchmal schien die Zeit überhaupt nicht zu vergehen, als würde sich mein Sekundenzeiger stellenweise überhaupt nicht bewegen.

Die immer gleich aussehenden Räume, gepaart mit dem monotonen Surren der Neon-Röhren und meinem schwindenden Zeitgefühl begannen an mir zu nagen. Es fühlte sich an, als wäre dieser ganze Komplex, dieses Labyrinth, darauf aus einen langsam aber sicher wahnsinnig zu machen. Auf einmal hörte ich ein Geräusch, welches mir sehr gut bekannt war. Das Läuten einer Patientenglocke. Ich sah mich fragend um. War ich doch nicht allein? War ich vielleicht doch gar nicht so weit weg von den Stationen als ich dachte? Ich versuchte verzweifelt, das Geräusch in dem Labyrinth ausfindig zu machen, rannte panisch von einem Raum zum anderen. Das Klingeln schien mit jedem Mal aus einer anderen Richtung zu kommen, als würde es von allen Wänden gleichzeitig hallen und trotz dem immer nur aus einer Richtung kommen. Als das Klingeln aber auf einmal verstummte, war die Stille unerträglich, fast noch unerträglicher als das Geräusch selbst. Hatte ich mir das jetzt nur eingebildet? Ich wusste es einfach nicht.

Die Räume begannen sich in grotesker Weise zu verändern, je länger ich wanderte. Sie begannen sich nach oben und unten zu biegen, sich in unmögliche Richtungen zu erstrecken, so als würden sie den Gesetzen der Physik trotzen. Auch meine Uhr begann, sich seltsam zu verhalten, der Sekundenzeiger tickte mal vorwärts, mal rückwärts, mal überhaupt nicht, die Zeiger sprangen mal zehn Stunden vorwärts, dann nach wenigen Sekunden wieder fünf zurück, so als hätten Raum und Zeit hier ihren vollkommen eigenen Willen. Verdammt, wo zum Teufel bin ich hier gelandet?

Aber ich bin mir sicher, das wirst du dich auch gerade fragen, oder? Du hast dich auch gefragt, wohin dieser Fahrstuhl führt. Und jetzt sind diese Wände auch dein zu Hause. Deshalb sei froh, dass du meine Nachricht gefunden hast. Hab keine Angst. Du wirst diesen Ort lieben lernen… denn irgendwann wirst du so wie ich sein – und auf die Nächsten warten.

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