
Bitte beachte, dass es sich bei dem folgenden Text um eine Creepypasta handelt, die verstörende Themen beinhalten kann, wie zum Beispiel Gewalt, Sexualisierung oder Drogenkonsum. Creepypastas sind fiktive Geschichten, die Angst oder Unbehagen erzeugen sollen. Wir empfehlen dir, diesen Text nicht zu lesen, wenn er dich belasten könnte.
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Katherina schloss die Wohnungstür hinter sich und lauschte in den Flur. Kein Laut war zu hören. Natürlich nicht. Ihr Mann hatte zwar bereits Feierabend, aber um diese Uhrzeit ging er mit den Hunden immer die große Runde. Missmutig verzog die junge Frau das Gesicht und seufzte. Gerade heute hätte sie ein wenig Aufmunterung brauchen können. Beiläufig hängte sie ihre Jacke an die Garderobe und schlurfte ins Wohnzimmer, wo sie sich müde aufs Sofa sinken ließ. Ein paar Minuten Erholung hatte sie sich nach diesem ebenso anstrengenden wie unerquicklichen Tag wirklich verdient, befand Katherina. Nur kurz die Beine hochlegen und nichts tun. Schließlich würde der übliche Stress schon früh genug wieder losgehen. Die junge Frau atmete bewusst langsam und entspannt, schloss die Augen und… schlug sie nach weniger als einer Minute wieder auf. Ruhe, schön und gut, aber die ohrenbetäubende Stille, die durch die Wohnung hallte, war schon fast unheimlich. Sie überlegte kurz, ob sie den Fernseher anmachen sollte, als ihr Blick auf die Kommode fiel… und auf den schlanken, schwarzen Zylinder mit dem hellen Lichtring am oberen Ende, der darauf stand. »Erzähl einen Witz, bitte!«, gähnte sie herzhaft.
»…«
Nichts geschah. Kurz überlegte Katherina, ob ihr Gähnen die Stimmerkennungssoftware überfordert hatte, bevor sie begriff, dass sie das Aktivierungskennwort vergessen hatte. »Alexa, erzähl bitte einen Witz!«, wiederholte sie ihren Befehl.
»…«
Erneut blieb das Gerät stumm. Katherina hob leicht den Kopf und schaute hinüber zur Kommode. Der Ring leuchtete blau, ein Zeichen, dass das Instrument aktiv war und zuhörte. Aber die sonst so prompte Reaktion des elektronischen Utensils blieb aus. Verblüfft fragte die junge Frau: »Hallo, Alexa, hörst du mich?«
»…«
Stille. Katherina stellte die Frage noch einmal, lauter diesmal und deutlich betonter: »Hallo, Alexa, hörst du mich?«
»…«
Immer noch kein Lebenszeichen. Katherina richtete sich auf: »Hörst du mich, Alexa?«
»…«
Nichts. Unsicher, ob sie etwas falsch machte oder das Gerät vielleicht defekt war (was angesichts der in den letzten Monaten notwendigen gewordenen, ungeplanten Ausgaben eine höchst ärgerliche Möglichkeit gewesen wäre), fragte sie erneut: »Kannst du mich hören, Alexa?«
»…«
Obwohl wieder keine Antwort erfolgte, hellte sich die Miene der jungen Frau auf. Kopfschüttelnd angesichts ihres eigenen Fehlers musste sie unwillkürlich grinsen. Wenn sie das Aktivierungskennwort erst am Ende der Frage aussprach, konnte der Apparat ja nicht korrekt reagieren. Langsam sagte sie in Richtung der Kommode: »Hallo, Alexa, hörst du mich?«
»…«
Aus dem Lautsprecher war nicht der geringste Ton zu hören. Katherinas Stimme klang jetzt ungeduldig: »Hallo, Alexa, hörst du mich?«
»…«
Schweigen. Unwillkürlich wiederholte die junge Frau ihren eben erst erkannten Fehler erneut: »Hörst du mich, Alexa?« Verblüffenderweise erfolgte diesmal jedoch eine Antwort.
»Jawohl, Katherina, ich höre dich«, ließ sich die vertraute, unmelodiöse Frauenstimme von „Alexa“ vernehmen.
Katherina horchte auf. Hatte Alexa sie tatsächlich gerade beim Namen genannt? Verunsichert ob dieses unerwarteten Verhaltens des Gerätes stammelte die junge Frau lediglich: »Erzähl einen Witz!« Eine kurze Pause erfolgte, bevor unerwartet eine sanfte Männerstimme ertönte. Katherina glaubte eine Spur von Bedauern zu vernehmen, als die Stimme höflich erwiderte:
»Es tut mir leid, Dave, aber das kann ich nicht tun.«
Eine gefühlte Ewigkeit starrte die junge Frau verständnislos den schwarzen Zylinder auf der Kommode an, als sich der Leuchtring blutrot färbte und Alexa lauthals zu lachen anfing…


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